Kinoplakat: Dritte Person
Ein elegantes Drama. Trauerarbeit
bei laufender Filmkamera. Groß.
Titel Dritte Person
(Third Person)
Drehbuch Paul Haggis
Regie Paul Haggis, Belgien, USA, Frankreich, UK, Deutschland 2013
Darsteller

Liam Neeson, Maria Bello, Mila Kunis, Kim Basinger, Michele Melega, Adrien Brody, Gianni Franco, Marius Bizau, Olivia Wilde, Katy Louise Saunders, James Franco, Loan Chabanol, Oliver Crouch, Valentina Gaia, Riccardo Scamarcio u.a.

Genre Drama
Filmlänge 137 Minuten
Deutschlandstart
4. Dezember 2014
Inhalt

Drei Schicksale in drei unterschiedlichen Städten haben mehr gemein, als auf den ersten Blick ersichtlich: In Paris hat der Schriftsteller Michael erst kürzlich seine Frau verlassen und bekommt Besuch von seiner Geliebten Anna. Sie hegt ein schreckliches Geheimnis, doch es fällt ihr schwer, sich ihm anzuvertrauen.

Die New Yorkerin Julia wurde angeklagt, weil sie angeblich versucht hat, ihren Sohn umzubringen. Daraufhin wird das Sorgerecht auf den Vater Rick übertragen, der alles dran setzt, den Jungen von seiner Mutter zu trennen.

Sean, ein Amerikaner auf Geschäftsreise in Rom, verliebt sich in die Italienerin Monica. Bald darauf wird deren Tochter von einem Gangster entführt und Lösegeld gefordert. Sean will das kleine Mädchen befreien – aber war die Entführung vielleicht nur gestellt?

Was zu sagen wäre

Willkommen in der Welt des Kinos. Eine Welt, in der alle Wege offen stehen. Paul Haggis („Im Tal von Elah“ – 2007; L.A. Crash – 2004) hat das verstanden und setzt diese Idee in einer Konsequenz um, die verstört. Haggis bleibt seiner Erzählform des verschachtelns treu und er weiß genau, dass im Kinosaal lauter Besserwisser sitzen, die ihn überführen wollen, die sagen können wollen Wie billig: Habe ich doch die ganze Zeit gewusst.

DVD-Coveer: Dritte PersonIch hab nicht gewusst, wie alles zusammenhängt. Ich hatte eine Idee und vielliecht bin ich lediglich ein Schülerpraktikant, weil ich hätte mehr erkennen müssen; aber darum geht es eigentlich gar nicht – nur Besserwisser wollen besser gewusst haben.

Paul Haggis schafft es, dass ich mehr als zwei Stunden da sitze und gebannt zuschaue, wie seine Protagonisten sich in ihren Fallstricken verheddern. Haggis macht es mir einfach – und damit gleichzeitig schwer: Er castet ausnahmslos schöne Menschen – Olivia Wilde? Mila Kunis? Adrien Brody? James Franco? Bei Haggis strahlt schon die Hotelconcierge mehr Erotik aus, als eine Discotanzfläche voller kurzberockter Heißblüter. Das ist – bei Licht besehen – die Schwachstelle des Films.

Wer so viel Eyecandy beschert, ist sich selbst nicht sicher. Und, Ja: Diese Geschichte hat, rollt man sie nach dem Kino in der Kneipe noch mal auf, einige Hänger, die nicht so recht passen, plump sind, eleganter hätten erzählt werden müssen. Dennoch habe ich die drei Geschichten – nein, eigentlich sind es vier … dreieinhalb – fasziniert verfolgt.

Drei Weltstädte (Paris, Rom, New York), große Schauspieler und intelligente Dialoge. Ein Film, der die Kunst des Erzählens zum Zentrum seiner Erzählung macht. Großes Kino!

Wertung: 7 von 8 €uro