Kinoplakat: Dinosaurier
Computer statt Zeichenstift
aber sonst sehr Disney
Titel Dinosaurier
(Dinosaur)
Drehbuch Thom Enriquez + John Harrison + Robert Nelson Jacobs + Ralph Zondag + Walon Green + Gregory Gunter + Shirley Pierce + Jonathan Roberts + Rhett Reese + Tamara Lusher
Regie Eric Leighton & Ralph Zondag, USA 2000
Stimmen

D.B. Sweeney, Pascal Breuer, Alfre Woodard, Joseline Gassen, Ossie Davis, Roland Hemmo, Max Casella, Dieter Landuris, Hayden Panettiere, Kristina Tietz, Samuel E. Wright, Hans-Michael Rehberg, Julianna Margulies, Sophie von Kessel, Peter Siragusa, Claus Theo Gärtner, Joan Plowright, Gerda Gmelin, Della Reese, Gisela Fritsch u.a.

(aufgeführt sind die englischen und die deutschen Synchronstimmen)

Genre Animation
Filmlänge 82 Minuten
Deutschlandstart
15. Juni 2000
Inhalt

Der junge Iguanodon-Saurier Aladar wächst als einziger seiner Art auf einer Insel unter Lemuren auf. Er war, noch al Ei, entführt worden und schließlich nach vielen Irrwegen bei den Lemuren gelandet, die er nun als seine Familie betrachtet. Die haben ihn schließlich zu einem ordentlichen Pflanzenfresser aufgezogen. Trauer überkommt ihn eigentlich nur dann, wenn das alljährliche Affenpaaren anfängt und er mal wieder feststellt, dass er als einziger seiner Art auf der Insel lebt.

Dann fällt der Stern vom Himmel. Aus den anfänglichen schönen Sternschnuppen wird innerhalb Sekunden ein ausgewachsener Meteoritenschauer und alle rennen um ihr Leben. Ihr Zuhause ist zerstört und so schließen sie sich einer Gruppe überlebender Dinosaurier an, die sich auf dem Weg zu einem paradiesischen Tal machen, welches angeblich von der Zerstörung verschont wurde; ihr Anführer ist Bruton, der eisern Regiment führt. Aladar schließt zum ersten Mal Bekanntschaft mit Artgenossen und verliebt sich auch gleich in die Schwester Brutons.

Während ihrer Reise bereitet ihnen vor allem die Suche nach Wasser die größten Probleme. Zudem werden sie von einer hungrigen Gruppe Carnotauren verfolgt …

Was zu sagen wäre

Die Walt Disney Studios legen zum ersten Mal für einen Trickfilm den Zeichenstift aus der Hand und schalten den Computer ein. Das hatte sich in Tarzan schon angedeutet, als die Zeichner die Hintergründe per Computer beisteuerten, jetzt setzen sie ganz auf die moderne Technik – erzählen aber lediglich eine mittelmäßige Disney-Dramaturgie.

Kinoplakat: DinosaurierDer erste Film der Disneys ganz aus dem Computer, da ist es irgendwie passend, dass er im Inneren eines Eis beginnt – also  vor der Geburt. Und zum Disney-Konzern im Umbruch passt, dass der die erfolgreichen Jurassic-Dinosaurier als Schwungrad für die Erfolgswelle genutzt hat; so ein Erfolg (wie der von Steven Spielberg) macht Manches einfacher.

Erzählt wird uns die Geschichte, dass „die kleinsten Dinge manchmal die größten Veränderungen bewirken“ und dass wir gemeinsam mehr erreichen, als jeder für sich allein. Aber diese Geschichte ist fast so alt, wie die Disney-Studios. Aber fairerweise muss man anmerken, dass die Story hier offensichtlich nicht Disneys erste Motivation war, den Film machen zu wollen.

Wie es sich für den Marktführer in Sachen Animation gehört, hat Disney viel Geld in die Hand genommen, um die nächste Stufe zu erreichen, zu gucken, was geht und was nicht. Fotorealistische Dino-Körper sind möglich, aber die hatte Spielberg schon. Staub und Wasser gehen noch nicht; deshalb haben sich die „Dinosaur“-Macher entschieden, die meisten Landschaften an echten Schauplätzen zu filmen und die animierten Dinosaurier hineinzumontieren. Da sind tolle Bilder bei rausgekommen – aber es sind eben Bilder, denen eine ernstzunehmende Geschichte fehlt.

„Dinosaurs“ ist das Produkt eines Filmkonzerns im Umbruch. Jeffrey Katzenberg, der für einige der größten Erfolge der jüngeren Disney-Geschichte verantwortlich zeichnet (sein „Die Schöne und das Biest“ war der erste Zeichentrickfilm, der für den Best-Picture-Oscar nominiert war, König der Löwen war zehn Jahre lang der finanziell erfolgreichste Animationsfilm), hatte den Konzern im Streit verlassen. Disneys Dinosaurierfilm bleibt im Kopf als eine technisch innovative Produktion, die mutig viel ausprobiert hat. Man merkt ihm aber deutlich die post-Katzenberg‘sche Ideenlosigkeit an; „Dinosaurs“ kopiert einfach die erzählerischen Erfolgsformeln Katzenbergs.

Wertung: 8 von 11 D-Mark