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Kinoplakat: Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod
Beeindruckend
und bedrückend
Titel Leaving Las Vegas – Liebe bis in den Tod
(Leaving Las Vegas)
Drehbuch Mike Figgis
nach einem Roman von John O'Brien
Regie Mike Figgis, USA 1995
Darsteller Nicolas Cage, Elisabeth Shue, Julian Sands, Richard Lewis, Steven Weber, Kim Adams, Emily Procter, Stuart Regen, Valeria Golino, Graham Beckel, Albert Henderson, Shashi Bhatia, Carey Lowell, Anne Lange, Thomas Kopache u.a.
Genre Drama
Filmlänge 111 Minuten
Deutschlandstart
9. Mai 1996
Inhalt
Der gescheiterte Drehbuchautor Ben Sanderson fasst den Entschluss, sein restliches Geld in Las Vegas durchzubringen – und dort zu sterben.

In der Glitzerstadt macht er die Bekanntschaft des attraktiven Callgirls Sera, eine realistische, aber sensible Frau, die ihren Beruf ernst nimmt. Sie findet Gefallen an dem sanften, witzigen Ben.

Die Folge ist eine bedingungslose Liebe, die so stark ist, dass sie vor nichts kapituliert …

Was zu sagen wäre
Harter Stoff. Schonungslos. Direkt und ohne schwülstigen Geigen-ChiChi. Aus dem Film kommst Du raus und denkst nach – über Dein Leben. Ein beeindruckendes Psychodrama, eine beklemmend realistische Darstellung eines Alkoholkranken, für die Nicolas Cage („Kiss of Death“ – 1995; „Tess und ihr Bodyguard“ – 1994; Airborne – Flügel aus Stahl – 1990; „Wild at Heart“ – 1990; „Mondsüchtig“ – 1987; „Peggy Sue hat geheiratet“ – 1986) nicht zufällig mit dem Hauptrollen-Oscar ausgezeichnet wurde.

Das ist schon erstaunlich. Diese ungeschönte Bestandsaufnahme menschlicher Leidens- und Liebesfähigkeit verspricht keine Rettung, zeigt eine Hauptfigur auf ihrem Weg ins Aufgeben, die kotzt, rotzt, lallt und sabbert, aber gleichzeitig eine romantische Liebe erlebt. Dass diese Liebe mit der entzückenden Elisabeth Shue besetzt wurde („Zwei Männer um Natalie“ – 1994; „Twenty Bucks – Geld stinkt nicht oder doch?“ – 1993; „Lieblingsfeinde – Eine Seifenoper“ – 1991; „Die blonde Versuchung“ – 1991; Zurück in die Zukunft II – 1989; „Cocktail“ – 1988; „Die Nacht der Abenteuer“ – 1987; „Link, der Butler“ – 1986), ist ebenso (kinogemäß) unrealistisch wie nötig.

Ohne diese Liebesgeschichte wäre das Drama dieses sozialen, moralischen Ausstiegs kaum zu ertragen. Mit der Liebe der blonden Schönheit erhält der Film Komplexität und Tiefe. Die Ungeheuerlichkeit dieser Liebe gibt dem Film seinen Sog, seinen Zauber, seine Erschütterungskraft.

Wertung: 10 von 11 D-Mark
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