Plakatmotiv: Dirty Harry III – Der Unerbittliche (1976)
Harry trifft seine
Nemesis: Frauen!
Titel Dirty Harry III – Der Unerbittliche
(The Enforcer)
Drehbuch Stirling Silliphant + Dean Riesner + Gail Morgan Hickman + S.W. Schurr
mit Charakteren und Material von Harry Julian Fink + Rita M. Fink
Regie James Fargo, USA 1976
Darsteller Clint Eastwood, Tyne Daly, Harry Guardino, Bradford Dillman, John Mitchum, DeVeren Bookwalter, John Crawford, Samantha Doane, Bob Hoy, Jocelyn Jones, M.G. Kelly, Nick Pellegrino, Albert Popwell, Rudy Ramos, Bill Ackridge u.a.
Genre Acton, Thriller
Filmlänge 96 Minuten
Deutschlandstart
4. März 1977
Inhalt
Der Polizeichef hat die Nase gestrichen voll: 14.379 Dollar! Soviel kostet die Beseitigung der jüngsten Schäden, die Harry Callahan hinterlassen hat, als er eine Geiselnahme robust beendete – und die fand nur in einem Schnapsladen statt; andernorst hat Harry durchaus schon größere Schäden hinterlassen. Zur Strafe wird er in die Personalabteilung der Polizei versetzt, wo er an Eignungstests für neue Inspektoren teilnimmt. Widerwillig nimmt er zur Kenntnis, das der Anteil an Frauen erhöht werden soll. Was aber etwa junge Polizistin wie Kate Moore, die bisher an Schreibtischen in Archiv und Registratur gearbeitet hat, auf der harten Straße verloren hat, will ihm nicht in den Kopf. Aber der Bürgermeister will es so – er braucht die Stimmen auch der Wählerinnen.

In der Nacht bricht eine Gruppe namens „Die Revolutionären Streitkräfte des Volkes“ in ein Lagerhaus der „Pacific Overseas Shipping“ ein und klaut M16-Sturmgewehre, Munition, C4-Sprengstoff und Bazookas. Die Gruppe besteht aus desillusionierten Vietnamveteranen, die das System bekämpfen wollen. Sie werden von zwei Polizisten überrascht. Zu wenig. Beide Beamte werden bei dem Einsatz getötet – einer von ihnen war Callahans Partner. Prompt wird der zurück in die Mordkommission berufen – und braucht einen neuen Partner. Es wird Kate Moore, nun frisch beförderte Inspektor Moore. Callahan hat zwar zunächst Bedenken, dass die junge Frau in gefährlichen Situationen im Einsatz nicht die richtigen Entscheidungen treffen könnte, aber Moore wächst an der Seite des erfahrenen Polizisten.

Die „Revolutionären Streitkräfte des Volkes“ veröffentlichen eine Forderung von einer Million Dollar, andernfalls wollen sie Sprengstoffanschläge in der Stadt verüben. Durch den Leichnam einer Angehörigen der Gruppe, einer ehemaligen Prostituierten, die bei der Schießerei in der „Pacific Overseas Shipping“ ums Leben kam, stoßen Callahan und Moore auf ein Bordell, in dem Wanda, eine andere ehemalige Prostituierte, gearbeitet hat, die auch der Gruppe angehören soll. Als die gesuchte Ex-Prostituierte plötzlich in der Kirche auftaucht und Harry umbringen will, rettet ihm Kate das Leben.

Die „Revolutionären Streitkräfte des Volkes“ erhöhen ihre Lösegeldforderung auf fünf Millionen Dollar. Zur Bekräftigung ihrer Forderungen schlagen die Terroristen erneut zu und entführen den Bürgermeister der Stadt …

Was zu sagen wäre

Ein Dinosaurier auf Rückzugsgefecht. Der Kampf für die Emanzipation, die dieser Film natürlich durch die prominente Hervorhebung des Themas forcieren möchte, führt dieser Film, indem das alte Schlachtross, der „Neandertaler“ im Polizeidienst, eine Frau als Partner bekommt, die er nach Herzenslust anknurren und schubsen kann – bis er merkt, dass die Frau ja doch was auf dem Kasten hat.

Eastwood erlaubt seiner erfolgreichen Kinofigur jetzt sogar das ein oder andere Augenzwinkern und nimmt sich in diesen, äh … Frauendingen nicht mehr so furchtbar ernst – also ein weiblicher Inspector darf schon sein, auch ein paar Erfolge vorweisen; wenn sie sich nur vorher ordnungsgemäß weiblich, also dumm angestellt hat und Harry den Final Shot behält. Die Kollegin ist mit Rock, Blouson und Stifeln mit Absätzen aber auch wirklich unpassend gekleidet für ihre Einsätze mit Verfolgungsjagd. Verfolgt, und zwar im Laufschritt, wird viel in diesem Film, weil die Geschichte ohne diese Elemente, mit denen man ja wegen Rempel-, Stolper-, Treppauf-, Treppab- und vors-Auto-lauf-Szenen so wunderbar viel Zeit schinden kann, auf Actionfilm-untaugliche 80 Minuten schrumpfen würde.

Ironie bei Inspector Callahans Machoallüren ist das einzig Neue an diesem zweiten Harry-Aufguss. Aber das ist ja, besieht man sich Eastwoods bisheriges Werk mit weiblichem Auge, nicht gerade wenig. Als Ausgleich fällt ihm auch noch nicht mal eine asiatische Nachbarin oder eine hübsche Thekenbekanntschaft ins Bett – erste Ausläufer der Emanzipation haben das Harry-Callahan-Universum erreicht, das ist sogar noch was Neues.

Ansonsten aber ist Harry, was Law & Order angeht, ganz der Alte; genau wie die Gangster, die zwar jetzt Bazookas haben, aber immer noch dauernd daneben schießen – während Harry immer trifft (sogar, wenn seine Magnum deutlich sichtbar woanders hinzielt).

Wertung: 2 von 8 D-Mark