IMDB
Kinoplakat: Falling Down – Ein ganz normaler Tag
Eine gnadenlos subjektive
Beschreibung des Alltags
Titel Falling Down – Ein ganz normaler Tag
(Falling Down)
Drehbuch Ebbe Roe Smith
Regie Joel Schumacher, Frankreich, USA, UK 1993
Darsteller Michael Douglas, Robert Duvall, Barbara Hershey, Rachel Ticotin, Tuesday Weld, Frederic Forrest, Lois Smith, Joey Hope Singer, Ebbe Roe Smith, Michael Paul Chan, Raymond J. Barry, D.W. Moffett, Steve Park, Kimberly Scott, James Keane u.a.
Genre Drama
Filmlänge 113 Minuten
Deutschlandstart
3. Juni 1993
Inhalt

Verkehrsstau in Los Angeles. Mittagshitze. Ein Mann – weiß, Mittleschicht – sitzt in seinem Auto, die Luft wird stickiger, eine Fliege nervt. Plötzlich steigt der Mann aus, er will „nach Hause“.

Der Mann ist geschieden, Frau und Kind sind ihm entfremdet. So beginnt die Odyssee eines bislang unbescholtenen Bürgers durch die Stadt, in deren Verlauf der Mann, mit widrigen Mitmenschen verschiedener ethnischer Minderheiten konfrontiert, immer gewalttätiger wird …

Was zu sagen wäre

Wenige Monate nach Rassenunruhen in Los Angeles gestartet, wurde „Falling Down“ von Kritikern und ethnischen Gruppen angegriffen: Der Film nach einem Drehbuch von Ebbe Roe Smith schüre Hass auf Minderheiten und wirke Gewalt verherrlichend. In die Diskussion mischte sich auch Hollywood-Altstar Kirk Douglas ein, der in einem Leitartikel der „Los Angeles Times“ den Film seines Sohnes Michael verteidigte.

Es war der Sturm im Wasserglas, der typisch ist, wenn so ein Film startet, der nicht glatt gebügelt keinem weh tun will, sondern eben mitten ins Leben greift. Und mittendrinner im Leben als dieser Bill Foster, den Michael Douglas spielt (Basic Instinct – 1992; „Der Rosenkrieg“ – 1989; Black Rain – 1989; Wall Street – 1987; Eine verhängnisvolle Affäre – 1987; „A Chorus Line“ – 1985; Auf der Jagd nach dem Juwel vom Nil – 1985; Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten – 1984; „Das China-Syndrom“ – 1979; „Coma“ – 1978), kann eine Filmfigur kaum sein. Schumachers Film ist eine realistische Beschreibung von Auswüchsen und Missständen, die sind wie sie sind, im falschen Moment aber (Stau, Hitze, Scheidung) einen Menschen zur Explosion treiben können.

Rassisitische Elemente verknoten sich mit alltäglichen Vorurteilen, die Zustände sind fatal. Das Script von Ebbe Roe Smith wertet nicht, ordnet nicht ein. Der Zuschauer wird für mündig genug erachtet, sich selbst ein Bild zu machen. Schumacher wechselt die Erzählperspektive nur subjektiv, wird nie objektiv. Die Story pendelt zwischen den beiden Polen Bill Foster, der kein sympathischer Unschuldsengel ist, und Cop Pendergast, der sein eigenes Päckchen zu tragen hat und gewohnt dicht und einfühlsam von Robert Duvall verkörpert wird (Tage des Donners – 1990; „Colors – Farben der Gewalt“ – 1988; Der Unbeugsame – 1984; Apocalypse Now – 1979; „Die Körperfresser kommen“ – 1978; Der Adler ist gelandet – 1976; Network – 1976; Der Pate 2 – 1974; Sinola – 1972; Der Pate – 1972; THX 1138 – 1971; „M.A.S.H.“ – 1970; Bullitt – 1968). Sehr dicht, ergreifend.

Joel Schumacher (geb. 1939 in New York) arbeitete zunächst als Designer, bevor er über Jobs als Ausstatter und übers Drehbuchschreiben zum Film kam. Bekannt wurde er vor allem durch Ensemble-Filme mit jungen Darstellern wie St. Elmo's Fire (1985), The Lost Boys (1987) und „Flatliners“ (1991).

Wertung: 10 von 10 D-Mark
IMDB