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Kinoplakat: Lethal Weapon 2 - Brennpunkt L.A.
Mehr Witz, mehr Drama
Klasse Action-Film
Titel Zwei stahlharte Profis - Lethal Weapon
(Lethal Weapon 2)
Drehbuch Jeffrey Boam + Shane Black + Warren Murphy
Regie Richard Donner, USA 1989
Darsteller Mel Gibson, Danny Glover, Joe Pesci, Joss Ackland, Derrick O'Connor, Patsy Kensit, Darlene Love, Traci Wolfe, Steve Kahan, Mark Rolston, Jenette Goldstein, Dean Norris, Juney Smith, Nestor Serrano, Philip Suriano u.a.
Genre Action
Filmlänge 114 Minuten
Deutschlandstart
28. September 1989
Inhalt

„Ein Schwarzer und ein Spinner sind immer die Gewinner!”

L.A.-Cop Martin Riggs ist lockerer geworden im Umgang mit sich, seinem Leben, seiner Stadt und seinem Partner. Aber: Riggs & Murtaugh bilden immer noch ein explosives Gespann. Im Moment jagen sie einen roten BMW, dessen Fahrer – wild um sich ballernd – die nächtlichen Straßen unsicher macht. Aus dem Kofferraum des bald dekorativ in einem Schaufenster geparkten BMW kullern kiloweise goldene Münzen – südafrikanische Krügerrand.

Bevor sich die beiden noch einen rechten Reim darauf machen können, stellt ihr entnervter Chef („Ihr richtet Sachschäden an, die höher liegen, als die des zweiten Weltkriegs”) sie als Wachhunde ab. Für Leo Getz, Kronzeuge gegen die Mafia. Getz zeichnen zwei Dinge aus: sein nie still stehendes Mundwerk („Okay, Okay”) und sein fachmännischer Umgang mit anderer Leute Geld. Kurzerhand hat er als Buchhalter Mafiagelder in die eigene Tasche geleitet. Und sowas hat leicht höllische Folgen: Man kennt sich kaum zehn Minuten, als man auch schon fliehen muss – aus dem 10. Stock durch ein geschlossenes Fenster in einen Swimmingpool.

Und natürlich kann Getz auch einige Infos zu den Krügerrand-Münzen beitragen. Und diese Infos führen direkt in die südafrikanische Botschaft, die in einem dekorativ gestalteten Haus an einem Hang über Los Angeles residiert. Deren Chef, Arjen Rudd, hat kein Interesse an Cops und versteckt sich, seine Männer und sein Grundstück hinter diplomatischer Immunität. Ein Gutes hat der Besuch dennoch: Riggs lernt die attraktive Botschaftssekretärin Rika van den Haas kennen. Dauert nicht lange, da hat's gefunkt!

Die Ermittlungen der beiden Cops haben tödliche Folgen. Während eines Schäferstündchens in Riggs Wohnwagen am Strand werden die Kollegen von Riggs & Murtaugh der Reihe nach umgebracht. Er selbst und Rika können im letzten Moment der Mörderbande entkommen. Murtaugh hingegen hat Pech. Er sitzt auf der Toilette. Damit hat er einen Mechanismus ausgelößt, der eine Bombe im Klo hochgehen lässt, sobald er aufsteht. Riggs ist mit Murtaughs Rettung beschäftigt, als die Killer einen weiteren Mord begehen.

Ein Mord zuviel. Riggs rastet aus, setzt sich in seinen Geländewagen und zieht in die Schlacht. Erstes „Opfer” ist ein gewisses Haus am Hang …

Was zu sagen wäre

Die Fortsetzung des Kassenschalgers Zwei stahlharte Profis (USA 1987) legt an Rasanz noch einen Gang zu. Über 50 Stuntleute – damals eine unglaublich hohe Zahl in diesem Bereich – gaben alles. Die Einstiegssequenz gab den Ton vor. Eine wilde Jagd durch die Straßen Los Angeles', bei der lange gar nicht klar ist, wer gegen wen und warum, aber Riggs & Murtaugh haben Zeit, ihre kleinen Zankereien zu pflegen und die neu gekaufte Familienkutsche zu Schrott zu fahren. Danach sind Neueinsteiger und Fans des Vorgängerfilms gleichermaßen drin in Personal und im Film.

Kinoplakat: Lethal Weapon 2 - Brennpunkt L.A.Neue Gesichter kommen hinzu: Das Konfliktpotenzial von Riggs & Murtaugh ist auf Familenvater gegen einsamer Wolf zusammengeschnurrt. Das ist gut für den ein oder anderen das Herz wärmenden One-Liner, aber für das Konzept, das Richard Donner seiner Actionserie verpassen wollte, war das zu wenig. Also wurde Joe Pesci verpflichtet, der den beiden gehörig auf die Nerven geht, für allerlei Chaos verantwortlich ist, aber – und das hatten Donner und sein Autor Shane Black zum Glück erkannt – im rechten Moment auch mit Wissen aus der Unterweit aufwarten kann – der Nervkopf war mehr, als nur das. Er war auch Hilfe.

Auch für's Herz wird noch was getan. Riggs kann im Hollywood-Universum der späten 1980er Jahre unmöglich ein Einzelgänger-Dasein pflegen und so kommt Patsy Kensit ins Spiel, die ihr Kinodebut 1974 in Jack Claytons Verfilmung des Großen Gatsby als sechsjährige Tochter Buchanan hatte. Zu der Zeit, als die Lethal-Weapon-Reihe entstand, war Kensit hauptberuflich Sängerin einer Band namens „Eighth Wonder”. Sie gibt eine entzückende Botschaftssekretärin ab, eine große Kinokarriere aber folgt nicht. Sie blieb in zweitklassigen Besetzungen in zweitklassigen Filmen hängen.

Die Fortsetzung hielt den Witz des Vorgängers, wurde etwas schriller, setzte aber gleichzeitig einen dramatischen Unterton, der diesen Film zum dunkelsten und gleichzeitig besten der Serie macht.

Wertung: 10 von 10 D- Mark
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