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Plakatmotiv: Last Samurai (2003)

Erinnerungen an Kevin Costner
mit wunderbaren Bildern

Titel Last Samurai
(The Last Samurai)
Drehbuch John Logan & Edward Zwick & Marshall Herskovitz
Regie Edward Zwick, USA 2003
Darsteller

Tom Cruise, Ken Watanabe, William Atherton, Chad Lindberg, Ray Godshall Sr., Billy Connolly, Tony Goldwyn, Masato Harada, Masashi Odate, John Koyama, Timothy Spall, Shichinosuke Nakamura, Togo Igawa, Satoshi Nikaido, Shintaro Wada u.a.

Genre Drama, Abenteuer
Filmlänge 154 Minuten
Deutschlandstart
8. Januar 2004
Inhalt

Captain Nathan Algren ist ein seelisches Wrack. Einst hat er gekämpft, doch das ist lange her und erscheint ihm heute völlig sinnlos. Einst hat er für Ehre und Vaterland sein Leben aufs Spiel gesetzt – in Antietam (Maryland) und Gettysburg (Virginia). Aber die Zeiten sind andere jetzt: Mut wird durch Pragmatismus ersetzt, Opferbereitschaft weicht dem Eigeninteresse und die Ehre zählt nicht mehr – vor allem nicht drau2ßen im Westen. Er, Algren, hat Indianer abgeschlachtet – Männer, Frauen und Kinder – er hat Custers Eitelkeiten ertragen. Heute hängt er an der Flasche und präsentiert sich als Schütze auf Verkaufsveranstaltungen für das neue Winchester-Gewehr.

In einer anderen Welt muss ein anderer Soldat erleben, wie seine Lebensgrundlage unter ihm zerbröckelt: Katsumoto, letzter Führer einer uralten Kriegerkaste, der hoch angesehenen Samurai. So wie die Moderne den amerikanischen Westen überrollt, die Ureinwohner verdrängt und verdammt, hält sie auch im traditionellen Japan Einzug. Die Telegrafenleitungen und Eisenbahnschienen bringen den Fortschritt, bedrohen aber auch die Werte und Umgangsformen, nach denen die Samurai seit Jahrhunderten leben und sterben. Doch Katsumoto wird nicht kampflos aufgeben.

Die Wege der beiden Krieger kreuzen sich, als der junge japanische Kaiser Algren engagiert, um in Japan eine moderne Armee von Wehrpflichtigen nach westlichem Vorbild aufzubauen. Denn der Tenno lässt sich von den Amerikanern umwerben, die ein begehrliches Auge auf den asiatischen Markt werfen.

Algrens erster Feldzug gegen die Samuarai ist auch sein letzter. Seine Soldaten werden aufgerieben, er selber gerät in Gefangenschaft Katsumotos. Der Samurai lässt den Amerikaner nicht töten, er ist beeindruckt von dessen starkem Willen und lässt ihn gesund pflegen. Katsumotos Schwester übernimmt die Pflege. Sie ist Witwe, seit Algren ihren Mann im Gefecht getötet hat.

Plakatmotiv (US): The Last Samurai (2003)

In der fremdartigen Umgebung kommt der entwurzelte amerikanische Soldat zur Ruhe und findet seinen Seelenfrieden. Gleichzeitig gerät er aber auch zwischen die Fronten eines grausamen Konflikts, in dem zwei Epochen, zwei Welten aufeinanderprallen. Dabei kann er sich auf nichts verlassen als auf sein Ehrgefühl …

Was zu sagen wäre

Das erinnert schwer an Der mit dem Wolf tanzt von und mit Kevin Costner. Auch der war desillusioniert, auch der zog sich zurück, auch der wurde von vermeintlich Wilden aufgenommen und gepäppelt. Auch er lernte eine neue Kultur, neue Werte und die Ehre wieder schätzen.

Es kommt dem Film zugute, dass Tom Cruise wie immer mit wenig Gesichtsausdruck auskommt (Minority Report – 2002; Vanilla Sky – 2001; Magnolia – 1999; Jerry Maguire: Spiel des Lebens – 1996; Mission: Impossible – 1996; "Interview mit einem Vampir" – 1994; Die Firma – 1993; Eine Frage der Ehre – 1992; In einem fernen Land – 1992; Tage des Donners – 1990; Geboren am 4. Juli – 1989; Rain Man – 1988; Cocktail – 1988; Die Farbe des Geldes – 1986; Top Gun – 1986; Legende – 1985; Der richtige Dreh – 1983; Die Outsider – 1983; Lockere Geschäfte – 1983; Die Kadetten von Bunker Hill – 1981). Der Film ist ein visuelles Ereignis, schwelgt in Bildern, Massenszenen und Pathos. Ein Schauspieler, der da womöglich versucht, eine facettenreiche Show draus zu machen, würde alles zerstören. Insofern: Auch Tom Cruise beeindruckt.

"The Last Samurai" ist klassischer Kinostoff: Eine Epoche wird beendet, Moderne reitet Althergebrachtes nieder, die alten Werte sind wertlos. Aber deren Vertreter leben weiter und müssen sich arrangieren. Wuchtiger wäre gewesen, würde Algren das Schicksal seiner Gefährten teilen, die in der letzten Schlacht Schwert gegen Maschinengewehr unterlagen. Das wäre realistischer und deutlicher.

Statt dessen darf Algren sich zurück ziehen und von vorne beginnen. Das ist etwas kitschig, tut nicht Not und riecht mit seiner unterschwlligen Botschaft – Westen: dekadent. Ferner Osten: Oase der Vernunft – ein wenig nach Ranwanzen an den lukrativen, riesigen asiatischen Markt.

Wertung: 4 von 6 €uro
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