IMDB
Kinoplakat: The Fast and the Furious
Ein Gas-geb-Thriller
für die ewig 16-Jährigen
Titel The Fast and the Furious
(The Fast and the Furious)
Drehbuch Gary Scott Thompson + Erik Bergquist + David Ayer
nach Motiven des Artikels „Racer X” von Ken Li
Regie Rob Cohen, USA 2001
Darsteller Paul Walker, Vin Diesel, Michelle Rodriguez, Jordana Brewster, Rick Yune, Chad Lindberg, Johnny Strong, Matt Schulze, Ja Rule, Ted Levine u.a.
Genre Action
Filmlänge 106 Minuten
Deutschlandstart
18. Oktober 2001
Website thefastandthefurious.com
Inhalt

Willkommen in der Welt der illegalen Autorennen auf den Straßen von L.A.: Hier fährt Dominic Toretto, als würden diese Straßen ihm allein gehören – und was seine Freunde angeht, gehören sie ihm auch. Den Tag über schlägt er die Zeit tot, indem er aus Durchschnittskarren rasante Flitzer baut. Vor allem die Computer gesteuerte Einspritzung macht die Wagen zu kleinen Geschossen.

Brian O'Conner will da mit machen. Er hat ein schnelles Auto. Aber niemand weiß, wo er her kommt. Entsprechend misstrauisch wird er beäugt, als er bei einem dieser illegalen Rennen auftaucht. Aber Brian schlägt sich wacker und als er später in dieser Nacht Dominik aus der Patsche hilft, wird er akzeptiert. Von den meisten jedenfalls. Es sollte vielleicht niemand wissen, dass Brian ein verdeckt arbeitender FBI-Mann ist.

Dominic nämlich wird verdächtigt, Chef einer Gang zu sein, die mit schnellen Autos und rasanter Fahrweise jede Menge LKW ausgeraubt hat. Um sich gegen diese Piraten der Landstraße zur Wehr zu setzen, haben sich die Truckdriver bewaffnet – und ihre Pumpguns sitzen locker. So was kann das FBI gar nicht gebrauchen.

Dominic, seine Leute und Brian bereiten sich derweil auf das Highlight des Jahres vor: Das Rennen auf dem Salzsee. Und Paul hat sich in Mia verliebt, Dominics Schwester …

Was zu sagen wäre

„You break her Heart, I break Your neck!“ „That's not gonna happen.“ Steno? Männersprech! Filme mit solchen Dialogen, Filme, in denen der Lackierung einzelner Autos mehr Beachtung geschenkt wird, als dem Schauspiel und in denen knackige Hot-Pants-Hintern um großmotorische Musclecars herumscharwenzeln, müssen sich nicht verstellen. Das sind Filme für Jungs, in die Mädchen nur mitgehen, weil sie

a.) ihrem Freund einen Gefallen schulden
b.) selber ein bisschen Benzin im Blut haben
c.) auf die Oberarme von Vin Diesel stehen, die größer sind, als der durchschnittliche Oberschenkel

Logik? Plausibilität? Realismus? Darf man hier nicht … sollte man hier nicht erwarten. Sonst macht so ein Film keinen Spaß. Der Film trägt sein Ziel schon im Titel: Bewegung. Hier ist dauernd alles in Bewegung. Schnelle Wagen, dynamische Kamera, elegante Moves, schöne Menschen. Und vor allem nette Menschen. Das macht das mich-zuhause-fühlen in dieser fremden Szene gleich viel einfacher. Die muskelbepackten Autoschrauber sprechen sogar Tischgebete – die tragen ihre silbernen Kettchen mit Kreuz dran nicht nur zum Spaß. Die Welt, die uns gezeigt wird, ist eine geschlossene, in der gilt Leben und Leben lassen. Da blüht neben dem brachialen Autohengst das sensible Mathegenie auf und entwirft wunderbare Motoren. Die Story ist auffällig kopiert von „Gefährliche Brandung“, dem Thriller, in dem Keanu Reeves undercover gegen eine Surfer-Gang ermittelt. Aber hier geht es ja auch um Optisches, um Testosteron-Ikonen auf Comicniveau, die mal eben ein ganzes Stadtviertel für den Verkehr sperren, dann via Polizeifunk auf eine „187“–Meldung warten (Polizeikürzel für „Mord“) und dann – weil sie wissen, dass die ganze Bullerei nun gerade nicht kann – ihre infernalischen Rennen gegen Cash fahren. gar nicht erst fragen. Einfach glauben.

Haken? Bei Filmen, bei denen es rein auf Optik und Montage ankommt, um dieses Comic-Feeling zu erzeugen – zwei Stunden Kino – darf die Optik keinen Fehler haben. Hat sie aber. Zum Endkampf, sind die Autos mal glänzend, mal staubig … Wenn ausgerechnet im optischen Ballet der Anschluss nicht passt, kackt die ganze Szene ab … ums mal im Szenesprech zu formulieren.

Als Dominic erleben wir Vin Diesel (Pitch Black – Planet der Finsternis – 2000; „Ri$iko – Der schnellste Weg zum Reichtum – 2000; Der Soldat James Ryan – 1998), der am Anfang einer soliden Karriere zu stehen scheint. Paul Walker („The Skulls – Alle Macht der Welt“ – 2000; „Eine wie keine“ – 1999; „Pleasantville” – 1998; „Deedles – Die Surfer mit dem Brett vorm Kopf” – 1998) gibt seinen Widerpart, den FBI-Mann O'Conner.

Gut gemacht, Guys!

Wertung: 4 von 6 €uro
IMDB