Kinoplakat: Kung Fu Panda 3
Hohe Gag-Dichte,
weniger Tiefgang
Titel Kung Fu Panda 3
(Kung Fu Panda 3)
Drehbuch Jonathan Aibel + Glenn Berger
Regie Alessandro Carloni & Jennifer Yuh Nelson, USA 2016
Darsteller
Jack Black, Hape Kerkeling, Bryan Cranston, Bert Franzke, Dustin Hoffman, Reinhard Kuhnert, J. K. Simmons, Oliver Stritzel, Angelina Jolie, Bettina Zimmermann, Jackie Chan, Stefan Gossler, Seth Rogen, Tobias Kluckert, Lucy Liu, Cosma Shiva Hagen, David Cross, Ralf Schmitz, Kate Hudson, Magdalena Turba, James Hong, Lutz Mackensy, Randall Duk Kim, Jochen Schröder, Jean-Claude Van Damme, Lutz Schnell, Fred Tatasciore, Elmar Gutmann, Stephen Kearin, Michael Pan, Steele Gagnon, Pablo Ribet-Buse, Barbara Dirikson, Katharina Lopinski, Al Roker, Steffen Henssler u.a.
 
aufgeführt sind Synchronsprecher der Original- sowie der deutschen Fassung
Genre Animation
Filmlänge 90 Minuten
Deutschlandstart
17. März 2016
Inhalt

In der chinesischen Geisterwelt kämpft Großmeister Oogway gegen Kai, der sein Ch’i gestohlen hat. Großmeister Oogway warnt Kai, dass Po, der Drachenkrieger, ihn stoppen wird. Kai ignoriert die Warnung und kehrt mit Hilfe des Ch’is von Oogway und anderen besiegten Meistern aus der Geisterwelt in die Welt der Sterblichen zurück.

Meister Shifu will sich aus dem aktiven zurückziehen. Er habe seine Schüler alles gelehrt, sagt er und ernennt Po zu seinem Nachfolger. Der behende Panda soll die Ausbildung der Furiosen Fünf übernehmen  (Tigress, Crane, Mantis, Viper und Monkey), seiner Freunde. Das findet Po etwa unpassend, ist er doch mit seinem Leben an sich zufrieden, genießt das Kicking und Hitting, mit dem er sein Tal gegen Eindringlinge verteidigt – wie soll er da die Furiosen Fünf etwas lehren; und vor allem Was? Das erste Training im Parcours, in das Po seine Freunde und neuen Schüler schickt, endet im Fiasko und mit Blessuren. „Das einzige, das Du verlieren kannst“, sagt ihm Tigress, „ist unser Respekt.“ Po verliert den Mut, glaubt nicht an seine Befähigung, ein Meister und Lehrer zu sein. Und als Shifu ihm rät, einfach er selbst zu sein, zu sich zu finden, hält der Panda das für einen dieser rätselhaften Meister-Sprüche.

Da taucht in Mr. Pings Nudel-Restaurant ein Panda namens Li Shan auf. Das ist insofern bedeutsam für die Bewohner des tals, weil doch Pandas eigentlich ausgestorben sind, Po der letzte Überlebende seiner Art ist. ABer dieser hier, Li Shan, ist nicht nur ein Panda. Er bricht auch noch Pos Klößchen-Rekord. Wie sich herausstellt, ist Li Shan Pos biologischer Vater. Mr. Ping ist wenig begeistert von dieser Entwicklung, eifersüchtig.

Po erfährt, dass er nicht der letzte Panda ist, sondern dass es in den Bergen ein verstecktes Dorf voller Pandas gibt. Vater Li also nimmt Po mit in dieses ebenso entlegene wie paradiesische Dorf voller tollpatschiger Pandas. Doch die Idylle dort wird durch Kai bedroht, der sich zum Ziel gesetzt hat, jeden einzelnen Kung-Fu-Meister in China zu vernichten, dessen Ch’i, zu rauben und dadurch zum allmächtigen Krieger aufzusteigen.

