Kinoplakat: Man lernt nie aus
Die Oscarpreisträger De Niro und Hathaway
haben offenbar viel Spaß miteinander
Titel Man lernt nie aus
(The Intern)
Drehbuch Nancy Meyers
Regie Nancy Meyers, USA, Deutschland, Indien 2015
Darsteller
Robert De Niro, Anne Hathaway, Rene Russo, Anders Holm, JoJo Kushner, Andrew Rannells, Adam DeVine, Zack Pearlman, Jason Orley, Christina Scherer, Nat Wolff, Linda Lavin, Celia Weston, Steve Vinovich, C.J. Wilson u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 121 Minuten
Deutschlandstart
24. September 2015
Website theinternmovie.com
Inhalt

Der 70-jährige Ben Whittaker fühlt sich in seinem Ruhestand nicht sonderlich erfüllt, wird es doch nach mehreren Versuchen, neue Hobbys zu finden, doch zu einer immer größeren Herausforderung, seine freie Zeit sinnvoll zu gestalten. Daher ergreift er eines Tages die Chance, als Senior-Praktikant bei einer erfolgreichen Mode-Website anzufangen.

Deren Gründerin und Chefin Jules Ostin staunt nicht schlecht, als der rüstige Neuzugang zu seinem ersten Tag antritt. Doch während der Rentner anfangs noch ein wenig belächelt wird, erfreut er sich dank seiner charmanten und warmherzigen Art bei seinen neuen Kollegen bald großer Beliebtheit.

Und auch für Jules, die sich in ihrer noch immer ungewohnten Rolle als Geschäftsführerin häufig überfordert fühlt, wird Ben schnell zu einer wichtigen Stütze und einem guten Freund, auf den sie nicht mehr verzichten will …

Was zu sagen wäre

Ein schöner Sonntagnachmittag-Film. Die Ausgangssituation – 70-Jähriger tritt Praktikum an – sowie die beiden Hauptdarsteller bilden eine unwiderstehliche Mischung. Robert De Niro und Anne Hathaway hatten offensichtlich viel Spaß mit dem Film und aneinander. Ursprünglich waren mal Michael Caine und Tina Fey geplant; dann wechselte die Produktionsfirma und Robert De Niro kam ins Spiel, zunächst an der Seite von Reese Witherspoon. Es spricht für die Qualität von Regieautorin Nancy Meyers („Wenn Liebe so einfach wäre“ – 2009; „Liebe braucht keine Ferien“ – 2006; „Was das Herz begehrt“ – 2003; Was Frauen wollen – 2000), dass keine dieser Paarungen befürchten lässt, dass der Film schlechter geworden wäre.

Ihre Inszenierung verlässt sich ganz auf das Script und die beiden Typen. Die Regie hält sich unauffällig im Hintergrund. Das ist gut so, denn das würde dann in der Tat stören. „The Intern“ gehört zu der Sorte Film, die es alle paar Jahre gibt, die nie jemand erwartet, die nie jemand vermisst hätte und die dann umso schöner einfach eine schöne Feel-Good-Situation im Kinosessel erzeugen.

Mehr gibt es dazu schon gar nicht zu sagen – es sei denn natürlich, man wolle diesen Film noch ins Koordinatensystem des Robert-De-Niro-Gesamtwerkes einordnen (Zwei vom alten Schlag – 2013; Last Vegas – 2013; Malavita – 2013; Silver Linings – 2012; The Score – 2001; Makellos – 1999; Jackie Brown – 1997; Wag the Dog – 1997; Heat – 1995; Casino – 1995; Mary Shelleys Frankenstein – 1994). Okay: Da gehört „The Intern“ zu den besseren Alterswerken des Mannes, der seine großen Rollen alle gespielt hat und sich jetzt Film für Film aussucht, was ihm Spaß machen könnte. Dieser Film hat ihm Spaß gemacht und er bedankt sich mit einer wunderbaren, charmant zurückhaltenden Performance. Neben ihm wirkt Anne Hathaway endlich mal erwachsen (Interstellar – 2014; Don Jon – 2013; The Dark Knight Rises – 2012; Zwei an einem Tag – 2011; Alice im Wunderland – 2010; Valentinstag – 2010; „Der Teufel trägt Prada“ – 2006; Plötzlich Prinzessin! – 2001).

Es wäre nur zwei Drittel Hollywood, wenn der altersmilde Mr. Whittaker am Ende einfach jener altersmilde Mr. Whittaker bliebe; also kommt Rene Russo ins Spiel (Nightcrawler – 2014; Thor – 2011; Die Thomas Crown Affäre – 1999; Kopfgeld – 1996; Outbreak – 1995; In the Line of Fire – 1993; Lethal Weapon 3: Die Profis sind zurück – 1992), die nur noch selten auftritt, dann aber umso größer wirkt. Sie spielt die Hausmasseurin des Unternehmens und das unkomplizierte Love Interest des 70-jährigen Praktikantin. Ihre Funktion ist eben genau das. Sie treibt nichts voran, sie verändert keinen Handlungsstrang. Aber sie spielt ihre kleine Rolle unaufgeregt und souverän und ist damit die adäquate Besetzung für den Großschauspieler Robert De Niro.

Ein schöner Film. Einfach ein schöner Film.

Wertung: 6 von 8 €uro