Plakatmotiv: Mein Freund Harvey
Große Komödie über die unwiderstehliche
Verführung durch die Freundlichkeit
Titel Mein Freund Harvey
(Harvey)
Drehbuch Mary Chase + Oscar Brodney
nach dem mit dem Pulitzer Preis ausgezeichneten, gleichnamigen Bühnenstück
Regie Henry Koster, USA 1950
Darsteller James Stewart, Josephine Hull, Peggy Dow, Grayce Mills, Nana Bryant, Charles Drake, William H. Lynn, Victoria Horne, Jesse White, Cecil Kellaway, Clem Bevans, Gino Corrado, Wallace Ford, Jack Curtis u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 104 Minuten
Deutschlandstart
3. August 1951
Inhalt

Elwood P. Dowd ist ein liebenswert-schrulliger und zu allen unerschütterlich freundlicher Mann mittleren Alters. Sein bester Freund ist seit einigen Jahren ein Puka in Gestalt eines 2,10 Meter großen Hasens namens Harvey, mit welchem er stundenlang durch die Stadt zieht und in seiner Lieblingskneipe „Charley's Bar“ fremde Leute zu einem Glas mit sich und Harvey einlädt. Das Problem ist allerdings, dass, auch wenn der Wirt und die anderen Gäste Harveys Existenz akzeptieren, Harvey für alle Menschen außer Elwood unsichtbar ist. Daher gestaltet sich das Zusammenleben mit Elwood und seinem Hasen für Elwoods Schwester Veta und ihre Tochter Myrtle oft schwierig.

Seiner Schwester Veta Louise ist Harvey ein Dorn im Auge, zumal sie befürchtet, dass Elwoods Besessenheit sämtliche Bemühungen, ihre Tochter zu verheiraten, vereiteln könnte. Als Veta Louise jedoch beschließt, Elwood kurzerhand in ein Sanatorium zu stecken, wird sie aufgrund einer Verwechselung selbst dort eingewiesen. Elwood weiß nichts von den Entscheidungen und Intrigen der weiteren Figuren, dennoch kann er seiner drohenden Rückkehr ins Sanatorium immer wieder mit seiner Freundlichkeit entkommen …

Was zu sagen wäre

Menschen, die aus diesem Sanatorium kommen, warnt der Taxifahrer, benehmen sich wie normale Menschen. Sie schimpfen über meine fahrweise, wissen immer alles besser und sie geben kein Trinkgeld. Da kommt veta dann doch ins grübeln.

„Mein Freund Harvey“ ist der Lobgesang auf die Freundlichkeit. Elwood ist zu Jedermann und -frau freundlich. „Meine Mutter hat immer gesagt, Elwood, sagte sie, Du kannst entweder sehr klug sein. Oder sehr freundlich. Nun, lange war ich klug. Dann habe ich mich anders entschieden.“ Nichts kann diesen Elwood erschüttern, der jedem seine Karte in die Hand drückt und zum Abendessen „morgen Abend“ einlädt. Die meisten Menschen sind dann immer sehr angetan. Bis Elwood ihnen Harvey vorstellt, seinen Freund, den 2,10 Meter großen Hasen. Dann sagen die menschen wieder ab; und verstehen, dass Elwoods Schwester ihn einweisen wollen ins Sanatorium. Da glaubt sie noch, ihr Bruder sei verrückt. Er würde ihr ihr gesellschaftliches Leben zerstören, ein Leben, das von menschen geprägt ist, die falsch sind, rechthaberisch, eitel, bösartig,intrigant.

Elwood findet das gut, dass seine Schwester ihn so ganz anders sieht, das zeige, sagt er, dass jeder an einer ernsthaften Auseinandersetzung interessiert sei. Das sei gut. Für James Stewart ist dieser Elwood P. Dowd eine Traumrolle. Der freundliche, all american Neighbour mit dem unsichtbaren Hasen; Stewart ringt dieser Figur so viele Facetten ab, dass es eine Freude ist, ihm zuzuschauen, selbst wenn die Menschen um ihn herum in ganz unschöne Hektik verfallen und ständig neurotisch herumkeifen und -schubsen. Stewarts Art, mit dem nicht vorhandenen Hasen zusammenzuspielen, wirkt ganz ungekünstelt, sieht völlig natürlich aus, gerade so, als hätte ein Schauspieler diesen Harvey gespielt, der anschließend aus dem Film getrickst worden istz.

Stewart hatte Zeit zum Üben. Als das Stück „Harvey“ am Broadway aufgeführt wurde, war er die Urlaubsvertretung für Frank Fay, der Elwood noralerweise spielte. Josephine Hull soielte die Veta ebenfalls schon in der Broadwayversion, so  wie Jesse White den hektischen Pfleger Wilson. Universal Pictures sicherte sich die Filmrechte an dem am Broadway sehr erfolgreich laufenden Stück im Juni 1947 für (die damalige Rekordsumme) eine Million US-Dollar. Zudem durfte die Verfilmung erst in die Kinos nach der Einstellung des Stückes am Broadway.

Das Drehbuch übernahm große Teile des Bühnenstückes, nur Details wurden geändert: So ist Harveys Größe im Originalstück 1,91 Meter, sodass die meisten Schauspieler zu ihm hochblicken mussten. Weil Stewart aber selbst mit 1,91 Meter sehr groß war, wurde Harveys Größe im Film auf über zwei Meter (in der deutschen Version sogar auf 2,10 Meter) vergrößert. Nach dem Erfolg des Filmes fragten viele Leute Stewart auf der Straße, wo denn Harvey sei. Dieser antwortete stets, dass Harvey eine Erkältung habe und sich entschieden habe, zu Hause zu bleiben – ebenso selbstverständlich freundlich wie Elwod P. Dowd.

Ein wahrhaftiges Feel Good Movie.

Wertung: 5 von 6 D-Mark