Buchcover: William Goldman – Wer hat hier gelogen? - Neues aus dem Hollywood Geschäft
Goldmans Buch widerlegt die These,
Fortsetzungen seien nur Abklatsch
Titel Wer hat hier gelogen? – Neues aus dem Hollywood Geschäft
(Which lie did I tell?)
Autor William Goldman, USA 2000
aus dem Amerikanischen von Cécile G. Lecaux
Verlag Bastei Lübbe
Ausgabe Taschenbuch, 525 Seiten
Genre Dokumentation
Inhalt

Die Fortsetzung von Das Hollywood-Geschäft (1983) widerlegt die These, Filme seien selten so gut wie das Original. Mit bekannter Schärfe, viel Humor und den Erfahrungen seiner 40-jährigen Karriere kommentiert William Goldman das Hollywood-Business der letzten 15 Jahre.

Da war er nicht sonderlich erfolgreich, aber wer erwartet, Goldman gebe larmoyant den Anderen die Schuld, täuscht sich. Statt dessen zuckt er mit den Schultern, erzählt von der 7-jährigen Flaute nach seinen zwei Oscars (für das Script zu Butch Cassidy … – 1969 – und zu All the President's Men – 1976) und warum es für Misserfolge manchmal keine konkreten Gründe gibt. Goldman vertieft seine Beobachtungen der Zusammenarbeit mit Stars, Produzenten, Verleihern und den anderen eigensinnigen Vertretern dieser seltsamen Hollywood-Zunft.

Und dann geht es um das Schreiben. Er analysiert Schlüsselszenen erfolgreicher Kinofilme wie Verrückt nach Mary (1998), Harry und Sally (1989), „Der unsichtbare Dritte“ (1959), „Fargo“ (1996) und „Chinatown“ (1974) und erklärt daran, wie man mit einer Dialogzeile den Nerv der Zuschauer trifft. Am Ende stellt er ein eigenes Drehbuch zur Diskussion, erklärt daran, was geht und was eher nicht und lässt dann Hollywood-Kollegen über diesen Entwurf „herfallen“ …

Was zu sagen wäre
Wer hat hier gelogen? – Neues aus dem Hollywood Geschäft

Sensationell. Witzig geschrieben. Komische Anekdoten über das fragwürdige Verhalten großaufnahmengeiler Stars und den Rest der Clique. Wer sich ernsthaft mit dem Gedanken trägt, mal selbst ein Buch zu schreiben, ist hier gut bedient, ebenso wie mit dem Vorgänger, das allerdings das Hollywood von vor 1983 beschreibt – als es noch keinen Terminator oder James Cameron mit weltberühmtem Namen gab.

William Goldman schrieb unter anderen die Bücher zu Butch Cassidy and the Sundance Kid (1969), All the President's men – Die Unbestechlichen (1976), „A bridge too far – Die Brücke von Arnheim“ (1977), „Der Marathon Mann“ (1976) und „Die Braut des Prinzen“ (1987). Zu letzterem schrieb er auch die Romanvorlage.