Kinoplakat: Doppelmord
Schön anzuschauen.
Zäh zu gucken.
Titel Doppelmord
(Double Jeopardy)
Drehbuch David Weisberg + Douglas Cook
Regie Bruce Beresford, USA, Deutschland, Kanada 1999
Darsteller Tommy Lee Jones, Ashley Judd, Benjamin Weir, Jay Brazeau, Bruce Greenwood, John Maclaren, Ed Evanko, Annabeth Gish, Bruce Campbell, Brennan Elliott, Angela Schneider, Michael Gaston, Gillian Barber, Tom McBeath, David Jacox u.a.
Genre Thriller
Filmlänge 105 Minuten
Deutschlandstart
27. April 2000
Inhalt
Keine Person darf für dasselbe Vergehen zweimal vor Gericht gestellt werden.
Fünfter Zusatz der Verfassung der Vereinigten Staaten

Wegen Mordes an ihrem Mann war Libby Parsons ins Gefängnis gesteckt worden. Die langen Jahre in Haft überlebt sie vor allem aus zwei Gründen: Sie will ihren Sohn wiedersehen und sie will verstehen, was ihr einst so glückliches Leben zerstört hat. Libby weiß, sie ist unschuldig. Ihr Mann war auf einer gemeinsamen Bootstour verschwunden, zurück blieben nur ein Messer und ein blutbesudeltes Oberdeck.

Ein Telefongespräch aus dem Gefängnis mit ihrem kleinen Sohn endet damit, dass der plötzlich entzückt ruft: „Daddy!!!“ Nanu … ist ihr Mann gar nicht tot? Das soll sich ändern: Eine Mitgefangene erklärt ihr die Hintergründe des fünften Zusatzes der amerikanischen Verfassung, wonach niemand wegen desselben Vergehens zweimal verurteilt werden darf (der Double-Jeopardy-Paragraph) – in Libbys Fall heißt das, dass sie ihren Mann jetzt getrost umbringen darf. Bestraft werden kann sie dafür nicht.

Nach sechs Jahren wird Libby auf Bewährung freigelassen, kommt unter die Aufsicht des strengen, vom Leben enttäuschten Bewährungshelfers Travis Lehman. Lehmann toleriert nicht den kleinsten Ausrutscher bei den Bewährungsauflagen, dennoch kann Libby seiner Aufsicht entfliehen und die Spur ihres Mannes aufnehmen.

Lehmann, der nach Frau, Kind und geordnetem Leben nun auch noch seinen Job zu verlieren droht, heftet sich an ihre Fersen. Längst ist er überzeugt, dass an Libbys unglaublicher Geschichte etwas dran ist …

Was zu sagen wäre

Ein schöner Thriller. Spannend; interessante Ausgangslage; eine wunderbare Ashley Judd (Das Auge – 1999; Simon Birch – 1998; Denn zum Küssen sind sie da – 1997; Die Jury – 1996; Heat – 1995), ein gewohnt knarziger Tommy Lee Jones (Men in Black – 1997; Volcano – 1997; „Homerun“ – 1994; Natural Born Killers – 1994; „Der Klient“ – 1994; Zwischen Himmel und Hölle – 1993; „Alarmstufe: Rot“ – 1992; JFK – Tatort Dallas – 1991; Airborne – Flügel aus Stahl – 1990). Ein ausgearbeitetes Setting in den US-Südstaaten, knackig gefilmt.

Was nicht so rund ist: die Dramaturgie. Bei Thrillern ist es immer schwierig, die Spannung hochzuhalten, weil, das Ende vorgeschrieben ist – der Held/die heldin müssen, angeschlagen zwar, aber sauber aus der Sache rauskommen; also müssen kleine Spannungsbögen, Zwischenhöhepunkte eingebaut werden. Aber die zünden in diesem Script nicht. Der Film entwickelt sich vorhersehbar und endet auch so.

Wertung: 6 von 11 D-Mark