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Plakatmotiv: Formicula
Gänsehautige
Ungeheuer
Titel Formicula
(Them!)
Drehbuch Ted Sherdeman + Russell S. Hughes + George Worthing Yates
Regie Gordon Douglas, USA 1954
Darsteller James Whitmore, Edmund Gwenn, Joan Weldon, James Arness, Onslow Stevens, Sean McClory, Chris Drake, Sandy Descher, Mary Alan Hokanson, Don Shelton, Fess Parker, Olin Howland u.a.
Genre Monsterfilm
Filmlänge 94 Minuten
Deutschlandstart
15. September 1960
Website bmovies.de/them
Inhalt

Ein kleines Mädchen irrt durch die Wüste New Mexicos. Es steht unter Schock. Police Sgt. Ben Peterson greift sie bei einer seiner Streifenfahrten auf und entdeckt wenig später einen zerfetzten Wohnwagen. Von der Familie des Mädchen fehlt jeder Spur. Am Abend finden Peterson und sein Partner die Leiche des Besitzers eines Gemischtwarenladens. Sie ist grausam verstümmelt, der Laden ist zerstört.

In der Nähe stellen die Polizisten ein Fußabdruck sicher, der zu keinem ihnen bekannten Tier passt, und schicken einen Abguss davon nach Washington. Als Reaktion darauf kommen die Biologen Harold und Patricia Medford nach New Mexico. Dem Myrmikologen Medford schwant Übles, denn die Toten sind voller Ameisensäure. Schnell wird klar, dass es sich nicht um gewöhnliche Ameisen handeln kann. es ist viel zu viel Ameisensäure im spiel, auerdem ist da ja noch der Fußabdruck.

Plakatmotiv (US): FormiculaIn der Wüste, nahe des zerstörten Wohnwagens, werden die Wissenschaftler und Polizisten von einer Ameise angegriffen. Sie ist knapp vier Meter groß. Offensichtlich, so schlussfolgern die Medfords, hat die radioaktive Strahlung diverser Atomtests hier in der Gegend für die Mutation ins Riesenhafte gesorgt.

Mit Hilfe der Armee wird schließlich das Nest der Ameisen entdeckt und ausgeräuchert. Allerdings können zwei Königinnen entkommen. Sie verschwinden zunächst spurlos, aber dann häufen sich rätselhafte Vorfälle quer durch die USA Richtung Westküste. Offenbar haben die gigantischen Königinnen Los Angeles zum Ziel …

Was zu sagen wäre

„Formicula“ ist das erste in einer langen Reihe von Bug-Movies (statt gigantischer Gorillas gibt es hier erstmals gigantische Insekten), straff erzählt und in seinem Spannungsaufbau Vorbild für die Monsterthriller kommender Jahrzehnte; selbst Steven Spielbergs 30 Jahre später produzierter Jaws (1975) profitiert noch von der Dramaturgie der Monsterameisen. Lange Zeit sind sie gar nicht zu sehen, dafür aber das, was sie anrichten.

Gordon Douglas liefert großartiges Kino-Entertainment mit gleich mehreren Gänsehaut-Momenten; wenn das kleine, aphone Mädchen Ameisensäure zu riechen bekommt und unvermittelt aufschreit „Sie kommen! Sie kommen!“; das zirpende Geräusch, das die Ankunft der Ungeheur ankündigt, die Ameisen in den Kanälen unter Los Angeles.

Die Spannung zieht langsam an. Bis die erste Ameise auftaucht, hat Douglas jede Thrill-Elemente eingezogen – sehr effektvoll ist hier die Leiche des Gemischtwarenhändlers, neben dem ein mehrfach gebrochenes Repetiergewehr liegt. Da braucht der Zuschauer nicht erst gebrochenen Knochen zu sehen, um sich die Wirkung der noch ungesehenen Ungeheuer zu erschließen.

Kurzzeitig für Verwirrung sorgt die Tatsache, dass sich die Macher nicht auf einen Hauptdarsteller einigen können. Etwa zum zweiten Drittel springt FBI-Mann Robert Graham aus der Kulisse, den James Arness spielt, der später mit der Fernsehserie „Rauchende Colts“ 20 Jahre Erfolge feierte. Er darf dann auch die starke Schulter für die aparte Wissenschaftlerin bieten. Zwei ganze Kerle sind in einem Film dieser Machart ungewöhnlich.

„Formicula“ spielt mit der Angst vor dem radiaktiven Fallout. Im Vorspann stellt ein seriös formulierter Text fest, dass die Ereignisse, die im Folgenden zu sehen seien, im Bereich des Möglichen lägen. Das und die Angst vor einer kommunistischen Unterwanderung bilden die Meta-Klammer dieses Monstermovies. Sie leben unter der Erde im Dunkeln, sie bilden Staaten und teilen sich in Soldaten und Königinnen. Es hätte mich nicht wirklich gewundert, wenn die Ameisen russische Namen bekommen hätten – die Kalter-Krieg-Paranoia in diesem ersten, dieser Mutter aller Bug-Movies ist mit Händen zu greifen – und die Lösung durch das hilfreiche Militär gleich mit.

Wertung: 7 von 7 D-Mark
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