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Kinoplakat: Frühstück für Helden
Ziemlich wirr bleibt der Film
auf halber Strecke hängen
Titel Frühstück für Helden
(Breakfast of Champions)
Drehbuch Alan Rudolph
nach dem gleichnamigen Roman von Kurt Vonnegut Jr.
Regie Alan Rudolph, USA 1999
Darsteller

Bruce Willis, Albert Finney, Nick Nolte, Barbara Hershey, Glenne Headly, Lukas Haas, Omar Epps, Vicki Lewis, Buck Henry, Ken Hudson Campbell, Jake Johannsen, Will Patton, Chip Zien, Owen Wilson, Alison Eastwood u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
18. Februar 1999
Inhalt

Midland City ist eine Kleinstadt, irgendwo in Amerikas weitem und flachem Hinterland – ein Ort, den es so fast überall in den USA geben könnte, seelenlos und austauschbar, überladen mit Shopping-Malls, zubetoniert mit Ausfallstraßen, vollgestopft mit Fast-Food-Restaurants. Hier lebt Dwayne Hoover, ein treusorgender Familienvater, erfolgreicher Autohändler, guter Freund und angesehener Mitbürger.

Hoover ist ein echter Selfmade-Man, dessen Erfolgsgeschichte jedem Kind in der Stadt ebenso bekannt ist, wie sein strahlendes Konterfei, das tagtäglich über die Bildschirme flimmert und für sein „Exit 11 Motor Village“ wirbt. Doch der schöne Schein der Bildschirmwelt trügt: Hoovers Gattin Celia ist ein menschliches Wrack, abhängig von der täglichen Überdosis Tabletten und Fernsehshows, Sohn George ein plüsch-liebhabender Pantoffelheld, der den Sinn des Lebens im Atombunker des Familienanwesens sucht, und Harry Le Sabre, Hoovers bester Freund und Mitarbeiter, ein paranoider Dessous-Fetischist.

Der American Dream ist für Hoover zum Albtraum geworden. Dwayne flüchtet sich zunehmend in den Wahnsinn.

DVD-Cover (US): Breakfast for Champions

Währenddessen macht sich am anderen Ende des Kontinents Kilgore Trout, ein drittklassiger Science-Fiction-Autor, dessen Romane als Vorlage für viertklassige Pornocomics dienen, auf den Weg nach Midland City. Hier soll er als Ehrengast des ebenso reichen wie skurrilen Mäzens Fred T. Barry auf dem Art Festival auftreten. Schon am ersten Tag seines Trips wird Trout ausgeraubt und um seine Finanzen gebracht. Es beginnt eine Odyssee per Autostop, die sich in ihrem Verlauf in eine heikle Gratwanderung verwandelt.

In Midland City überschlagen sich derweil die Ereignisse: Hoovers größter Fan, ein kleiner Ganove namens Wayne Hoobler sorgt nach seiner Haftentlassung als Autoverkäufer im „Exit 11 Motor Village“ für Aufsehen, Ehefrau Celia versucht, nur mit Negligé, Holzfällerhemd und Gummistiefeln bekleidet, der häuslichen Tristesse zu entfliehen und Sohn George wird als singendes Bar-Bunny entdeckt, während Harry Le Sabre sich via Liveschaltung vor einem entsetzten Publikum als Freund und Träger feuerroter Spitzendessous outet.

Alles was von Hoovers Welt übrig blieb, scheint plötzlich in sich zusammenzubrechen. Rettung aus allerhöchster Not erhofft er sich deshalb von Kilgore Trout, dem in seiner Phantasie zum Propheten hochstilisierten Star des Art-Festivals.

Doch als beide schließlich zusammentreffen, haben Zeit, Raum und Realität längst ihre Bedeutung verloren. Wahn macht plötzlich Sinn und Wahnsinn wird zum Normalzustand …

Was zu sagen wäre

Okay, also dafür, dass Kurt Vonneguts Roman als unverfilmar gilt (wie eigentlich die meisten Vonnegut-Romane), ist diese Verfilmung hier ganz gelungen. In dieser Satire über den american dream geht alles drunter und drüber.

Der Wahnsinn hat Methode, soweit kann Alan Rudolph dem Roman noch folgen. Aber dann kann er weiter nichts damit anfangen und lässt sein Publikum bei dieser Erkenntnis außen vor; das liegt auch daran, dass die Charaktere kein dreidimensionales Eigenleben entfachen, sondern schön glänzende Abziehbildchen bleiben. Da helfen auch nicht die großen Talente von Bruce Willis und Nick Nolte.

Wertung: 6 von 11 D-Mark
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