Kinoplakat: G.I. Joe – Die Abrechnung
Wie es zu erwarten war:
Spielzeugfiguren in Action
Titel G.I. Joe – Die Abrechnung
(G.I. Joe: Retaliation)
Drehbuch Rhett Reese + Paul Wernick
Regie Jon M. Chu, USA 2013
Darsteller Dwayne Johnson, Jonathan Pryce, Adrianne Palicki, Channing Tatum, Bruce Willis, Byung-hun Lee, Elodie Yung, Ray Stevenson, D.J. Cotrona, Ray Park, Luke Bracey, Walton Goggins, Arnold Vosloo, Joseph Mazzello, Nick Erickson u.a.
Genre Action
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
28. März 2013
Inhalt

Kinoplakat: G.I. Joe – Die AbrechnungDer US-Präsident ist … nicht der US-Präsident. Deshalb ist bald der Ruf sowie die Existenz der bis dato allseits beliebten Elite unter den Elitekämpfertruppen – der „Joes” – dahin.

Aber der Reihe nach: Die Geheimorganisation Cobra hat über den Superschurken Zartan den US-Präsidenten aus dem Spiel genommen, durch einen genetisch gemorphten Doppelgänger ersetzt und beginnt nun, peu à peu, die Welt zu erobern. Den – echten – Präsidenten umbringen kann Cobra nicht, denn der hat noch Geheimwissen, das Cobra braucht. Aber weil der Präsident ein starker Mann ist, perlt Folter an ihm ab.

Gleichzeitig hat Cobra den Ruf der G.I.-Joe-Truppe zerstört und diese bei einem Überfall ausradiert „ bis auf Roadblock, Storm Shadow, Jaye und Mouse. Die zählen eins und eins zusammen und haben Cobras Welteroberungspläne bald durchschaut – ebenso wie den präsidentiellen Doppelgänger.

Die Elite-Kämpfer wenden sich an den einzigen Mann, der jetzt noch helfen kann: General Joe Colton, das Role-Model aller späteren G.I. Joes. Der fühlt sich zwar eigentlich zu alt für den Job, aber was will man machen, wenn das Land in Gefahr ist ..?

Was zu sagen wäre

Endlich mal wieder eine Schurkenvereinigung, die die Welt erobern will. Sowas ist bei James Bond ja schon vor langer Zeit aus der Mode gekommen.

Es gibt eine wunderschöne Kampfszene an den Steilhängen unterhalb eines tibetischen (oder chinesischen oder japanischen, jedenfalls sehr fernöstlichen) Klosters, die wie ein Ballett choreografiert ist mit Lebenden, Toten und Halb-Lebenden.

Kinoplakat – Charakter: Adrianne Palicki ist Jaye in G.I. Joe – Die AbrechnungSchwanzvergleiche im Sandkasten – „Aber Du bist doofer!”

Es gibt, was für die juvenile Zielgruppe ganz wichtig ist, hammermäßig klasse aussehende Frauen und gehärtete Männerbrüste in dunkelbraun und weiß. Es gibt die Lenker der Atomwaffen besitzenden Staaten an einem Tisch, die sich mit ihren Roten Knöpfen aufführen, wie Schwanz vergleichende Jungs im Kindergarten – „Ich war schneller!” „Aber Du bist doofer!” Es gibt zu sehen, wie London in sich zusammenfällt … aber das hat auch schon der Trailer gezeigt und die Szene im Gesamtfilm ist nur unwesentlich länger. Und wie das genau geschieht, bleibt auch unklar. Die Schurken werfen da irgendsowas, was aussieht wie ein Nagel, von einem Satelliten aus auf die Erde und dann … naja, Big Ben knickt wie ein Streichholz. sieht geil aus, ist in seiner One-Shot-Ästhetik aber auch schnell vergessen.

Bruce Willis spielt mit. Der hat zu seiner Hoch-Zeit – nach ersten Erfolgen à la Stirb Langsam – gezeigt, dass er auch ein guter Schauspieler ist, der komplexe Rollen kann. Das heißt: Er hat das gezeigt, aber niemand hat's gesehen, die Kinos blieben leer. Seither spielt er immer den desillusionierten Kämpfer, alt geworden, eigentlich lustlos, dessen Lieblingspose er auch hier wieder zeigt: Er liegt auf dem Rücken und ballert mit einem Automatikgewehr zwischen seinen Beinen hindurch auf einen Haufen Trolle.

Eine Fortsetzung ohne Vorgänger

Channing Tatum („21 Jump Street” – USA 2012; „Für immer Liebe” – USA 2012; Das Leuchten der Stille – USA 2010) hat auch hier wieder keinen Hals und ist nach zwanzig Minuten tot. Die Rolle wurde offenbar nur eingebaut, um eine Fortsetzung behaupten zu können. Es gab ja schon 2009 den G.I.-Joe-Film „Geheimakte Cobra”, der so irre untergegangen ist, dass die Produzenten alles auf Anfang gestellt und noch mal von vorne angefangen haben. Weil man sowas aber ungerne sagt, hat man Channing Tatum kurz wieder als „Duke” besetzt – außerdem mögen Mädchen Channing Tatum und das macht sich an der Kinokasse bemerkbar. Dwayne Johnson („Welcome to the Jungle” – 2003; Die Mumie kehrt zurück – 2001), der mittlerweile auf Kinoplakaten nicht mehr über seinen Catcher-Namen „The Rock” verkauft werden muss, spielt grundsolide und sympathisch wie immer. Was also will man sagen gegen einen Film, der ohnehin schon nur auf einer Spielfigur der Transformers-Filma HASBRO basiert?

Kinoplakat – Charakter: Bruce Willis ist Joe in G.I. Joe – Die Abrechnung

Vielleicht mag man beklagen, dass neben der erwartet sehr übersichtlichen Story aber ein Figurenkabinett eingeführt wird, das dem halbwegs intelligenten Menschen Kopfzerbrechen bereitet, weil der sofort anfängt, all die Kampfnamen, Gut, Böse und Länder und historischen Details, die zum Vorspann gereicht werden, zu speichern, weil sowas erfahrungsgemäß während eines Filmes wichtig wird. Wird es dann aber nicht. Eigentlich ist diese ganze Einleitung Quark. Die verwirrt nur und auseinanderhalten kann diese vielen asiatischen Gesichter aus irgendwelchen Neben-Kampfverbänden irgendwelcher fernöstlichen Klöster ohnehin keiner. Ist aber auch wurst.

Hauptsache familientauglich

Hauptsache, das Ganze ist irgendwie familientauglich sympathisch. Und da ist es dann auch nicht erstaunlich, dass Menschen im Kugelhagel sterben, von Sprengkörpern zerfetzt werden, aber nie auch nur eine blutende Schramme haben. Blut gibt es in diesem Film nicht. Das einzige Rot sieht man im Kostüm einer asiatischen Kämpferin, die wohl irgendwie zu den Guten gehört.

Die 3D-Schiene: In diesem Film ist sie ähnlich blöde und überflüssig, wie weiland im Kampf der Titanen; viel zu schnelle Kamerabewegungen, viel zu schnelle Schnitte.

Wertung: 3 von 7 €uro