Li und die Bewohner, die beschlossen haben zu bleiben, bitten Po, sie zu trainieren, sodass auch sie kämpfen können. Po erinnert sich an Shifus Worte, dass er er selbst sein müsse, um er selbst zu werden, und willigt ein. Gemeinsam mit Tigress, neben Po die einzigen Meisterin, die nocht nicht von Kai besiegt wurde, schmiedet einen Plan, um das Dorf zu beschützen

Doch das wird am Ende nichts nützen, wenn Po nicht lernt, sein Ch’i zu entfesseln. Aber dafür muss Po erst verstehen, was es wirklich heißt, er selbst zu sein …

Was zu sagen wäre

Das Panda-Franchise bleibt sich treu. Wieder tauchen die Produzenten die Abenteuer in die strahlende Farben des Fernen Ostens, schwelgen in orangegelben Sonnenaufgängen, bunter Blütenpracht auf grünen Wiesen und grandiosen Berglandschaften. Und sie haben die Gag-Dichte gegenüber den Vorgängern nochmal gesteigert.

Darunter leidet die Emotion. Der Film hat nicht mehr die Tiefe, die vor allem Teil 2 auszeichnet. Das liegt natürlich an den vielen Pandas. Die sind knuddelig, fröhlich, lustig und ihrer Süßigkeit sehr clever gefasst. Aber selbst, wenn sie einen tragischen moment durchleben, stopfen sie immer noch Knödel in sich hinein und sehen einfach zum Knudeeln aus.

Kinoplakat: Kung Fu Panda 3

Das ist im fortgesetzten Storyaufbau durchaus folgerichtig, die family values hatten sich ja in Teil 2 schon angedeutet – und gleich augenscheinlich für immer verabschiedet; jetzt werden sie ausgerollt. Und wenn es um Familie geht, kennt das Hollywood-Kino, das Trickfilm-Hollywood zumal, jedesmal kein Halten. Das macht den Film im Mittelteil etwas anstrengend. Sehr süß und sehr anstrengend. Fast ist man froh, wenn endlich der schurkische Kai wieder auftritt und Meister jagt.

Dieser Kai ist ein überdimensionalwer Ochse mit grün strahlenden Augen. Mächtig bedrohlich und mächtig eitel. Mehr, als die absolute Macht an sich zu reißen, scheint ihn zu stören, dass ihn niemand mehr kennt, geschweige denn fürchtet. Auch hier schalten die Dreamworks-Leute einen Gang runter, öffnen die Panda-Saga im Kino für die Jüngsten. Seit 2011 – seit Teil 2 in den Kinos war – gibt es eine mittlerweile 80 Episoden umfassende TV-Serie um den Kung Fu Panda, die im Wesentlichen davon handelt, dass die Furiosen Fünf immer wieder ihr Tal des Friedens verteidigen und Po derweil tiefer in die Geheimnbisse des Kung Fu eindringt – ausgelegt ist diese Serie für Kinder. Diese Verjüngung des Publikums muss der vorliegende Kinofilm nun ertragen.

Er verliert auf hohem Niveau. Die Kinoserie bleibt trotz der Nivellierung eine Premium-Marke, die herzerwärmend unterhaltsam ist. Ihre Bilder gehören weiterhin auf die große Leinwand. Für die Geschichte aberreicht mittlerweile ein Blu-Ray-Sonntagnachmittag auf dem Sofa – auf dem wir dann viel lachen.

Tigress fehlt. Weil die Geschichte sich nun um die Pandas dreht, hat dieser immer coole Charakter nichts zu melden, es entwickelt sich kein Konflikt zwischen den beiden. Folge: Die Tigerin steht verloren am Bildrand herum. Das ist schade, denn die stets ernsthafte, souverän auftretende Kung-Fu-Meisterin hat den beiden Vorgängerfilmen als Gegengewicht zu dem sehr flauschigen, sehr tollpatschigen Titelhelden gegeben, war das Yang zum Jin. Die Balance, die die Trickfilmreihe aus der Masse der Trickfilme heraushob, ist verschwunden.

Wertung: 4 von 8 €uro