Kinoplakat: Ich – Einfach unverbesserlich 2
Extrem süß und
unglaublich lustig
Titel Ich – Einfach unverbesserlich 2
(Despicable Me 2)
Drehbuch Cinco Paul + Ken Daurio
Regie Pierre Coffin & Chris Renaud, USA 2013
Stimmen

Steve Carell, Oliver Rohrbeck, Kristen Wiig, Martina Hill, Miranda Cosgrove, Marie Christin Morgenstern, Dana Gaier, Zalina Sanchez, Elsie Fisher, Sarah Kunze, Steve Coogan, Thomas Danneberg, Russell Brand, Peter Groeger, Benjamin Bratt, Erich Räuker, Moises Arias, Sebastian Kluckert, Nasim Pedrad, Marion Musiol, Kristen Schaal, Sonya Kraus, Ken Jeong, Axel Malzacher u.a.

Genre Animation
Filmlänge 98 Minuten
Deutschlandstart
4. Juli 2013
Inhalt

In der Arktis wird ein geheimes Forschungslabor geklaut. In einem Stück. einfach so. Ein gigantisches Flugobjekt in Form eines Magneten hat es angezogen und weg gebracht. Die Anti-Verbrecher-Liga (AVL) ist alarmiert, kann sich aber keinen Reim auf die Hinterleute des Diebstahls machen. Sie wenden sich an den einzigen Mann auf der Welt, der sich mit gigantisch großer Großschurkerei auskennt: Gru – ehemals Größter Schurke der Welt, der, seit er die drei Mädchen Margo, Edith und Agnes adoptiert hat, dem Leben zahmer gegenüber tritt. In seinen unterirdischen Laboren experimentiert er jetzt für neue Marmeladensorten – etwas zum Leidwesen seines großschurkischen Chemikers Dr. Nefario; der denn auch irgendwann die süßen Faxen dicke hat und zu einem neuen Großschurken wechselt.

Die AVL stellt Gru Agentin Lucy Wilde zur Seite. Gemeinsam verfolgen sie eine heiße Spur in einer gigantischen Shopping Mall, in der sie als Tarnung einen Cupcke-Laden führen. Schon bald hält Gru den Restaurantbesitzer Eduardo für den Dieb, da dieser dem ehemaligen Schurken El Macho zum Verwechseln ähnlich sieht. Dieser soll allerdings seit Jahren tot sein. Das ist rätselhaft. Ärgerlich allerdings ist, dass sich Margo, Grus Älteste in Antonio verguckt, der ihr schöne Augen macht. Antonio ist der Sohn Eduardos, der sich als harmlos freundlicher Pizzabäcker entpuppt.

Teaserplakat: Ich – Einfach unverbesserlich 2Aber zu diesem Zeitpunkt haben Gru und Lucy White auch noch nicht die geheimen Gewölbe des Pizzabäckers entdeckt, in denen der die Machtübernahme der Welt plant. Gru hält es wirklich nicht für angemessen, dass Margo weiterhin mit Antonio flirtet …

Was zu sagen wäre

Quitschbunt. Als hätten sie den gesamten ersten Teil (2010) hauptsächlich dazu benötigt, in die Pötte zu kommen. In „Despicable Me 2” geht es endlich richtig los. Ein Riesenspaß; und mehr Minions. In dem es trotz angedrohter Weltverschwörungspläne die meiste Zeit um neue Rezepte für Marmelade und um Salsa-Saucen geht. Sehr süß. Sehr gutschi-gutschi. Sehr nummernrevueig.

Und weil diesmal – neben feurigem mexikanischem Temperament – die Liebe eine wichtige Rolle spielt, kommt auch der emotionale Faktor nicht zu kurz. Aber er nimmt eben nicht so viel Raum bis zur Moralinsäure ein, wie in Teil 1. Da stand die Gutmenschwerdung des Bösmenschen, ausgelöst durch drei niedliche Girlies, im Mittelpunkt und verdrängte den anarchischen Charakter der Gru-Figur. Hier ist das genau umgekehrt: Gag reiht sich an Gag und eher nebenbei verliebt sich Gru, was aber ohne Umschweife geradeheraus erzählt wird – wahrlich mehr sorgen machen dürfen wir uns um das Leben der Minions, die von der Peripherie weiter ins Zentrum der Despicable-Me-Welt gerückt sind. Den kleinen gelben Helferlein wird diesmal übel mitgespielt; aber sie bleiben tapfer und lachen fröhlich.

Die Erzähler und Trickser müssen das Zeuch, das sie offenbar geraucht haben, bei Pixar geklaut haben – das würde den qualitativen Abfall bei Pixar erklären und die Gagdichte bei diesem Film hier. Am vorliegenden Film kann man gut erkennen, wie sich das Trickfilmgenre von Disney emanzipiert. Wird es dort seit Mitte der Nuller Jahre immer mehr Du-muss-nur-an-Dich-glauben-und-Deinen-Freunden-helfen-moralisch, wächst bei der Konkurrenz die Anarchie. Erzählt werden einfache Geschichten nach Baukastenprinzip – und dann werden so lange Gags hinein kreiert, bis endgültig kein Platz mehr ist. Starkes Zeuch, was die Jungs da rauchen.

Wertung: 6 von 7 €uro