Plakatmotiv: Die Klasse von 1984
Gescheiterter Weckruf.
Zynisch. Amoralisch. Dumm.
Titel Die Klasse von 1984
(Class of 1984)
Drehbuch Tom Holland + Mark L. Lester + John C.W. Saxton + Barry Schneider
Regie Mark L. Lester, Kanada 1982
Darsteller Perry King, Merrie Lynn Ross, Timothy Van Patten, Roddy McDowall, Stefan Arngrim, Michael J. Fox, Keith Knight, Lisa Langlois, Neil Clifford, Al Waxman, Erin Noble, David Gardner, Steve Pernie, Robert Reece, Joseph Kelly u.a.
Genre Drama, Crime
Filmlänge 98 Minuten
Deutschlandstart
11. November 1982
Inhalt

An der neuen Schule des Musiklehrers Andrew Norris herrschen raue Sitten: Peter Stegman, der Anführer einer Punk-Gang und seine Mitglieder terrorisieren Schüler sowie Lehrer gleichermaßen und treiben ungestraft ihre kriminellen Geschäfte wie Drogenhandel und Prostitution. Als ein Schüler wegen der Einnahme von Kokain auf den Fahnenmast klettert und dann zu Tode stürzt, entschließt sich Norris, der Punk-Gang Einhalt zu gebieten.

Die Minderjährigen-Gang aber ist nicht zu bremsen. Als sein Auto in Flammen aufgeht, ein Schüler stirbt und sie sich an seiner Frau vergreifen, beginnt sich Norris zu wehren: Das Establishment schlägt zurück …

Was zu sagen wäre

„Wir befinden uns im Kriegszustand!“, sagt der Biologielehrer zum neuen Musiklehrer. Aber der will das nicht hören, geschweige denn glauben. Dieser Andrew Norris ist ein vom pädagogischen Ansatz durchdrungener, naiver Softie („Wir sind wie alte Tänzer. Die kommen auch nicht zurück!“), die Antagonisten, die Punks, durch die Bank Unsymphathen – aber Stegman, ihr Anführer, ein begnadeter Pianist. Keine der Figuren bietet dem Zuschauer Identifikation. Hier der aufrechte Lehrer, da die Arschlöcher. Ach du lieber Himmel. Da bleibt der Entwicklung der Story nicht mehr viel Raum neben der zynischen Erkenntnis, dass in einer Gesellschaft bar jeder Moral Gewalt einzig mit Gewalt begegnet werden kann.

Dabei ist der Versuch eines Weckrufs zunächst ja mal zu begrüßen. Die Zustände an vielen US-amerikanischen Schulen sind – was man hierzulande so liest – durchaus gefährlich. Aber Mark Lester und seine Autoren belassen es bei diesem Hinweis, um dann die Brutalkeule zu schwingen, die sich möglicherweise besser verkauft, als tiefer gehende Analysen des Themas, wie sie etwa die Filme„Saat der Gewalt“ (1955), Schule des Verbrechens (1938) oder Chicago – Engel mit schmutzigen Gesichtern (1939) bieten.

Schaffen wir es dennoch, erleben wir eine klassische Heldengeschichte, die in einem Konzert ihre Erlösung findet – wo doch Musik die ultimative Friedensbotschaft ist. „Ich bin wirklich stolz auf Dich, Schatz!“, sagt die schwangere Gattin zu ihrem Pädagogik-Helden.

Wertung: 3 von 9 D-Mark