Kinoplakat: Epic – Verborgenes Königreich
Eine erfrischend
realistische Fantasy
Titel Epic – Verborgenes Königreich
(Epic)
Drehbuch James V. Hart + William Joyce + Daniel Shere + Tom J. Astle + Matt Ember + Chris Wedge
nach den Erzählungen „The Lear Men” und „The Brave Good Bugs” von William Joyce
Regie Chris Wedge, USA 2013
Stimmen Amanda Seyfried, Josefine Preuß, Josh Hutcherson, Raúl Richter, Colin Farrell, Beyoncé Knowles, Christoph Waltz, Aziz Ansari, Oliver Kalkofe, Chris O'Dowd, Oliver Welke, Jason Sudeikis, Steven Tyler, Blake Anderson, Reiner Schöne u.a.
Genre Animation, Fantasy
Filmlänge 102 Minuten
Deutschlandstart
16. Mai 2013
Inhalt

Es gibt leichteres als Tochter sein. Mary Katherine, die heute lieber juvenil-modern „M.K” gerufen werden möchte, muss nach dem Tod ihrer Mutter aus der Stadt zum Vater ziehen – in den Wald. Mom und Dad hatten sich vor langer Zeit getrennt, weil Dad seinen … Hirngespinsten hinterherforscht, kleinen grünen Waldmenschen, die irgendwie den Wald am Leben erhalten. Oder so. Gesehen hat Daddy die Dinger nie. Aber er sucht. Und M.K. muss jetzt bei ihm wohnen. Aber das hält sie nicht aus.

Als Dad wieder einmal keine Zeit für sie hat, weil wieder eine seiner Alarmanlagen angeschlagen hat, die geheimnisvolles Leben im Wald zeigen, packt sie ihre Siebensachen und haut ab. Sie kommt nicht weit. Sie stolpert – mehr oder weniger – über Königin Tara, die von Mandrake bei einem Überfall der Boggans tödlich getroffen wurde. Königen Tara setzt ihre Fähigkeiten ein, um M.K. zu schrumpfen und gibt ihr die Knospe, die den Fortbestand der Leafmen garantieren soll. Kurz darauf stoßen die Leafmen zu Tara und M.K. vor und Tara stirbt.

M.K. muss sich mit diesen komischen Wesen wohl oder übel verbünden, wenn sie wieder groß werden will. Also hilft sie den Leafmen, die Knospe vor dem Zugriff Mandrakes zu beschützen und sucht gleichzeitig einen Weg, wie sie wieder zurück in ihre Welt kommt …

Was zu sagen wäre

Die bezaubernde Szene in diesem an schönen Szenen, phantastischen Szenen, lebendigen Szenen reichen Film ist, als M.K. irgendwo in einem hohlen Baum jammert, sie müsse aber doch zurück in ihr altes Leben und der Kinosaal natürlich ganz bei ihr ist – klar, logisch, da muss sie ja wieder hin – und das etwas verschrobene, aber dennoch weise Orakel der Waldgesellschaft erwidert „Wieso? Was willst Du denn da in Deinem alten Leben?” Und richtig: Darauf haben weder M.K. noch der Kinosaal eine Antwort. Die Szene ist deshalb so zauberhaft, weil sie der dramaturgisch rote Faden durch dieses Fantasymärchens weist, das die Produzenten des Überraschungshits Ice Age (2002) mit dem Hüter-des-Lichts-Autor William Joyce ersonnen haben.

Es ist offenbar schwer geworden, im Fantasy-Genre noch neue Ansätze, neue Settings zu finden. Die Abenteuer einer Waldgemeinschaft … der Kampf Licht gegen Schatten … wir kennen das aus zahlreichen Fantasy-Geschichten. Aber die „Epik”-Macher haben das Beste aus der Zwickmühle, eben doch kommerziell erfolgreiche Filme produzieren zu müssen, gemacht – inklusive ein bisschen Pod-racer, ein bisschen Imperator (inkl. dessen musikalischen Themas). Die Seele des Films sind die zwei Schnecken, die schon im Trailer die lustigsten Szenen hatten.

Christoph Waltz gibt dem schurkischen Mandrake seine Stimme – in der Original- wie in der deutschen Fassung. In einem Wort: Großartig! Es ist schön, dass er durch zwei Oscars mit Tarantinos Inglourious Bastards (2009) und „Django Unchained” (2013) nicht ins Mir-kann-Keiner-mehr-was abgehoben ist. Nach seinem Auftritt in Green Hornet (2010) hatte ich das leicht befürchtet.

Epic erzählt an vielen hergebrachten Gewohnheiten erfrischend vorbei. Nix ist mit Mädchen, das Prinzessin wird, nix mit lived happily ever after. Nö … in der Fantsy „Epic” geht es erstaunlich pragmatisch und realistisch zur Sache.

Wertung: 5 von 7 €uro