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Plakatmotiv: Wenn das Blut kocht (1959)
08/15-Kriegsfilm
mit Starbesetzung
Titel Wenn das Blut kocht – Barfuß in die Ewigkeit
(Never So Few)
Drehbuch Millard Kaufman
nach dem gleichnamigen Roman von Tom T. Chamales
Regie John Sturges, USA 1959
Darsteller Frank Sinatra, Gina Lollobrigida, Peter Lawford, Steve McQueen, Richard Johnson, Paul Henreid, Brian Donlevy, Dean Jones, Charles Bronson, Philip Ahn, Robert Bray, Kipp Hamilton, John Hoyt, Whit Bissell, Richard Lupino u.a.
Genre Krieg, Abenteuer
Filmlänge 125 Minuten
Deutschlandstart
14. April 1960
Inhalt

Während des Zweiten Weltkriegs kämpfen in Burma alliierte Truppen, um das unaufhaltsame Vordringen Japans auf dem asiatischen Kontinent zu stoppen. Capt. Tom Reynolds führt eine kleine britisch-amerikanische Streitmacht, die einheimische Burmesen zu Kämpfern ausbildet und einen Guerillakrieg gegen die japanischen Invasoren führt.

Der Dschungel und der schier übermächtige Gegner setzen Reynolds und seinen Männern, darunter Bill Ringa und Sgt. John Danforth, schwer zu. Dennoch bleibt Capt. Reynolds noch Zeit für die Liebe, in Form der attraktiven Carla, der Geliebten des Geschäftsmannes Nikko, dem die Soldaten im Hinterland begegnen.

Plakatmotiv: Wenn das Blut kocht (1959)Als chinesische Rebellen die Grenze überqueren und die Burmesen angreifen, widersetzt sich Reynolds seinen Befehlen und führt seine Guerillatruppe nach China, um zurückzuschlagen. Bei seiner Rückkehr erwartet ihn eine Gerichtsverhandlung und Carlas Entscheidung, zu wem sie gehören will …

Was zu sagen wäre

Chauvinistisches US-Machwerk mit Starbesetzung, in dem us-amerikanische Soldaten in exotischer Umgebung erst Vorurteile in den eigenen Reihen überwinden müssen, während sie den asiatischen Minimenschen gegen zahlenmäßig überlegene – also feige – Japaner beistehen. „Jetzt bist Du ein echter Soldat“, lobt das Frank Sinatra einen sterbenden Burmesen mit Bauchschuss, „weil Du im Kampf verwundest wurdest“. Dann steckt er ihm kameradschaftlich eine Zigarette in den Mund („Was die einem im Kino zeigen, stimmt gar nicht. Zigarette schmeckt scheußlich, wenn Du verwundest bist.“) – und dann gibt er ihm den Gnadenschuss.

John Sturges' Film ist einer dieser Uniformvehikel, in der eine Gruppe Männer in Uniform ihre Kriegstraumata ausleben und ihre Überlegenheit feiern. „Ich liebe erwachsene Männer, die unreife Mädchen zu Frauen machen“, sagt dann Gina Lollobrigida zu Frank Sinatra, bevor sie ihm eine Abfuhr erteilt, weil der in keiner Hinsicht ihr Niveau habe. Zwanzig Minuten später liegen sie sich halbnackt in den Armen und fabulieren kinderreiche Zukunftspläne.

Plakatmotiv (US): Never so few – Wenn das Blut kocht (1959)Mit dem realen leben, dem realen Krieg, dem realen Leben zwischen Männern und Frauen hat das alles eher nichts zu tun, aber am Ende kommt noch ein interessanter Interessenskonflikt zwischen Sesselpupsern im Pentagon und den Männern an der Front, die von jetzt auf gleich Entscheidungen über Leben und Tod treffen müssen, auf, die die Spannung kurz nochmal hochtreiben. Aber dann ist da asuch schon wieder de3r verständnisvolle US-General, der – quasi direkt dem Zuschauer – erklärt, er habe ja seine Tapferkeitsmedaile auch für eine Befehlsverweigerung bekommen.

Das ist dann schön, aber nicht überraschend, denn dass Captain Reynolds mehr oder weniger richtig gehandelt hat, ist dem zuschauer, der ja dabei war, ohnehin offensichtlich. Für den Weg vom Kino nach Hause bleibt höchstens die Frage, ob die Tötung aller chinesischen Banditen unbedingt nötig war und da kommt man zu einem klaren „Nein!“ – aber, ganz ehrlich, man war auch nicht live dabei in so einer Situation. Wie so oft im Kinosessel.

Wertung: 2 von 6 D-Mark
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