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Kinoplakat: Fahr zur Hölle Hollywood
Eine im Rohr krepierte Parodie
auf das Hollywood-Geschäft
Titel Fahr zur Hölle Hollywood
(An Alan Smithee Film: Burn Hollywood Burn)
Drehbuch Joe Eszterhas
Regie Alan Smithee (= Arthur Hiller) , USA 1997
Darsteller Ryan O'Neal, Coolio, Chuck D., Eric Idle , Richard Jeni, Leslie Stefanson, Sandra Bernhard, Cherie Lunghi, Harvey Weinstein, Gavin Polone, MC Lyte, Marcello Thedford, Nicole Nagel, Stephen Tobolowsky, Erik King u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 86 Minuten
Deutschlandstart
11. Juni 1998
Inhalt

Drei Superstars füllen in Action-Pose die Leinwand, drei Helden im größten Action-Spektakel des Jahrhunderts: „Trio“ von Alan Smithee. Sylvester Stallone, Whoopi Goldberg und Jackie Chan. Zum ersten Mal zusammen, mit dem ausgemachten Ziel, alle Box-Office Rekorde auf einen Schlag zu überbieten. Schnitt. Die Szene ist im Kasten und Regisseur Alan Smithee hätte vielleicht, unter Umständen, wenn es ginge, doch noch gerne einen weiteren Take …

Glaubt denn dieser vom Cutter zum Regisseur beförderte Neuling tatsächlich, dass man auf diese Art einen 200-Millionen-Dollar-Film mit Superstars macht? Produzent James Edmunds eilt seinen Stars zu Hilfe und zeigt Smithee die kalt-drohende Schulter.

Eins ist Smithee klar, von seiner künstlerischen Handschrift wird am Ende nicht viel übrig bleiben. Einziger Ausweg scheint die Möglichkeit, seinen Namen zurückzuziehen und das Pseudonym der Director's Guild zu verwenden: „Alan Smithee“.

Soweit also dazu, denkt sich Smithee und greift zur Lösung: die Entführung und Vernichtung seines Filmes. „Ketzerei“ schreien die Betroffenen und lassen den eigensinnigen Auftragsregisseur in die geschlossene Psychiatrie einweisen, während die öffentliche Meinung Smithee als Held feiert …

Was zu sagen wäre

Erzählt wird der reale Alptraum eines jeden Regisseurs, dem Produzenten und andere Störenfriede dauernd in die Arbeit quatschen – spätestens beim Schnitt. In Deutschland wird der Filmemacher dann wütend und sagt „Macht doch Euren Scheiß alleine“, in den USA darf er seinen Namen vom Projekt zurückziehen und das offizielle Pseudonym der Regiegilde „Alan Smithee“ benutzen.

Das erklärt, warum es bis heute über 50 Filme von Alan Smithee gibt, aber keinen Alan Smithee. Dass der im Film von Eric Idle (Ex-Monty Python) verkörperte Alan Smithee den vorliegenden Film („Fahr zur Hölle, Hollywood“) dann auch gedreht hat, ist kein PR-Gag. Der richtige Regisseur (Arthur Hiller) zog seinen Namen zurück, weil er mit der endgültigen WSchnittfassung nicht einverstanden war. Gut möglich aber, dass er sich aus grundsätzlichen Erwägungen heraus schämt.

Der Film ist so inkompetent, wie die im Film dargestellte Filmproduktion; er ist lahm geschrieben und schlecht gespielt. Die zahlreichen prominenten Stars, die im Film auftauchen, glauben offenbar, prominente Stars spiele man, indem man sich so schnöselig verhält, wie bei den Fans am roten Teppich. Der Film strandet als halbherzige Parodie auf sich selbst.

Der Film erhielt die Goldene Himbeere in fünf Kategorien; vier davon galten Joe Eszterhas für sein Drehbuch, für seine Nebenrolle und für den Song I Wanna Be Mike Ovitz!. Die fünfte Goldene Himbeere erhielt Ben Myron in der Kategorie Schlechtester Film. Außerdem wurde der Film in vier Kategorien für die Goldene Himbeere nominiert, darunter für Regie sowie für die Darstellungen von Ryan O'Neal und Sylvester Stallone. Im Jahr 2000 wurde er für eine weitere Goldene Himbeere als Schlechtester Film der Dekade nominiert.

Wertung: 4 von 11 D-Mark
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