Kinoplakat: Happy New Year
Romantische Geschichtlein, die ein
bisschen Pfeffer nötig hätten
Titel Happy New Year
(New Year's Eve)
Drehbuch Katherine Fugate
Regie Garry Marshall, USA 2011
Darsteller Michelle Pfeiffer, Zac Efron, Charlotte Marshall-Fricker, Fiona Choi, Mary Marguerite Keane, Sarah Jessica Parker, Michael Mandell, Patrick Reale, Robert De Niro, Halle Berry, Cary Elwes, Alyssa Milano, Common, Barbara Marshall, Jessica Biel, Seth Meyers, Til Schweiger u.a.
Genre Romanze
Filmlänge 118 Minuten
Deutschlandstart
8. Dezember 2011
Inhalt

Wir schreiben den 31. Dezember des Jahres 2011. Alle Welt bereitet sich auf den großen Abend vor: Silvester. Die einen suchn ihr Heil in der Flucht, die anderen die richtige Party, den richtigen Anzug, den Bus oder die richtigen Worte.

Und alle träumen – irgendwie und so oder so – von der Liebe:

  • Claire organisiert den alljährlichen Balldrop am Times Square, der den Countdown zum Jahreswechsel einleiten soll. Nichts darf schief gehen. Aber dann versagt die Technik und nur der langjährige Chef-Techniker Kominsky kann es richten. Aber den hat Claire erst kürzlich gefeuert.
  • Auf der Silvesterfeier eines Plattenlabels, die durch die Köchin Laura ausgerichtet wird, tritt auch der erfolgreiche Sänger Jensen auf. Laura war früher mit Jensen verlobt, aber dieser hatte Zweifel an der Verbindung und verließ sie vor der Hochzeit.
  • Ingrid, eine schüchterne Angestellte dieser Plattenfirma versucht, endlich ihre guten Vorsätze in die Tat umzusetzen. Dabei soll ihr der junge Fahrradkurier Paul helfen, dem sie im Gegenzug Eintrittskarten für die angesagte Silvesterfeier des Labels verspricht.
  • Derweil liegt Stan Harris in einem Krankenhaus in der Nähe des Times Square im Sterben und äußert seinen letzten Wunsch. Er möchte auf dem Dach des Krankenhauses den Balldrop sehen und so ein letztes mal den Jahreswechsel am Times Square mit erleben. Die Krankenschwester Aimee steht ihm während ihrer Nachtschicht bei.
  • Der Silvester-Muffel Randy bleibt mit der Background-Sängerin Elise im Fahrstuhl stecken, weswegen sie ihren Auftritt bei Jensen verpassen könnte.
  • Familie Schwab und Familie Byrne liefern sich auf der Entbindungsstation ein Wettrennen um die erste Geburt des Jahres, die mit 25.000 Dollar belohnt werden soll.
  • Kim versucht ihre Tochter Hailey zu finden. Hailey hatte gegen den Willen ihrer Mutter am Silvesterabend die Wohnung verlassen, um ihrem Schwarm Seth den ersten Kuss des neuen Jahres zu geben.
  • Sam muss eine Rede auf der Feier halten und bleibt auf dem Weg dahin mit den Auto liegen. Da an Silvester alle Werkstätten geschlossen haben, befürchtet er, nicht mehr rechtzeitig dort einzutreffen. Die Familie eines Abschleppunternehmers hilft ihm dabei, nach New York zu kommen. Sam möchte dort eine geheimnisvolle Schönheit vom letzten Silvesterabend wiedertreffen …
Was zu sagen wäre

Kinoplakat (US): New Year's EveDieser Film war ursprünglich als eine Art Fortsetzung der episodischen Romantic Comedy Valentinstag (2007) gedacht. Aber weil auch den Autoren und Produzenten auffiel, dass man Romanzen nur schwer fortsetzen kann, hat man was ganz Neues gedreht, mit vielen der alten Schauspieler in neuen Rollen und – nochmal romantische Episoden ineinander verschachtelt. Was passieren wird, ahnt man also. Die Struktur ist der von Valentinstag ähnlich. Und mit dem Filmtitel ist auch klar: Um Mitternacht sind alle glücklich, oder aber Hollywoodmäßig melancholisch. Das alles ist klar, also setzen die Macher auf Momente.

Garry Marshall („Eine Liebe auf Umwegen” – 2004; Plötzlich Prinzessin! – 2001; Die Braut, die sich nicht traut – 1999; „Hilfe, ich komm' in den Himmel“ – 1996; „Frankie und Johnny“ – 1991; Pretty Woman – 1990; „Freundinnen“ – 1988; „Overboard – Ein Goldfisch fällt ins Wasser“ – 1987; Nothing in Common – 1986) hat genug Sitcoms gedreht, um zu wissen, wie man solche Momente baut, wie man Pointen setzt.

Der erste Magic Moment ist gleich mal Michelle Pfeiffer (Schatten der Wahrheit – 2000; Tage wie dieser – 1996) in ihrer Paraderolle als vibrierend-hektische ältliche Jungfer. Sie ist großartig. Und natürlich wunderschön in ihrer Hilflosigkeit und der verbissenen Ahnung, dass sie sich … bewegen muss.

Zac Efron als unbeugsam optimistischer Positivist, der dauernd neue Lösungen kreeirt, ist so ein Moment.

Die Höhenangst von Hillary Swank oben an der von ihr verantworteten Kugel und wie alle deshalb NICHT lachen sondern freundlich und hilfsbereit sind, ist einer.

Robert DeNiro („Inside Hollywood“ – 2008; 15 Minuten Ruhm – 2001; Makellos – 1999; Reine Nervensache – 1999; Ronin – 1998; Wag the Dog – 1997; Cop Land – 1997; Heat – 1995; Casino – 1995; Mary Shelleys Frankenstein – 1994; Kap der Angst – 1991) als Ich-bin-ein-Arsch-Ich-war-mein-ganzes-Leben-lang-ein-Arsch-Krebspatient im Zusammenspiel mit Halle Berry (X-Men 2 – 2003; James Bond 007 – Stirb an einem anderen Tag – 2002; Monster's Ball – 2001) ist einer.

Hector Elizondo als Kominsky ist einer. Und dass er eine so – in der Handlung zwar entscheidende – im Cast aber so nebensächliche Rolle hat … macht ein bisschen melancholisch. Elizoindo gehört zum festen Cast aller Garry-Marshall-Filme – unvergessen sein Hotelmanager in Garry Marshalls „Pretty Woman” – und ich habe mich unwillkürlich gefragt, ob er vielleicht schwer krank ist, weil die Rolle so klein ist.

Und dann dämmert es, 18.00 Uhr, die Musik setzt ein und Zuschauer, die bis dahin noch nicht richtig sitzen, können auch heimgehen. Die anderen lehnen sich zurück und bekommen das DeLuxe-Menue mit kleinen Überraschungen, das sie erwartet und bezahlt haben. Außer, dass Valentine‘s Day doch einen entscheidenden Dreh schöner war.

Wertung: 5 von 7 €uro