Kinoplakat: Oblivion
Nicht jede Graphic Novel eignet
sich für die große Leinwand
Titel Oblivion
(Oblivion)
Drehbuch Karl Gajdusek + Michael Arndt
nach einer Graphic Novel von Joseph Kosinski
Regie Joseph Kosinski, USA 2013
Darsteller Tom Cruise, Morgan Freeman, Olga Kurylenko, Andrea Riseborough, Nikolaj Coster-Waldau, Melissa Leo, Zoe Bell, Abigail Lowe, Isabelle Lowe, David Madison u.a.
Genre Science Fiction
Filmlänge 124 Minuten
Deutschlandstart
11. April 2013
Website universal-pictures-international.de/oblivion
Inhalt
2077: Die Apokalypse hat stattgefunden. Die Erde ist eine Ödnis. die Menschen sind ins All geflüchtet.

Als Ursache gilt ein Angriff außerirdischer Lebensformen, von denen einige als sogenannte „Plünderer” auf der Erde geblieben sind. Jack Harper arbeitet auf dieser Erde als Techniker, der die Überwachungsdrohnen der Menschen instand halten muss; diese Drohnen beschützen die Wassertürme. Auf ihrer Raumstation im Orbit sichern diese Türme die Wasserversorgung – gigantische Pumpen saugen das Wasser der Erde ins All. An Jacks Seite befindet sich Vika, die ihm von der Basis aus wertvolle Schützenhilfe leistet und vorwarnt, wenn sich ihm fremde Lebensformen nähern. Für sie ist es wichtig, dass sie und Jack stets ein „effektives Team” bleiben.

Als Jack den Absturz eines Schiffes beobachtet und aus den Trümmern die Überlebende Julia birgt, verändert sich alles. Was hat es mit dieser Frau auf sich, an die er sich bruchstückhaft erinnern kann? Woher kennt Julia ihn – und das, obwohl sie gerade erst aus einem 60 Jahre währenden Kälteschlaf erwacht ist? Und was befindet sich außerhalb des Planquadrates, in dem Jack seiner Wartungsarbeit nachgehen darf …
Was zu sagen wäre
Kinoplakat: OblivionAch herrjeh! Das war nix! Nein, das wird keines dieser aktuellen Tom–Cruise–Bashings – er selbst hat eine ganz schöne Szene, wenn er freiwillig in den Tod geht, da wirkt er so fremd, so … entspannt. Aber eben … genau! Er geht natürlich gar nicht so richtig in den Tod – doch nicht in einer 120-Millionen-Dollar-Produktion.

Und irgendwie ist auch sonst nichts so richtig richtig an diesem Film.

Das Design des dreieckigen Raumschiffs und der Flug dort hinein ist bei Roland Emmerichs „Independence Day” und Day-after-tomorrow-Welten geklaut. Das sonstige Setting tut, was gerade modern ist: bekannte Schauplätze in ein nach-der-Bombe-Szenario-zu-verwandeln. Das sieht immer schick aus auf der Leinwand, reicht aber nicht für abendfüllendes. Da muss dann schon auch eine große-Leinwand-taugliche Geschichte dazu. Die fehlt aber.

Eine Story mit Twist, der sich aber seit Mitte des Films ankündigt. Diese von ihrem Schöpfer selbst verfilmte Graphic Novel (Joseph Kosinski war schon für den bildgewaltigen und inhaltsschwachen Tron: Legacy verantwortlich) wieder, dass manche Graphic Novel für die Leinwand nicht taugt: Die Story füllt das Leinwandformat nicht. Das geht in den paar Panels pro Comicseite, aber nicht, wenn ich 24 Bilder pro Sekunde habe. Zu wenig Story, zu viel CGI-Bild. Das ist ganz schön gemalt. Aber alles andere haben wir schon tausend Mal gesehen.

Die Frauen geben den Ton an, reden dauernd von „mein Techniker”. Frauen leiten, Männer machen. Frauen halten die Kommunikation aufrecht, Männer kämpfen. Herzlich willkommen in der zerstörten Zukunft.

Das Happy End ist so offensichtlich und lächerlich albern – ein Klon ist halt wie der andere … kennst Du einen, kennst Du alle – dass man da auch keinen Spaß dran hat. Andererseits: Das Box-Office lügt nie. Den 120 Millionen Produktionskosten steht ein Einspiel von 286 Millionen Dollar gegenüber. Wie gut, das Cruises Charakter ein Klon ist – da lässt sich noch einiges erzählen – die Vorgeschichte vielleicht ..?
Wertung: 3 von 7 €uro