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Kinoplakat: Fight Club
Zynismus, Mord & Totschlag
ein filmischer Parforce-Ritt
Titel Fight Club
(Fight Club)
Drehbuch Jim Uhls
nach einem Roman von Chuck Palahniuk
Regie David Fincher, USA, Deutschland 1999
Darsteller Brad Pitt, Helena Bonham Carter, Edward Norton, Meat Loaf, Zach Grenier, Richmond Arquette, David Andrews, George Maguire, Eugenie Bondurant, Christina Cabot, Sydney 'Big Dawg' Colston, Rachel Singer, Christie Cronenweth, Tim De Zarn, Ezra Buzzington u.a.
Genre Drama
Filmlänge 139 Minuten
Deutschlandstart
11. November 1999
Inhalt

Jack. Ein junger Mann. Ohne Familie. Ohne Freunde. Einsam. Bekanntschaften sucht er in Selbsthilfegruppen für unheilbar Todkranke. In solchen Fällen behauptet er einfach, selbst an einer tödlichen Krankheit zu leiden. Jack ist sein Leben gründlich leid – eine vorprogrammierte Karriere in einer inhaltsleeren Konsumgesellschaft. Bis er Tyler Durden trifft.

Die beiden jungen Männer eröffnen einen sehr speziellen Club. In diesem „Fight Club“ können junge Männer ihre Frustrationen abbauen. Die Therapie: Sie schlagen sich gegenseitig zu Brei. Der Club wird schnell populär – schließlich werden Spielregeln aufgestellt. Eine lautet: „Sprich niemals darüber. Zu niemandem!“ Eine weitere lautet „Kein Fight Club hat mehr als 50 Mitglieder“. Bald sind die Clubs im ganzen Land verbreitet. Tyler Durden gerät zum Kult, einem neuen Messias für eine tote Generation.

Er beschließt, die Energie und Loyalität seiner Anhänger auf ein neues Ziel zu konzentrieren. Seine Clubs sollen die Gesellschaft revolutionieren. Ein Bombenerfolg – buchstäblich …

Was zu sagen wäre

Das nenne ich mal einen Kommentar zur modernen Konsumgesellschaft. David Fincher (The Game – 1997; Sieben – 1995; Alien 3 – 1992) bleibt seinem Thema treu: Menschen, die sich am Ende ihres Weges wähnen und versuchen, Religion und Moral neu zu definieren. „Wo soll es noch hingehen?”, fragen Finchers Figuren, „wenn wir schon alles haben. Oder: Alles verlassen haben?“

Auf einem kargen Gefängnis-Planeten zeigt er in Alien 3 eine Gesellschaft, die nach strengen Regeln lebt, um ihre mörderischen Triebe zu bändigen. In Sieben ist es ein Serienkiller, der die durch Konsum und Hedonismus ziellos gewordene Menschheit nach den Regeln der sieben biblischen Todsünden züchtigt. In The Game ist ein Kapitalist (sic!), einer, der alles hast, der gezwungen wird, seiner Langeweile durch ein sehr ausgeklügeltes Spiel zu entfliehen.

Der gesellschaftliche Nihilismus steht auch im Zerntrum des „Fight Club”-Films. Aus lauter Langeweile gründet Brad Pitts Figur – übrigens auch so ein Sinnbild für den schönen neuen Mann, der alles hat und auf der Suche ist – einen Club, in dem die Ziellosen, die Ausgestoßenen sich prügeln dürfen, ihre Aggression austoben können – und wieder unter strengem Reglement – um dann in ihr nichtssagendes Leben zurückzukehren.

Der Film lief im Kino nicht mit Erfolg. Er kostete in der Produktion 63 Millionen US-Dollar. In den USA schaffte er es in der ersten Woche zwar auf Platz 1 der Kinocharts, erwirtschaftete allerdings dort nur ein BoxOffice von 37 Millionen US-Dollar. Im Rest der Welt kamen weitere 64 Millionen zusammen; der damalige Chef des Studios 20th Century Fox, Bill Mechanic, musste aber dennoch seinen Hut nehmen. Erst sein DVD-Release verhalf „Fight Club“ zum kommerziellen Erfolg. Vielleicht lag's an der üppigen Ausstattung: Auf zwei DVDs war umfangreiches Zusatzmaterial wie unveröffentlichte Szenen, Trailer, Internetspots und Kommentare von Regisseur David Fincher, Brad Pitt und Helena Bonham Carter zu finden.

Wertung: 11 von 11 D-Mark
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