Kinoplakat: Last Vegas
DeNiro, Douglas, Freeman, Kline
Mehr gibt es aber auch nicht
Titel Last Vegas
(Last Vegas)
Drehbuch Dan Fogelman
Regie Jon Turteltaub, USA 2013
Darsteller Michael Douglas, Robert De Niro, Morgan Freeman, Kevin Kline, Mary Steenburgen, Jerry Ferrara, Romany Malco, Roger Bart, Joanna Gleason, Michael Ealy, Bre Blair, April Billingsley, Stephen Scott Scarpulla, Andrea Moore, Noah Harden u.a.
Genre Drama, Komödie
Filmlänge 105 Minuten
Deutschlandstart
14. November 2013
Inhalt
Billy will heiraten. Und zu so einer Hochzeit gehört es, mit seinen besten Kumpels in Las Vegas nochmal so richtig einen draufzumachen, bevor es in den berüchtigten Hafen der Ehe geht.

Billy hat die 70 überschritten. Seine besten Kumpels Paddy, Archie und Sam auch. Billys Zukünftige „wird 32 – demnächst", sagt Billy. Und eigentlich haben sich die Vier auch lange nicht mehr gesehen. Seit vor über einem Jahr Paddys Frau starb und Billy nicht zur Trauerfeier kam, ist Billy sauer. Die vier kennen sich seit sie gemeinsam im Brooklyner Viertel Flatbush gemeinsam aufwuchsen, durch dick und dünn, Schlägereien und Liebesgeschichten gingen.

Jetzt also Las Vegas. Ein Neuanfang? Paddy, immer noch sauer, will von seinem ehemals besten Freund Billy vor dessen Hochzeit nur eines wissen: „Liebst Du sie?" Billy kann die Frage nicht eindeutig beantworten. Archie muss zunächst seinem sehr fürsorglichen Sohn Ezra entkommen, der seinen Vater seit einem Schlaganfall wie ein unmündiges Kind behandelt. Sam hingegen erhält von seiner Frau Miriam die Erlaubnis für einen Seitensprung, wodurch sie ihr eingeschlafenes Sexleben wieder in Schwung bringen möchte.

Bei der Ankunft in Vegas lernen die vier Freunde die Sängerin Diana kennen, von der sowohl Paddy als auch Billy sofort fasziniert sind …

Was zu sagen wäre

Allein das Versprechen auf dem Plakat lässt das Eintrittsgeld wert erscheinen: Michael Douglas und Robert De Niro (Malavita – 2013; Killing Season – 2013; Silver Linings – 2012; Happy New Year – 2011; 15 Minuten Ruhm – 2001; Makellos – 1999; Reine Nervensache – 1999; Ronin – 1998; Jackie Brown – 1997; Wag the Dog – 1997; Cop Land – 1997; Der Fan – 1996; Heat – 1995; Casino – 1995; Mary Shelleys Frankenstein – 1994; Kap der Angst – 1991; GoodFellas – 1990; Die Unbestechlichen – 1987; Angel Heart – 1987; Brazil – 1985; Es war einmal in Amerika – 1984; „King of Comedy“ – 1982; „Wie ein wilder Stier“ – 1980; „Die durch die Hölle gehen“ – 1978; „Taxi Driver“ – 1976; Der Pate 2 – 1974; „Hexenkessel“ – 1973) und Morgan Freeman und Kevin Kline nebeneinander in einem Film. Klar: Auf diese Neugier spekulieren die Produzenten. Hat der Film mehr zu bieten? Etwa, dass er das Versprechen dieser vier Groß-Mimen einlöst? Ja. Und mehr? Verspricht er nicht! Bietet er auch nicht.

Schon der Trailer erzählte ja nicht zufällig keine Geschichte. die ist hier notwendiges Übel, um den vieren beim charmanten Alt-Herren-witzeln und sich-gegen-das-Alter-stemmen zuzuschauen …naja … das Alter, die Titanhüfte, das Titanknie, „nächstes Jahr lasse ich mir die Eier machen“.

Wir erleben gut gelaunte Oscar-Preisträger, die sichtlich Spaß daran haben, ein paar Drehtage in Las Vegas zu verbringen und was Leichtes zu spielen, was nicht groß fordert – auf den Leib geschriebene Rollen schütteln die Herren aus dem linken Ärmel. Launige Witzchen, mit denen sich Alt-Libido Michael Douglas auch ein wenig selbst auf den Arm nimmt (Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll – 2013; Haywire – Trau' keinem – 2011; Wall Street: Geld schläft nicht – 2010; „The Sentinel“ – 2006; Sag' kein Wort – 2001; Eine Nacht bei McCool's – 2001; Traffic – Die Macht des Kartells – 2000; Die Wonder Boys – 2000; Ein perfekter Mord – 1998; The Game – 1997; Der Geist und die Dunkelheit – 1996; Hallo, Mr. President – 1995; Enthüllung – 1994; Falling Down – 1993; Basic Instinct – 1992; „Der Rosenkrieg“ – 1989; Black Rain – 1989; Wall Street – 1987; Eine verhängnisvolle Affäre – 1987; „A Chorus Line“ – 1985; Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil – 1985; Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – 1984; „Das China-Syndrom“ – 1979; „Coma“ – 1978).
„Die Kleine ist halb so alt wie Du!“
„Sie ist fast 32!“
„Ich habe Hämmoriden, die 32 sind.“
„Das ist nicht fair. Sieh mal, wenn sie so alt ist wie ich ...“
„... bist Du tot.“
„Billy heiratet eine Heranwachsende.“

Charmante Schauspieler mit Lust am albernen Spiel.
„Wo hast Du denn die ganzen Haare her?“
„Von meinem Arsch.“

„Spaß, weißt Du noch was da ist? Das war, bevor Dir dieser mürrische Blick eingewachsen ist.“
„Ich habe keinen mürrischen Blick …“
„… sagte er mit mürrischem Blick.“

„Sind Sie gut im Bett?“
„Habe ich vergessen!“

Natürlich sind die Alten die besseren Jungen, die besseren Menschen mit den besseren Manieren und der hohen Kunst des nicht verletzenden Korbs. Wenn einer der Alten den vor ihm sich hinrollenden Sex in letzter Instanz doch zurückweist mit der Erklärung, „Wenn ich etwas Spektakuläres erlebe, dann will ich es zuerst meiner Frau erzählen. Und wenn ich das nach 40 Jahren Ehe nicht mehr kann, hört es auf, spektakulär zu sein.“

Jon Turteltaub, Experte für Menschelndes („Duell der Magier“ – 2010; „Das Vermächtnis der Tempelritter“ – 2004; The Kid – Image ist alles – 2000; Phenomenon – 1996; Während du schliefst – 1995; Cool Runnings – 1993), hat einen schönen Sonntagnachmittag-Film gemacht. Charmant. Harmlos. Ein folgenloser Zeitvertreib.

Wertung: 4 von 8 €uro