Kinoplakat: Godzilla against MechaGodzilla

Ein Monster in der Identitätskrise
Eine Frau kämpft gegen Japans Machismo

Titel Godzilla against MechaGodzilla
(Gojira tai Mekagojira)
Drehbuch Wataru Mimura
Regie Masaaki Tezuka, Japan 2002
Darsteller

Yumiko Shaku, Shin Takuma, Kana Onodera, Kô Takasugi, Yûsuke Tomoi, Jun'ichi Mizuno, Akira Nakao, Kumi Mizuno, Takeo Nakahara, Yoshikazu Kanou u.a.

Genre Monsterfilm
Filmlänge 89 Minuten
Deutschlandstart
15. Mai 2014
Website Godzilla-Wiki
Inhalt

Seit Godzilla 1954 Tokio das erste Mal zerstörte, wurde die Millionenmetropole immer wieder von grausamen Riesenmonstern heimgesucht. Jetzt, Jahrzehnte später, steht Tokio wieder vor dem Angriff eines Nachfahren Godzillas. Ein Taifun hat den Riesen geweckt.

Kinoplakat (jap.): Gojira tai MekagojiraDie Armee setzt Laser-Panzer ein, zu deren Einheit auch die junge Soldatin Akane gehört. Doch ein Angriff auf Godzilla scheitert, weil es regnet und der Regen die Wirkung des Lasers verringert. Bei einer Panikreaktion kommt es zu einem Unfall, in dem Akane ein Armeefahrzeug über einen Hang stößt. Dabei kommen die Insassen ums Leben, als Godzilla den Wagen zerquetscht.

Akane übernimmt die Verantwortung für die Toten und wird ins Archiv versetzt. Währenddessen versucht die Regierung Mittel und Wege zu finden, um Godzilla aufzuhalten. Sie trommelt die besten Wissenschaftler des Landes zusammen, die einen spektakulären Coup landen. Mit Hilfe der DNA des ersten Godzillas (aus dem damals sichergestellten Skelett des Monsters), der einst mit dem Oxygenzerstörer vernichtet worden war und eines spektakulären Stahlgerüsts entwickeln sie ein Gegenstück, das mit modernen High-Tech-Waffen ausgerüstet wurde: den Mechagodzilla.

Monster gegen Maschine: Der finale Kampf könnte beginnen. allerdings gibt es nur einen Piloten, der den Roboter steuern kann und der, bzw. die hat sich ins Archiv versetzen lassen - Akane muss ihre inneren Dämonen überwinden und noch einmal gegen Godzilla antreten …

Was zu sagen wäre

Eine Neuverfilmung des Mechagodzilla-Epos von 1993 und von 1974 (da hieß er „King Kong gegen Godzilla“). Die Toho-Studios werden psychologisch. Godzilla in der Identitätskrise und eine Frau zwischen Mutter-sein-wollen und japanischem Machismo. Monster kommt, macht alles kaputt und geht wieder reicht auch bei Godzilla nicht mehr. Die Menschen, die in den bisherigen Filmen häufig Sprechpuppen glichen, die Vorgekautes aus dem Setzkasten japanischer Mythologie aufsagen mussten, werden in Gefühlen ertränkt. Es sind Gefühle mit grobem Strich, aber erkennbar Gefühle.

Der erste Kampf Monster gegen Maschine geht daneben. Die Maschine lebt durch Godzillas DNA und so ist es dem Monster – ungewollt aber dennoch – ein Leichtes, die Maschine auszuschalten. Wer bin ich? Organismus? Maschine?

Kinoplakat (jap.): Gojira tai MekagojiraGleichzeitig muss die zart gebaute, mangaäugige Akane ihre sanfte Seite überwinden, um ihre inneren Dämonen niederzuringen, mit denen sie seit dem Tod ihrer Kameraden zu kämpfen hat, sie muss der bessere Mann werden, das bessere Monster und gleichzeitig einem kleinen Mädchen, dass sich an seinen Blumentopf klammert, in dem es die Seele seiner Mutter wähnt, eben jene Mutter ersetzen. Das ist ein ordentliches Päckchen, das hier eine Hauptfigur in einem Godzillafilm tragen muss.

Tricktechnisch ist das alles – für Tohos Verhältnisse (die sich konstant weigern, der gängigen Digital-Effekthascherei nachzugeben) auf erfreulichem Niveau. Die Kampfszenen – Godzilla gegen Kiryu (so heißt der Mechagodzilla) – krachen ordentlich, die Modellbauten, die zu Bruch gehen, sehen realistisch aus. Es ist, wie es sich für einen Godzilla gehört. Allerdings fehlt jetzt ihm die Motivation, die die Menschen im Übermaß erhalten. Warum kommt Godzilla? Was will er? Das ist nicht mehr wichtig. Erklärungen dieser Art sind sowas von 90er Jahre.

Wataru Mimura knüpft in seinem Drehbuch frech an den Ursprungs-Godzilla an. Zwar werden die vergangenen Jahrzehnte und die Monsterangriffe nicht negiert, aber im Grunde genommen kehrt das Team zum ersten Godzilla und dessen Skelett zurück.

Ein ordentlicher Vertreter seines Genres, aber kein Hammer.

Wertung: 4 von 6 €uro