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Kinoplakat: Heat
Große Action, große Bilder,
große Schauspieler, großes Kino
Titel Heat
(Heat)
Drehbuch Michael Mann
Regie Michael Mann, USA 1995
Darsteller Al Pacino, Robert De Niro, Val Kilmer, Jon Voight, Tom Sizemore, Diane Venora, Amy Brenneman, Ashley Judd, Mykelti Williamson, Wes Studi, Ted Levine, Dennis Haysbert, William Fichtner, Natalie Portman, Tom Noonan u.a.
Genre Thriller, Crime
Filmlänge 170 Minuten
Deutschlandstart
29. Februar 1996
Inhalt

„Lass nichts an Dich ran, was Du nicht problemlos in 30 Sekunden zurücklassen kannst, wenn Du merkst, der Boden wird zu heiß …”

McCauley und seine Gang sind Profis in Sachen Raubüberfall. Regelmäßig sind Geldtransporte oder Banken Opfer der minutiös geplanten Aktionen. Aber jetzt ist was schief gegangen.

Ein neues Mitglied der Gang ist ausgeflippt. Die Folge: drei tote Wachleute. Jetzt schaltet sich Supercop Hanna ein, ein 150%iger Profi, dessen dritte Ehe unter Hannas Arbeitseifer gerade in die Brüche geht.

Hanna zieht seine Kreise um McCauleys Gang immer enger, dennoch plant MacCauley noch einen letzten Coup in einer Bank. Die Folge ist eine wilde Schießerei an der Fox-Plaza …

Was zu sagen wäre

Michael Mann hat mit seiner TV-Serie „Miami Vice“ das Genre der Cop-Serien im Fernsehen revolutioniert. Mit „Heat“ setzt er Maßstäbe im Cop-Thriller. Ein Film im sonnigen Kalifornien, der fröstelt – in dieser Intensität nur von William Friedkins Leben und Sterben in L.A. (1985) erreicht. Manns Film ist bevölkert von kalt rechnenden Profis, die sich lediglich durch die Badge unterscheiden – der eine ist halt Cop, geht aber genauso skrupellos vor, wie der andere, der Gangster ist mit moralischem Anspruch.

Ab und zu schleicht sich Wärme in den Film, der nebenher auch zwei Liebesgeschichten erzählt. Auch deren mutmaßliche Wärme schafft es aber nicht, die in sie verwickelten Menschen aufzuheizen – die einzigen beiden echten Hitzköpfe im Team sind die, die für das Scheitern der minutiös geplanten Coups verantwortlich sind. Michael Manns heißkalte Großstadt hat was hyperrealistisches mit ihren Glasbauten, Tanklastzügen und mehrspurigen Boulevards. Kameramann Dante Spinotti liefert großartige Arbeit.

Schließlich kommt es zum letzten großen Bankraub – nach dem sich die Gangster zur Ruhe setzen wollen. Mann baut die Sequenz ganz unspektakulär auf, schneidet ins Polizeirevier, zurück zum Bankraub, dann mal wieder ins Revier. Unterlegt sind die einzelnen Szenen durchgängig mit einem treibenden Synthesizer, der sich erst verspätet in den Gehörgang dreht, aber einen Zusammenhalt der zunächst individuellen, für sich allein funktionierenden Szenen herstellt. Mann zieht das Tempo dieser langen Sequenz erst an, als Polizisten und Gangster auf der Fox-Plaza in Los Angeles (vor dem Gebäude der 20th Century Fox, in dem Stirb Langsam gedreht wurde) aufeinandertreffen. Und dann entlädt sich die Spannung in einer der spektakulärsten Actionszenen der jüngeren Zeit – die Schießerei quer über die Straße im fließenden Verkehr mit automatischen Waffen hatte das Kino in solchen intensiven, glasklaren Bildern noch nicht gesehen. Grandioses Kino.

Zum Start des Films lag das Hauptaugenmerk auf dem von der Werbung fleißig getriggerten „erste Aufeinandertreffen der Stars Al Pacino (Der Duft der Frauen – 1992; „Carlito's Way“ – 1993; „Glengarry Glen Ross“ – 1992; Dick Tracy – 1990; Sea of Love – 1989; Scarface – 1983; Hundstage – 1975; Der Pate – 1972) und Robert De Niro (Casino – 1995; Mary Shelley's Frankenstein – 1994; Kap der Angst – 1991; Backdraft – Männer, die durchs Feuer gehen – 1991; GoodFellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia – 1990; „Midnight Run – 5 Tage bis Mitternacht“ – 1988; Die Unbestechlichen – 1987; Angel Heart – 1987; Mission – 1986; Brazil – 1985; Es war einmal in Amerika – 1984; Der letzte Tycoon – 1976; Taxi Driver – 1976; Der Pate II – 1974). Das ist interessant, den beiden im Diner beim verbalen Duell zuzusehen, aber spannender ist beider Showdown am nächtlichen Flughafen von Los Angeles, wo sie sich verfolgen, aber erst wieder gemeinsam im Bild sind, als der eine von beiden tot ist.

Wertung: 10 von 10 D-Mark
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