Kinoplakat: Kill the Boss
Eine Gag-Dichte, die Sitcoms
in 20 Minuten abhandeln
Titel Kill the Boss
(Horrible Bosses)
Drehbuch Michael Markowitz + John Francis Daley + Jonathan M. Goldstein
Regie Seth Gordon, USA 2011
Darsteller Jason Bateman, Charlie Day, Jason Sudeikis, Jennifer Aniston, Kevin Spacey, Colin Farrell, Jamie Foxx, Steve Wiebe, Donald Sutherland, P.J. Byrne,Ioan Gruffudd, Lindsay Sloane, Michael Albala, Reginald Ballard, George Back, Barry Livingston, Meghan Markle, Celia Finkelstein, John Francis Daley, Scott Rosendall, Brian George, Chad Coleman u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 98 Minuten
Deutschlandstart
1. September 2011
Inhalt

Nick, Dale und Kurt sind auch nicht zu beneiden: Alle drei haben gar grässliche Vorgesetzte.

Nick, der brave Büroangestellte, macht fleißig jede Überstunde, weil sein Boss ihm wie eine Karotte eine Beförderung vor die Nase hält, die nie kommt. Dale, der schwächliche Zahnarztassistent, dessen Lebenstraum – heiraten – zum Greifen nahe ist, wird von seiner sexuell aggressiven Chefin traktiert und der selbstsichere Chemiefirmenmanager Kurt leidet unter seinem kokssüchtigen Chef Bobby.

Sie sitzen in der Kneipe, beim x-ten Bier, als sie beschließen, ihre jeweiligen Peiniger aus dem Weg zu räumen – nicht mit Ellbogen, dafür endgültig. Nur ist das nicht so einfach. Man bringt ja nicht jeden Tag Menschen um und im Kino werden die Mörder am Ende immer geschnappt. Wohin also sich wenden, wenn nicht an einen Farbigen in einer Kneipe im düstersten Viertel der Stadt? Der mutmaßliche Killer Motherfucker Jones, der dort an der Theke schweigsam sein Bier trinkt, soll den Job für sie erledigen, doch der gibt ihnen lediglich den Rat, sich an Hitchcocks „Der Fremde im Zug” zu orientieren …

Was zu sagen wäre

Hier hat es wieder ein Film in die Kinos geschafft, der, käme er aus deutscher Produktion mit deutschem Verleih- und Marketinggeld, es maximal bei Sat-1 auf den Donnerstagabend-Sendeplatz geschafft hätte. Furchtbar. Eine simpel strukturierte Story mit drei Wendungen weniger, als man bei einem Kinofilm für Erwachsene erwarten darf: Erst wird das Personal vorgestellt – drei mal zwei Boss/Opfer-Figuren, drei Durchläufe, damit auch jedem Dödel im Saal, der offenbar als Hauptzielgruppe angepeilt ist, klar ist, dass diese Bosse keine Daseinsberechtigung haben. Ebenso klar ist natürlich auch, dass diese drei sympathischen Pechvögel niemanden töten werden, was bedeutet, dass wahrscheinlich zwei Bosse sich … und wahrscheinlich sind das … oops, habe ich jetzt was verraten? Aber das wollte ich doch nicht.

Und dann wird dilletiert und der Mordplan … mehr verfolgt als umgesetzt. Und es ist alles so grässlich vorhersehbar. Dass George, der Mann, dem die indische Stimme von der Service-Firma aus dem Navi im Auto gehört und ziemlich nervt, am Ende eine wichtige Rolle spielt, ist ist so überraschend wie die Ausgangssituation des Films: „Chefs sind böse und wir, die Zielgruppe, wollen sie am liebsten irgendwie los werden:” Vielleicht bin ich unfair: Es gibt ein paar richtig gute Gags. Aber dieser Film dauert 90 Minuten und die Anzahl der richtig guten Gags bewegt sich im Rahmen einer halben Folge 30 Rock - die 20 Minuten dauert.

Dass Colin Farrell (London Boulevard – USA, UK 2010; „Brügge sehen … und sterben?” – USA, UK 2008; „Cassandras Traum” – USA, UK 2007; Miami Vice – USA, UK 2006) auftaucht, buche ich mal unter Er braucht gerade dringend Geld ab. Fast als Besetzungs-Coup aber geht Everybody's Darling Jennifer Aniston („Meine erfundene Frau” – USA 2011; Umständlich verliebt – USA 2010; „Der Kautions-Cop” – USA 2010; … und dann kam Polly – USA 2004) als sexgeile Zahnärztin und Übel-Chefin durch, die sich in einer Art und Weise austobt, dass ich mich frage, was sie noch vor hat. Sucht sie einen Imagewechsel? Aber rausreißen tut's ihr freizügiger Auftritt nicht.

Wertung: 2 von 7 €uro