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Kinoplakat: From Dusk till Dawn
Ein Thrill-Ride, der Deine
Erwartungen unterläuft
Titel From Dusk till Dawn
(From Dusk till Dawn)
Drehbuch Robert Kurtzman + Quentin Tarantino
Regie Robert Rodriguez, USA 1996
Darsteller George Clooney, Quentin Tarantino, Harvey Keitel, Juliette Lewis, Salma Hayek, Ernest Liu, Cheech Marin, Danny Trejo, Tom Savini, Fred Williamson, Michael Parks, Brenda Hillhouse, John Saxon, Marc Lawrence, Kelly Preston u.a.
Genre Crime, Horror
Filmlänge 108 Minuten
Deutschlandstart
4. Juli 1996
Website fromdusktilldawnarchives
Inhalt

Kinoplakat: Salma Hayek ist Santanico Pandemonium in From Dusk till DawnSeth Gecko und sein Bruder Richard, der ihn gerade aus dem Gefängnis befreit hat, ziehen raubend und mordend durch die USA. Sie haben zuletzt eine Bank überfallen, einen Zivilisten, drei Polizisten, einen Texas-Ranger, einen Spirituosenhändler und eine Geisel getötet. Um sich den US-Behörden zu entziehen, wollen sie sich nun nach Mexiko absetzen.

Ihr Ziel: Das Kaff El Rey, das für Leute wie sie als perfektes Versteck gilt. Unterwegs nehmen sie drei Geiseln – den ausgestiegenen, desillusionierten Pfarrer Jacob Fuller, dessen Tochter Kate und dessen Sohn Scott. Sie erreichen Mexico und müssen eine letzte Nacht überbrücken. Eine Nacht im „Titty Twister”.

„Titty Twister”: hier bekommt ein Mann noch, was ein Mann braucht. Es verspricht, eine heiße Nacht für die Brüder zu werden. Und als die Schlangentänzerin Santanico Pandemonium ihren Auftritt hat, wird die Nacht viel heißer als die Gecko-Brüder sich das in ihren kühnsten Albträumen vorgestellt hätten …

Was zu sagen wäre

Das ist neu im Kino, einen derartigen Genremix gab es 1996, als dieser Film entstand, höchtens unter der Ladentheke der Videothek – und viel schlechter. Wir bekommen quasi zwei Kurzfilme für den Preis eines Langfilms: Erst eine Neuinterpretation der Tarantinoesken Killer-Elite um die Reservoir Dogs, anschließend eine ganz schmutzige Form hungriger Vampire.

Robert Rodriguez und seine Gang voin Freunden

Für diesen Film haben sich zwei Meister ihres Handwerks gefunden. Robert Rodriguez hatte mit – erst – „El Mariachi” und dann – dessen Remake – „Desperado” sein Faible für harte Kerle, gewissenlose Arschlöcher und einen schnurgeraden Inszenierungsstil gezeigt; mit seinem Freund Quentin Tarantino (Reservoir Dogs - 1992; Pulp Fiction - 1994; „Natural Born Killers” - 1994) hatte er auch gleich den richtigen Autor an seiner Seite. „From Dusk till Dawn” ist ein 100-Minuten langer Quentin-Tarantino-Dialog – die Texte sind brutal, witzig, absurd und zynisch.

Kinoplakat: From Dusk till DawnHarvey Keitel gibt als Jacob Fuller einen mit seinem Schicksal hadernden Gottsucher und damit einen völlig anderen Charakter, als ich von ihm gewohnt bin („Clockers” – 1995; ”Smoke – Raucher unter sich” – 1995; Pulp Fiction – 1994; „Die Wiege der Sonne” – 1993; „Bad Lieutenant” – 1992; Reservoir Dogs – 1992; Thelma & Louise – 1991), Tarantino, der den Richard Gecko gibt, spielt – für seine Verhältnisse – sehr zurückhaltend einen durchgeknallten Psychokiller und George Clooney als cooler Seth steht auf der Abschussrampe zur ganz großen Karriere. Mit Juliette Lewis (Strange Days – 1995; „Natural Born Killers” – 1994; Gilbert Grape – Irgendwo in Iowa – 1993; „Ehemänner und Ehefrauen” – 1992; „Kap der Angst” – 1991) und Ernest Liu sind auch die Rollen der Kinder Fullers gut besetzt worden. Wow.

Salma Hayek tanzt sich ins Bewustsein pubertierender Jungs

Der Film wirkt heute im Vergleich zu aktuellen Filmen dieser Machart einigermaßen harmlos; als er in die Kinos kam, 1996, galt er als „nichts für schwache Nerven” und wurde zum Dauerbrenner in den Kinos mit Kultstatus.

Wenn – endlich im Titty-Twister angekommen – Salma Hayek als Santanico Pandemonium ihren – entschuldigung – scharfen Stripdance mit Schlange aufführt, wird es im Saal voller pubertierender Killerkino-Fans merklich ruhig. Wenn dann Salma Hayek als Santanico Pandemonium ihren – nochmal: entschuldigung – scharfen Stripdance mit Schlange unterbricht, um sich flugs zu verwandeln, dann bleiben nicht alle ruhig auf ihren Sesseln sitzen.

Die Filmzeitung Cinema erkannte, Robert Rodriguez habe den Schrecken noch zu steigern gewusst. „Mit bizarren Masken und krassen Tricks erinnern die Szenen in der Vampir-Bar an die Höllenvisionen eines Hieronymus Bosch.” Leider hat jemand die dusselige Idee gehabt, diesem einzigartigen Schocker-Kracher-Kult-Event zwei Fortsetzungen angedeihen zu lassem. Ein blöder Fehler.

Wertung: 11 von 11 D-Mark
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