Kinoplakat: Kick-Ass 2
Alles falsch gemacht, was im ersten
Teil richtig gemacht worden ist
Titel Kick-Ass 2
(Kick-Ass 2)
Drehbuch Jeff Wadlow
nach Comics von Mark Millar + John Romita Jr.
Regie Jeff Wadlow, USA, UK 2013
Darsteller

Aaron Taylor-Johnson, Chloë Grace Moretz, Morris Chestnut, Claudia Lee, Amy Anzel, Clark Duke, Augustus Prew, Mary Kitchen, Donald Faison, Matt Steinberg, Steven Mackintosh, Monica Dolan, Garrett M. Brown, Lyndsy Fonseca, Christopher Mintz-Plasse u.a.

Genre Comic-Verfilmung
Filmlänge 103 Minuten
Deutschlandstart
15. August 2013
Inhalt

Kick-Ass hat sich zur Ruhe gesetzt; seit zwei Jahren hat Dave Lizewski sein Kostüm nicht mehr aus dem Schrank geholt. Er langweilt sich fürchterlich. Also versucht er, an sein altes Superheldendasein Anschluss zu fassen. Aber ohne Training? Er überredet seine Freundin „Hit-Girl”, Mindy Macready, ihn zu trainieren, damit sie als Team – „so wie Batman & Robin” – gegen das Verbrechen kämpfen können. Aber „Hit-Girl” kann nicht – ihr Vormund Marcus verbietet das maskierte Treiben ultimativ.

Aber längst haben sich andere „Superhelden” aufgemacht, in den Straßen für Ordnung zu sorgen. Ein Team hat sich gegründet, dem sich Kick-Ass anschließt: Es ist die Gruppe „Justice Forever”. Das sind : „Colonel Stars and Stripes”, ein reformierter Mafia-Handlanger und wiedergeborener Christ; „Remembering Tommy”, ein Elternpaar, welches nach der unaufgeklärten Entführung ihres Sohnes zur Superheldenaktivität gegriffen hat, um anderen Leuten zu helfen; „Night Bitch”, ein Mädchen der Straße, deren Schwester ermordet wurde; „Insect Man”, ein bekennender und für Diskriminierte engagierter Homosexueller, und „Battle-Guy” … in dem Dave schnell seinen Schulfreund Marty Eisenberg wiedererkennt. In den nächsten Wochen leistet Justice Forever gemeinnützige Arbeit und sprengt auch einen asiatischen Verbrecherring der jugendliche Zwangsprostituierte ausbeutet. Diese Aktion macht Schlagzeilen und die liest auch Chris D'Amico, dessen Zorn auf Kick-Ass seit dem Tod seines Vaters keine Grenzen kennt.

Christ hat gerade durch einen Unfall seine Mutter getötet und ein ordentliches Vermögen geerbt. Damit etabliert er seine neue Superschurkenidentität „The Motherfucker”, gründet eine eigene Superschurkentruppe und zieht gegen „Justice Forever” ins Feld. Es gibt Tote.

In der Zwischenzeit hat es Mindy im normalen Leben nicht leicht: Sie findet zwar schnell Anschluss, doch aufgrund einer Intrige der Schuldiva Brooke zerschlägt sich schließlich jede Hoffnung auf Akzeptanz und ein normales Leben. Also zieht sie die Maske wieder über und springt als Hit-Girl „Justice Forever” zur Seite. In den straßen der stadt entbrennt ein Krieg der maskierten, in dem keine Gefangenen gemacht werden …

Was zu sagen wäre

Der Film ist in die Hose gegangen; es fehlt der unschuldige Charme des ersten Teils. Immerhin kann man den Film als Lehrfilm an der Filmuni einsetzen, denn man kann sehr schön analysieren, warum das mit den Fortsetzungen nicht immer so eine gute Idee ist. Nach 45 Minuten ist noch nichts passiert, was mich in den Sessel drückt. Ich sehe Leuten dabei zu, wie sie unbedingt dahin kommen wollen, wo sie im ersten Teil schon waren – aber im ersten Teil waren sie … frischer. Und der einzige, der die Geschichte zu einer Geschichte machen soll … der SCHURKE, geht mir schon nach zwei Minuten auf die Nerven, so komplett verblödet tritt er auf, so exaltiert spielt er. Und maskierte Schäferhunde, die Männern in den Sack beißen, sind auch nicht mehr der letzt Schrei.

Als Hit Girl sich nach 20 Minuten aus dem Superheldengeschäft verabschiedet, fällt der Film in sich zusammen: ein irgendwie-Superhelden-Film, der statt Superhelden dürre Gestalten in Spandexklamotten zeigt, die sich nicht bewegen können und ganz ohne Action-Choreografie auszukommen versucht, funktioniert nicht. In der Folge wird es natürlich ganz furchtbar brutal und übel und existenziel … das muss so sein, schließlich hat auch hier Teil Eins den Ton gesetzt und dann kehrt (endlich) Hit-Girl zurück und gleich ihr erster Auftritt auf einem fahrenden Van ist so schlecht getrickst, dass man weinen möchte; das sieht aus, wie Action in TV-Serien aus den 70er Jahren. Und dann rollt Hit Girl auf diesem Autodach, durch das von innen ein Entführer mit Maschinenpistole mehrere Magazine leer schießt (so, dass schließlich das ganze Dach feinmaschig durchlöchert ist), und Hit Girl ist nicht ein einziges Mal auch nur von einer Kugel gestriffen worden; nichts gegen Comic-Realität, aber das ist nun schon starker Tobak. Dass das Dach in der folgenden Nahaufnahme nur wenige Schusslöcher hat, ist natürlich eigentlich Peanuts. Aber diese Situation ist sehr zentral – da wäre es ein gelungenes Zeichen des Respekts dem eigenen Film gegenüber, wenn die Continuity und die Mannschaft hinter der Kamera auf so etwas achten; hier beweisen alle Beteiligten Lieblosigkeit dem eigenen Produkt gegenüber.

Aber der Film soll ja auch nur den Erfolg des ersten Teils noch ein wenig ausquetschen. Dazu werden uns Kalendersprüche serviert: „Die Guten kriegen keinen Freibrief!” „Du musst kein harter Typ sein, um ein Superheld zu sein. Du musst nur mutig sein!” Okay, verstanden, danke.

Und wieso hat eigentlich Lindsy Fonseca, die in Teil 1 Daves Freundin wurde, nur einen so kurzen, absurden Auftritt und ist so völlig überschminkt?

Wertung: 2 von 7 €uro