Kinoplakat: Die Tribute von Panem: The Hunger Games
Jennifer Lawrence trägt eine
dünne Love&Adventure-Story
Titel Die Tribute von Panem: The Hunger Games
(The Hunger Games)
Drehbuch Gary Ross + Suzanne Collins + Billy Ray
nach dem Roman von Suzanne Collins
Regie Gary Ross, USA 2012
Darsteller

Jennifer Lawrence, Willow Shields, Liam Hemsworth, Stanley Tucci, Wes Bentley, Elizabeth Banks, Ellis Lafferty, Paula Malcomson, Rhoda Griffis, Sandino Moya, Josh Hutcherson, Raiko Bowman, Dwayne Boyd, Anthony Reynolds, Judd Lormand u.a.

Genre Abenteuer
Filmlänge 142 Minuten
Deutschlandstart
22. März 2012
Inhalt

Teaserplakat: Die Tribute von Panem - The Hunger GamesIn einer nicht allzu fernen Zukunft: Nach der Apokalypse ist aus dem zerstörten Nordamerika der totalitäre Staat Panem entstanden, das Kapitol regiert das hungernde Volk mit Härte und Schrecken.

Um seine Macht zu demonstrieren, veranstaltet das Regime jedes Jahr die "Hungerspiele": 24 Jugendliche, je ein Mädchen und ein Junge aus Panems zwölf Distrikten, müssen in einem modernen Gladiatorenkampf antreten, den nur einer von ihnen überleben darf. Als ihre kleine Schwester Prim für die Spiele ausgelost wird, nimmt die 16-jährige Katniss freiwillig ihren Platz ein. Der zweite Kandidat aus Katniss' Distrikt ist Peeta, den sie seit ihrer Kindheit kennt.

Kurz bevor das Turnier beginnt, gesteht Peeta Katniss öffentlich seine Liebe. Schwierig, denn am Ende darf ja nur einer die Arena lebend verlassen …

Was zu sagen wäre

Es ist ja nicht so, als habe es die Grundkonstellation nicht schon mehrfach als Film gegeben - Wolfgang Menges „Das Millionenspiel“, Stephen Kings „Running Man“ (als Film mit Arnold Schwarzenegger), Das zehnte Opfer und und und - und wäre die Romanvorlage von Suzanne Collins nicht so erfolgreich, dann … aber das ist müßig zu diskutieren. Jede Generation braucht ihre Gladiatoren-Geschichte. Braucht den Blick auf die moralisch enthemmte Gesellschaft, die dem Schlachten der Ihren sensationslüstern zusieht Und sich zufrieden gibt mit dem, was die Oberen ihr zuwerfen. Dabei werden die Erzähler immer filigraner: Früher mussten die Opfer einfach Opfer sein, die vor laufender Kamera zu Tode gehetzt wurden. Heute bekommen sie ihren eigenen Stylisten und Maskenbildner. Zusätzlich proben sie ihre Auftritte; schließlich winken bei Gefallen „Sponsoren“ mit lebensrettenden Geschenken. Bei Nicht-Gefallen eben nicht. Das ist böse. Das ist hintergründig. Wichtig, immer wieder in neuem Gewand darauf hinzuweisen.

Keine Überraschungen

Aber so wirklich überraschend ist das alles nicht. Der Buchreihe wird in den Medien ein ähnlicher Hype angehängt, wie einst den Harry-Potter-Romanen – aber das ist Pfeifen im dunklen Wald: Verleger und Produzenten sind geradezu verzweifelt auf der Suche nach dem nächsten großen Ding. Das wenigste setzte sich durch - „Narnia“ will nicht recht zünden, „Percy Jackson - Der Dingens vom Olymp“ ist lautlos versandet, „Schwerter“ hier, „Drachen“ da … vergessen.

Kinoplakat: Die Tribute von Panem - The Hunger Games

„Die Tribute von Panem“-Reihe kann zumindest einen ordentlichen Erfolg an der Kinokasse verbuchen. Das hat der Film seiner Hauptdarstellerin Jennifer Lawrence (Silver Linings – USA 2012; X-Men - First Class - USA 2011; Winter's Bone - USA 2010) zu verdanken, deren Rolle als Familienoberhaupt-Ersatz der Einfachheit halber aus Winter's Bone abgeschrieben scheint - eins zu eins wirken manche Bilder übernommen (und bunt eingefärbt). Lawrence nutzt die eindimensionale Rolle, um sich als lakonische Erzählerin zu präsentieren, die wie selbstverständlich einen Multimillionen-Dollar-Film tragen, mit Pfeil und Bogen umgehen und robust und zartbesaitet zugleich sein kann.

Zielgruppe: Hauptsache jung!

Der Rest des Films ist eigentlich vorhersehbar, auch wenn man die Bücher nicht gelesen hat. Überraschungen? Fehlanzeige. Aber das liegt hier besonders im Auge des Betrachters, der - Jahrgang 1961 - womöglich nicht hierher gehört. Den Erfolg an der Kinokasse - knapp 700 Millionen Dollar waren nach einem halben Jahr eingenommen worden bei geschätzten Produktionskosten von etwa 80 Millionen - haben Jüngere besorgt, auf die der Film erkennbar ausgerichtet ist.

Die Buchvorlage ist Teil Eins eines Dreiteilers - die Erzählung als Trilogie ist seit Star Wars (USA 1977) offenbar Gesetz. Trilogien verkaufen sich gut, ohne sich gleich dem Fortsetzungs-Vorwurf auszusetzen; außerdem kann man dreimal abkassieren. „Trilogie“, das klingt so … wie klassisches Epos.

Der vorliegende Film nun endet brav mit einem Schlussbild, bei dem keine Frage wirklich offen bleibt. Im zweiten Roman gibt es die 75. Ausgabe der Hunger-Games und weil das ein Jubiläum ist, muss Katniss nochmal ran. Und Peeta auch. Einen Bogen können die Filmemacher da dann nicht mehr verwenden. In der Romanvorlage zum vorliegenden Film täuscht Katniss ihre Gefühle für Peeta nur vor - was sie im Film nicht tut. Warten wir also auf den Aufguss und ab.

Wertung: 5 von 8 €uro