Kinoplakat (US): Across the Pacific / Abenteuer in Panama
Statt Pearl Harbor der Panamakanal
Aber das hilft dem Film auch nicht
Titel Abenteuer in Panama
(Across the Pacific)
Drehbuch Richard Macaulay
nach der Artikelserie „Aloha Means Goodbye“ von Robert Carson
Regie John Huston, USA 1942
Darsteller Humphrey Bogart, Mary Astor, Sydney Greenstreet, Charles Halton, Victor Sen Yung, Roland Got, Lee Tung Foo, Frank Wilcox, Paul Stanton, Lester Matthews, John Hamilton, Tom Stevenson, Roland Drew, Monte Blue, Chester Gan u.a.
Genre Abenteuer, Krieg, Action
Filmlänge 97 Minuten
Deutschlandstart
8. August 1946
Inhalt
Captain Rick Leland von der US-Küstenartillerie wird 1941 wegen Diebstahls unehrenhaft aus der Armee entlassen. Auch die kanadische Armee lehnt seine Bewerbung ab. Um gegen die Japaner kämpfen zu können, will er sich den Chinesen unter Chiang Kai-shek anschließen. Dazu geht er in Halifax an Bord eines japanischen Schiffes, der „Genoa Maru“, um mit ihr durch den Panamakanal nach China zu reisen.

An Bord begegnet Leland der attraktiven Kanadierin Alberta Marlow sowie dem Soziologen Dr. Lorenz. Der Wissenschaftler bewundert die Japaner und ist daher auf den Philippinen, wo er wohnt, nicht beliebt. Leland macht ihm klar, dass er die Japaner hasst und sie bekämpfen wird. Bei einem Zwischenstopp in New York trifft Leland Colonel Hart, einen Nachrichtenoffizier, dem er sich als loyaler Amerikaner zeigt. Dr. Lorenz ist ein bekannter feindlicher Agent; über Marlow hingegen ist sich der Geheimdienst nicht im Klaren. Als Leland zurück zum Schiff will, hindert er einen Philippino daran, Lorenz zu erschießen, der Leland nun Dank schuldet. Neu an Bord ist der japanischstämmige Amerikaner Joe Totsuiko.

In Panama angekommen, wird dem Schiff die Kanaldurchfahrt verweigert. Der Kapitän macht sich auf den langen gefährlichen Weg rund um Kap Hoorn. Leland, Marlow und Dr. Lorenz wollen mit einem anderen Schiff weiterreisen. Leland war in seiner aktiven Zeit in der Gegend stationiert. Lorenz fragt ihn nach aktuellen Listen der amerikanischen Patrouillenflüge. Leland besorgt die Listen, bekommt statt Geld aber eins übergebraten.

Als er wieder zu sich kommt, sind Lorenz und Marlow verschwunden. Er findet sie wieder auf der Plantage von Dan Morton. Und er findet einen Torpedobomber, frisch bestückt. Offenbar planen Lorenz und seine Leute, die Einfahrt zum Panamakanal zu bombardieren …

Was zu sagen wäre

Diesem Film hat Weltgeschichte ins Drehbuch gepfuscht. Ursprünglich hätte der wackere Soldat Rick Leland die Japaner daran hindern sollen, Pearl Harbor anzugreifen. Dann griffen aber am 7. Dezember 1941 im echten Leben die echten Japaner das echte Pearl Harbor an. Rick Lelands Abenteuer wurde Kurzerhand auf den Panamakanal umgeschrieben und -gedreht. Dennoch heißt er im Original weiterhin „Across the Pacific“, obwohl der im ganzen Film nicht auftaucht, schon gar nicht überquert wird.

John Hustons vierte Regiearbeit („Winning Your Wings (Kurzfilm) – 1942; „Ich will mein Leben leben“ – 1942; Die Spur des Falken – 1941) ist ordentliches Spionage-Kino, grotesk überzeichnet in seiner Erzählweise und in entscheidenen Momenten unentschlossen. Aber gut gespielt von einem beeindruckenden Ensemble um Mary Astor und dem immer machtvollen Sydney Greenstreet („Sein letztes Kommando“ – 1941; Die Spur des Falken – 1941). Bogart bietet die Kulisse abseits des Asphaltdschungel die Gelegenheit, andere Seiten seines Schauspiels zu zeigen. Dass der unehrenhaft entlassene Rick Leland nicht wirklich unehrenhaft entlassen sein kann, weil schließlich Humphrey Bogart ihn spielt, ist dem geneigten Zuschauer schon klar, irgendwie. Aber wenn das im Film dann offiziell wird, hätte John Huston das pointierter erzählen können. Umgekehrt aber ist Hustons Zurückhaltung auf dem Regiestuhl, was inszenatorische Mäzchen angeht, ja durchaus ein Qualitätsmerkmal. Er lässt seine Schauspieler die Geschichte erzählen und folgt ihnen mit der Kamera. Erst im Schnitt greift er ein. „Abenteuer in Panama“ ist straff inszeniert, ohne Redundanzen.

Wertung: 3 von 6 D-Mark