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Kinoplakat: Late Show
So richtig zünden will
der Kracher nicht
Titel Late Show
Drehbuch Helmut Dietl + Christoph Müller
Regie Helmut Dietl, Deutschland 1999
Darsteller

Thomas Gottschalk, Harald Schmidt, Veronica Ferres, Jasmin Tabatabai, Sabine Orléans, Dieter Pfaff, Olli Dittrich, Otto Schenk, Karl Markovics, Jürgen Tarrach, Andrea Sawatzki, Urs Hefti, Martin Armknecht, Markus Majowski, Andreas Kunze u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 111 Minuten
Deutschlandstart
25. Februar 1999
Inhalt
Conrad Scheffer, wenig erfolgreicher Programmdirektor des Kölner Fernsehsenders TELE C, ist verzweifelt. Die Quoten sind so tief gesunken, dass die Finanziers schon über seine Kündigung nachdenken. In den Wahnsinn treibt Scheffer vor allem sein Talkmaster Mick Meyer mit seiner erbärmlichen Night Show, die kaum eine Geschmacklosigkeit auslässt und trotzdem ein Quotenloch nach dem anderen produziert.

Da wird Scheffer auf Hannes Engel aufmerksam, der eine kleine Fangemeinde als Radiomoderator in der Provinz unterhält. Hannes ist mit der bekannten Schauspielerin Maria Keller liiert, die gerade entnervt ihren Job als Serien-Star bei TELE C hingeschmissen hat und ihre Karriere als Schauspielerin beenden will. Dass Hannes sich nun mit jenen Leuten einlässt, die sie so sehr verabscheut, stürzt Maria in eine – zunächst mittelschwere – Krise.

Hannes aber sieht die Chance seines Lebens. Nur machen ihm die Vorbereitungen zu seiner Show schwer zu schaffen: Nicht nur, dass seine bisher so erfolgreiche Schlagfertigkeit nun den Regeln des Fernsehens weichen muss und ihm Scheffers intrigante Mitarbeiterin und Geliebte Carla Sperling immer wieder in die Quere kommt.

Auch seine langjährige Verehrerin Rose macht ihm mit ihren hartnäckigen erotischen Avancen das Leben schwer. Stoff wiederum für Boulevard-Schreiberling Tschurli Nowak, der schon an der Schlagzeile zum vorzeitigen Aus des neuen Sterns am Fernseh-Himmel bastelt.

Auch Scheffer muss mit unvorhergesehenen Schwierigkeiten kämpfen, als er erfährt, dass der nun drohende Erfolg keineswegs im Sinne des Finanziers Dr. August Beer ist …

Was zu sagen wäre
In ätzend formulierten Dialogen deckt Regisseur Helmut Dietl (Rossini, oder die mörderische Frage, wer mit wem schlief – 1997; „Schtonk“ – 1992) die kleinen und großen Eitelkeiten eines durchschnittlichen deutschen TV-Betriebs auf. Dass der Zuschauer längst nur mehr Mittel zum Zweck („Quote = Kohle“) ist, haben wir zwar schon gewusst. Aber diese eherne TV-Regel ist offenbar nur die Spitze des Eisbergs.

Besonders bemerkenswert: Die Fernseh-Ikonen Harald Schmidt als Programmchef und Thomas Gottschalk als aufstrebende Moderator nehmen nicht nur sich und ihre Zunft aufs Korn, sondern beweisen, dass sie gute Schauspieler sind. Bei Schmidt kein Wunder: Der hat Schauspielerei richtig studiert. Bei Gottschalk eine Überraschung, nachdem er seine schauspielerischen Qualitäten in Filmen wie „Die Supernasen“ gekonnt verheimlicht hatte.

Dennoch überzeugt „Late Show“ nur auf halber Linie. Vielleicht iegt es daran, dass wir eigentlich schon wissen, dass Medien verdorbene Berufe für verdorbene Menschen hervorbringen und dass die Realität hinter den Kulissen schon widerlich genug ist, dass wir eine Satire dazu eigentlich nicht mer brauchen.

Wertung: 6 von 11 D-Mark
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