Kinoplakat: Identität
Rätselhafter Thrill
in strömendem Regen
Titel Identität
(Identity)
Drehbuch Michael Cooney
Regie James Mangold, USA 2003
Darsteller John Cusack, Ray Liotta, Amanda Peet, John Hawkes, Alfred Molina, Clea DuVall, John C. McGinley, William Lee Scott, Jake Busey u.a.
Genre Thriller, Mystery
Filmlänge 90 Minuten
Deutschlandstart
18. September 2003
Inhalt

Ein Scheißwetter. Es regnet in Strömen. So viel Wasser kommt von oben, dass es durch die morschen Ritzen zu tropfen scheint, die Neon-Leuchten brizzeln, das Motel ächzt und beherbergt zehn Gäste, die eines gemein haben: Sie kommen nicht weg … Telefonleitung gekappt, Handy-Akku leer, die Straßen überspült. Sie haben noch was gemeinsam: Sie sterben. Einer nach dem anderen. Wohl, weil sie noch etwas drittes gemein haben. Nur was? Aber bis die Frage auf kommt, sind die ersten schon tot. Da noch scheinbar wahllos.

Dabei war das Motel eben noch leer. Dann kam der Mann mit kleinem Stiefsohn und seiner blutenden Ehefrau auf dem Arm zur Tür rein. Dahinter der Chauffeur, der die Frau überfahren hat und im Fond ein verzicktes Filmsternchen sitzen hat. Auch die Nutte saß zwischen den Wassermassen fest, ebenso wie das Pärchen, dass gerade in Las Vegas geheiratet hat und von dem sich jeder fragt, warum eigentlich. Der Cop mit seinem angeketteten Serienkiller steckt ebenso fest.

Das Motel entpuppt sich als Falle – und für einige von ihnen als Grabstätte. Als ein grausamer Countdown einsetzt, bei dem einer nach dem anderen zu Tode zu kommen droht, macht sich Angst breit … und mit ihr eine Erkenntnis: Wollen sie überleben, müssen sie das große Geheimnis lösen, das sie in dieser Nacht des Sterbens zusammengebracht hat …

Was zu sagen wäre

Es sind dann immer die kleinen Filme, die besonders gut sind. Der größte Spezialeffekt hier scheint die gigantische Regenanlage gewesen zu sein, die ununterbrochen Wassermassen durchs Bild peitscht. Der Rest sind großartige Schauspieler, ein verblüffend einfacher Plot, der mit einer schönen Volte aufgelöst wird, die, schaut man sich den Film ein zweites Mal an, ordentlich aufgebaut wird – vor allem mit Szenen, die beim ersten Mal ein enttäuschtes „Häh ..?” provozieren.

Die Filmzeitschrift CINEMA hat den Clou zwei Monate nach Filmstart in einer Antwort auf einen Leserbrief verraten – einerseits ist das gemein, andererseits frage ich mich natürlich, was nicht zu verstehen war. Aber na gut …

In einem Film, in dem schnell alle (Überlebenden) verdächtig sein müssen, hat John Cusack (Weil es Dich gibt – 2001; „America's Sweethearts” – 2001; High Fidelity – 2000) die überraschendste Rolle. Häufig auf die Rolle des charmanten Fast-Losers abonniert, spielt er hier den toughen Ex-Polizisten, der vor den dunklen Seiten seines Berufs geflohen ist, aber vom erlernten Handwerk nicht lassen kann. Ray Liotta (Hannibal – 2001; Cop Land – 1997; Unforgettable – 1996) muss nur auftauchen und ist verdächtig. Er ist also eher eine Enttäuschung, weil er ist, wie er immer ist. Amanda Peet (Spurwechsel – 2002) als Nutte Paris schafft den Durchbruch in die B-Liga Hollywoods und ist jetzt wohl öfter zu sehen. Gleich wieder in „Was das Herz begehrt” als Diane Keatons Tochter neben Jack Nicholson.

Der Film dauert kaum 90 Minuten; das heißt, er ist dicht, verliert keine Zeit, kommt schnell zur Sache und … er gibt dem 10-kleine-Negerlein-Prinzip keine Zeit, langweilig zu werden.

Wertung: 6 von 6 €uro