DVD-Cover: Grow Up!? – Erwachsen werd‘ ich später
Vielversprechender Ansatz,
unspektakulär umgesetzt.
Titel Grow Up!? – Erwachsen werd' ich später
(Laggies)
Drehbuch Andrea Seigel
Regie Lynn Shelton, USA 2014
Darsteller Keira Knightley, Chloë Grace Moretz, Sam Rockwell, Rocki DuCharme, Lynne Wright, Larissa Schmitz, Phillip Abraham, Ellie Kemper, Maura Lindsay, Sara Coates, Kirsten deLohr Helland, Mark Webber, Eric Riedmann, Louis Hobson, Jeff Garlin, Jodi Thelen, Basil Harris u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 99 Minuten
Deutschlandstart
26. Juni 2015 (DVD-Premiere)
Inhalt

Megan ist 28 Jahre alt, hat keinen Job, keine Ahnung, was sie mit ihrer Zukunft anfangen soll, und hängt immer noch mit ihren Freunden aus der Highschool rum. Dabei stünden ihr mit ihrem Uni-Abschluss alle Türen offen.

Sie lebt mit ihrem Freund Anthony zusammen, ist aber total entsetzt, als er ihr auf einem Klassentreffen nach zehn Jahren Beziehung einen Heiratsantrag macht. Sie ist sogar so fassungslos, dass sie erstmal für eine Woche verschwindet und bei der 16-jährigen Annika untertaucht. Die hatte sie kurz zuvor kennengelernt, als die Minderjährige sie gebeten hat, ein paar Bier für sie zu kaufen.

Annikas alleinstehender und gutaussehender Vater Craig fragt sich natürlich, wer da so plötzlich bei seiner Tochter eingezogen ist …

Was zu sagen wäre

Die Geschichte klingt vielversprechend: Eine Variation des Coming-of-Age-Motivs, ohne, dass die juvenile Hauptfigur am anderen Morgen im Körper einer Erwachsenen aufwacht. Hier merkt eine – mehr oder weniger – Erwachsene, dass sie wohl irgendwie noch nicht so richtig im Leben steht. Und das fällt ihr auf, als sie zwischen eine Pubertierende und deren Vater gerät.

Wunderbar besetzt klang das nach einem schönen Filmabend. Das wurde er leider nicht. Der Film ist lediglich ganz nett, tändelt ähnlich ziellos um sein Sujet, wie Megan um ihr wahres Alter. Es werden allerlei Schlüsselmomente inszeniert, Fragen aufgeworfen, die dann, sofern überhaupt, en passant beantwortet werden und dann geht‘s schon wieder weiter im Text und irgendwann ist Abspann.

Zum großen Turning Point haben sich die Filmemacherinnen die plötzlich vom Himmel fallende Liebesgeschichte der pubertär gebliebenen Keira Knightley und dem 19 Jahre älteren Sam Rockwell erkoren; aber die beiden passen gar nicht zueinander. Da funkt es nicht. An einem Abend haben sie sich in einer Bar ein bisschen Wein eingeflöst, sind fortan verliebt und als große Fragen bleiben, a: Wird sie ihren Dauerfreund verlassen, der ihr einen Antrag gemacht hat? und, b: Wird sie erwachsen? Und Frage b. beantwortet sich bei Filmen dieser Art ohnehin schon im Voraus.

Keira Knightley gibt ihr Bestes, fügt ihren KeiraKnightleyesken (Jack Ryan: Shadow Recruit – 2014; Can a Song Save Your Life? – 2013; „Anna Karenina“ – 2012; London Boulevard – 2010) ein paar neue Facetten hinzu. Sam Rockwell („iLove: geloggt, geliked, geliebt“ – 2013; „7 Psychos“ – 2012; Cowboys & Aliens – 2011; Betty Anne Waters – 2010; Iron Man 2 – 2010; Moon – 2009) als einsamer, geschiedener Scheidungsanwalt leidet unter dem – für Männerfiguren – seelenlosen Script (Autorin Andrea Seigel fällt für die wichtigen Männerrollen im Script einfach nichts ein außer müden Klischees – sarkastischer Anwalt der eine, unernster Photograph der andere), ist aber sonst ein Hingucker. Wieder wunderbar ist auch Chloë Grace Moretz als pubertierendes Scheidungskind mit Mutterkomplex. Die 17-Jährige (Carrie– 2013; Dark Shadows – 2012; Hugo Cabret – 2011; Let Me In – 2010; Kick-Ass – 2010) gewinnt ihrer Figur ein paar hübsche Gesichter ab.

Operation gelungen, Patient verschieden, sagte man früher mal zu solchen Fällen. Er ist nett anzusehen und schnell wieder vergessen.

Wertung: 3 von 8 €uro