Kinoplakat: Auf Liebe und Tod
Schlanke Waden, verzwickte Morde
Truffauts Spaß mit dem Film Noir
Titel Auf Liebe und Tod
(Vivement dimanche!)
Drehbuch François Truffaut + Suzanne Schiffman + Jean Aurel
nach dem Roman „The Long Saturday Night“ von Charles Williams
Regie François Truffaut, Frankreich 1983
Darsteller

Fanny Ardant, Jean-Louis Trintignant, Jean-Pierre Kalfon, Philippe Laudenbach, Philippe Morier-Genoud, Xavier Saint-Macary, Jean-Louis Richard, Caroline Silhol, Castel Casti, Anik Belaubre, Yann Dedet, Nicole Félix, Georges Koulouris, Pascale Pellegrin, Roland Thénot u.a.

Genre Komödie, Crime, Romanze
Filmlänge 110 Minuten
Deutschlandstart
27. Januar 1984
Inhalt

Der Geschäftsmann Jacques Massoulier wird bei der Entenjagd erschossen. Als Mörder gerät der Immobilienmakler Julien Vercel in Verdacht, da er als Einziger das Kaliber der Mordwaffe benutzt. Ein Tatmotiv wird schnell gefunden, denn Massoulier war der Geliebte von Vercels Ehefrau Marie-Christine. Kurze Zeit später wird sie ebenfalls erschossen aufgefunden.

Da Vercel für beide Morde kein Alibi vorweisen kann, nimmt er sich Maître Clément als Anwalt, der jedoch seinen Unschuldsbeteuerungen ebenso wenig Glauben schenkt wie die Polizei. Clément will daher beim Motiv auf Verbrechen aus Leidenschaft plädieren. Das französische Recht kennt hierfür den Begriff Crime passionnel und Vercel hätte somit vor Gericht gute Chancen für eine Strafmilderung. Von Vercels Unschuld überzeugt ist allein seine Sekretärin Barbara Becker, die insgeheim in ihn verliebt ist.

Barbara versteckt ihn im Keller seines Büros und stellt auf eigene Faust Nachforschungen an. Sie findet heraus, dass Marie-Christine vor ihrer Heirat − nicht wie gedacht − einen Schönheitssalon geführt hatte, sondern ihr Geld in einem Nachtclub, dem L’Ange rouge, in Nizza verdiente. Zudem war seit einer Weile ein Privatdetektiv auf Marie-Christine angesetzt. Während ihrer Ermittlungen trifft Barbara immer wieder auf einen mysteriösen Mann, den sie und Vercel schon bald für den wahren Mörder halten …

Was zu sagen wäre
Eine charmante Verbeugung vor dem Film Noir, durch die Fanny Ardant in eleganten, aufreizenden Kostümen stakst, die ihre schlanken Waden zur Geltung bringen. Das Grundmuster des Film Noir freilich dreht Truffaut, der Freund starker Frauenfiguren, um. Bei ihm übernimmt die Frau die Rolle des Detektivs, während der Mann hilflos und handlungsunfähig bleibt. Zudem zollt Truffaut mit Filmmotiven Tribut an seine Vorbilder Alfred Hitchcock und Stanley Kubrick.

Der Film steckt voller Szenen, die keinem anderen Zweck dienen, als Truffauts Muse Fanny Ardant elegant in Szene zu setzen; es fällt kaum ins Gewicht, dass sich ihre schauspielerischen Fähigkeiten als begrenzt erweisen.

Ein unterhaltsamer Film voller spaßiger Zitate für Hitchcock- und Stanley-Kubrik-Fans und einer Auflösung, die so wild ist, dass dem Zuschauer der Kopf schwirrt. Wie sagt der Täter zur Begründung seiner Morde: „Alles, was ich getan habe, tat ich für die Frauen. Ich liebe es, swie anzusehen, sie zu fühlen, ihren Duft zu riechen, sie zu genießen und ihnen Genuss zu geben.“

Wertung: 6 von 9 D-Mark