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Kinoplakat: Léon – Der Profi
Der Eiskalte Engel mit Familie
Titel Léon - Der Profi
(Léon)
Drehbuch Luc Besson
Regie Luc Besson, Frankreich 1994
Darsteller Jean Reno, Gary Oldman, Natalie Portman, Danny Aiello, Peter Appel, Willi One Blood, Don Creech, Keith A. Glascoe, Randolph Scott, Michael Badalucco, Ellen Greene, Elizabeth Regen, Carl J. Matusovich, Frank Senger, Lucius Wyatt Cherokee u.a.
Genre Drama, Crime
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
19. Januar 1995
Inhalt
Auftragskiller Léon lebt ein einsames Leben, bis die frühreife Nachbarstochter Mathilda Zuflucht bei ihm sucht – korrupte Cops haben gerade Mathildas Eltern ermordet.

Widerwillig nimmt Léon das Gör unter seine Fittiche; es entwickelt sich eine ungewöhnliche und bisweilen tödliche Freundschaft …

Was zu sagen wäre
US-Action à la européene. Luc Besson („Nikita“ – 1990; Subway – 1985) wandelt auf den Spuren von Melvilles Eiskaltem Engel und gibt diesem Samouraï einen Touch Familienfilm. Sein Killer ist Jean Reno, mit dem er den „Rausch der Tiefe“ (1988) erlebbar gemacht hat. Reno („Die Besucher“ – 1993; „Operation Corned Beef“ – 1991) ist immer dann am besten, wenn er nicht viel reden muss. Der schweigsame Brummbär ist sein Metier, hier ist er ekzellent.

Ihm zur Seite spielt ein junges Mädchen, die 13-jährige Natalie Portman, das sich in die Rolle des Killer-Lehrlings einfühlt, als würde sie auf dem Schulhof nichts anderes machen, als Mordphantasien nachzuhängen; manchmal ist die spielerische Lernlust der Kinder einfach Gold wert. Als Antagonist setzt Besson auf die präzise Präsenz Gary Oldmans. Oldman schaut bereits auf eine beeindruckende Galerie gebrochener Finsterlinge zurück („Romeo Is Bleeding“ – 1993; True Romance – 1993; Bram Stokers Dracula – 1992; JFK - Tatort Dallas – 1991). Hier muss er sich nicht brechen – hier darf er sich als aalglatter Brutal-Cop austoben.

Besson selbst, der nie einen Hehl aus seiner Bewunderung für das US-Kommerzkino macht, setzt hier auf das Beste der beiden Kinowelten USA und Europa. Knallhartes Kalkül mit moralisch-kritischer Note, inszeniert mit viel Gefühl, Timing in der Montage – und Blut. Ja, man kann sich über das Ende streiten, das manchem Kritiker zu blutig geraten ist. Das Lexikon des Internationalen Films schreibt dazu, Besson sei gar kein Action-Regisseur, er sei der „vermutlich beste gegenwärtig aktive Gewalt-Regisseur“ und schlussfolgert: „Auf so einem schmalen Grat zu wandeln, nämlich psychopathisches, mörderisches Verhalten zu verschönern, kann durchaus einige Leute beunruhigen. Das ist ein Gegenstand, den wir lieber cartoonhaft behandelt sehen möchten.“

Hart, aber herzlich. Gut. Besser. Besson.

Wertung: 9 von 10 D-Mark
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