Plakatmotiv: Bullyparade – Der Film
Privatfernseh-Comedy auf Leinwand
Alte alte Witze, frischer alter Charme
Titel Bullyparade – Der Film
Drehbuch Michael Herbig + Rick Kavanian + Christian Tramitz + Alfons Biedermann
Regie Michael Herbig, Deutschland 2017
Darsteller Michael Herbig, Christian Tramitz, Rick Kavanian, Sky du Mont, Alexander Schubert, Cornelia Ivancan, Ivanka Brekalo, Robert Alan Packard, Rahul Chakraborty, Diana Herold, Valentina Zell, Larimar López Arcos, María Del Pilar Gómez, Vincente Raul Gonzalez, Laurence Burton und als Gesicht-in-die-Kamera-Halter Lena Gercke, Lena Meyer Landrut, Till Schweiger, Elyas M'Barek, Peter Maffay, Stefan Mross, Matthias Schweighöfer, Jürgen Vogel u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 100 Minuten
Deutschlandstart
17. august 2017
Inhalt

Der aus fünf einzelnen Episoden bestehende Film greift verschiedene aus der Bullyparade bekannte Figuren auf:

  • Die Brüder Kasirske, Jens und Jörg, möchten den Mauerfall und den damit verbundenen Auftritt von David Hasselhoff im Jahre 1989 verhindern. Sie reisen mit einem umgebauten Trabi zurück in die DDR, um an der berühmten Pressekonferenz von Günter Schabowski teilzunehmen, wo auch die tschechischen Journalisten Bronko Kulichka und Pavel Pipowitsch ihre Fragen stellen.
  • Die beiden Blutsbrüder Winnetou und Old Shatterhand geraten bei einem Treffen mit anderen Indianerstämmen in Streit und trennen sich. 15 Jahre später sucht Winnetou seinen alten Freund auf, er möchte die schöne Annette, die Tochter von General Motors, heiraten. Winnetou bittet Old Shatterhand, der mittlerweile einen Bootsverleih in der Wüste betreibt, sein Trauzeuge zu sein. Doch dieser wird des Mordes an US-Präsident Abraham Lincoln verdächtigt und von dem skrupellosen Kopfgeldjäger und Zahnarzt Dr. Schmitz und seinem Komplizen, der Handpuppe Tschango, gejagt. Als die Blutsbrüder bei Annette und ihrem Vater in Fort Lauderdale ankommen, erkennt Old Shatterhand, dass General Motors nur hinter dem Land der Apachen her ist. Er öffnet Winnetou die Augen und verhindert so das unredliche Geschäft.
  • Auf der Suche nach einem Wochenend-Domizil gelangen Sissi, Franz und der Feldmarschall versehentlich in ein Geisterhaus. Franz möchte für seine Sissi ein Schloss kaufen, doch sie werden vom Makler versetzt und müssen daher die Nacht im Schloss verbringen, die sich für den Feldmarschall zum Albtraum entwickelt.
  • Lutz und Löffler berichten von ihren Erlebnissen an der Wall Street. Um dem Knast zu entgehen, weil er beim Schwarzfahren erwischt wurde, benötigt Lutz 60 Dollar. Mit Hilfe des Finanzmaklers Mr. Moneymaker scheffelt er Millionen an der New Yorker Börse, die er alle wieder ausgibt.
  • Die Crew der U.S.S. Hasselhoff um Kork, Mr. Spuck und Schrotty soll den Planeten der Frauen vor dem fiesen King Klon und seiner Klon-Armee schützen, weil diese es auf die Haare der Frauen abgesehen haben, die sie für ihre Toupets benötigen, und bekommen dabei Unterstützung durch den Getränkelieferanten Sigi Solo und den Yeti.
Was zu sagen wäre

Der Titel verspricht, was der danach folgende Film hält: Er ist eine TV-Sketch-Show, die um die zurückliegende Jahrtausendwende  (1997 – 2002) Erfolge feierte, auf Leinwandformat aufgeblasen. Die Witze sind die alten geblieben und dabei alt geworden. Der Charme ist auch der alte, dabei jung geblieben – „Ham's a Einzelzimmer?“, fragt Captain Kork, als Mr. Spuck unablässig jammert, dass Kork Ohrensprüche auf seine Kosten mache. Und wenn die Crew der U.S.S. Hasselhoff erleichtert aufatmet, als Kork dem Schiffscomputer befiehlt, er soll den „Lensflare“ ausschalten, worauf das futuristische Lichtdesign auf der Brücke erlischt und eine Kommandobrücke in tristem Studiograu offenbart, ist das ein schöner Nerd-Gag auf J.J. Abrams Star-Trek-Reboot. Auch die Idee, die TV- und Sangessternchen Lena Gercke und Lena Meyer Landrut als „die zwei Sirenen“ zu besetzen, die dann, naja, eben als Sirenen – Uiuu-uiuu-uiuu – auftreten, ist ein schöner Witz für den Moment des Witzes. Das ist alles in allem aber bestenfalls nett und hätte in einem Weihnachts- oder Oster-Special auf Bullys Heimatsender ordentlich abräumen können.

Als Kinofilm taugt „Der Film“ nicht. Auf seiner Facebook-Seite hatte Bully Herbig im Herbst 2015 verkündet, er und seine Freunde, Christian Tramitz und Rick Kavanian, „wollten mal wieder so richtigen Quatsch sehen, über den man herzhaft lachen kann, also haben wir ihn gemacht“. Im Mai 2016 haben sie angefangen zu drehen. Tatsächlich ist das Projekt richtiger Quatsch geworden, der sich aber – immerhin das – sehen lassen kann. Herbigs Bilder füllen die Leinwand, lassen sie strahlen. Da ihnen aber das Drama zur Untermalung fehlt, sind die kinotauglichen Bilder als Zitate großer Kinoklassiker halt nur hübsch anzuschauen, während der Rest sich versendet.

Der Film macht es einem schwer, den Satz „Das hatten wir doch schon“ und alle Variationen („Nicht schon wieder“, „Er klaut bei sich selbst …“, „Wiederholungen gefallen nicht“) zu vermeiden. Aber Der Schuh des Manitu (2001) war origineller und sogar (T)raumschiff Surprise – Periode I (2004) war intelligenter. Auf seiner Facebookseite gab Bully Herbig dann außerdem noch bekannt, dass „Bullyparade – Der Film“ sein letztes Komödienprojekt sein werde. Danach wolle er sich verstärkt anderen Genres und ernsteren Themen zuwenden. Zeit wird's wohl.

Wertung: 2 von 8 €uro