Kinoplakat: Die Hexe und der Zauberer
Eine amüsante Artus-Saga mit
Disney-untypischer Leerstelle
Titel Die Hexe und der Zauberer
(The Sword in the Stone)
Drehbuch Bill Peet
basierend auf dem Buch von T.H. White
Regie Wolfgang Reitherman, USA 1963
Stimmen

Sebastian Cabot, Arnold Marquis, Rickie Sorensen, Helo Gutschwager, Karl Swenson, Hans Nielsen, Junius Matthews, Hans Hessling, Sebastian Cabot, Benno Hoffmann, Norman Alden, Gerd Duwner, Alan Napier, Erich Fiedler, Martha Wentworth, Friedel Schuster, Jo Allen, Ingeborg Lapsien, Thurl Ravenscroft, Alexander Welbat, Jimmy MacDonald u.a.

(aufgeführt sind die Sprecher der Original- und der deutschen Versionen)

Genre Zeichentrick
Filmlänge 79 Minuten
Deutschlandstart
17. Dezember 1964
Inhalt

Durch den Tod von König Pendragon droht das englische Königreich zu verfallen. Die einzige Rettung ist ein neuer König, der das Land zurück zu seiner einstigen Stärke führt.

Doch da Pendragon keine rechtmäßigen Erben hat, ist die einzige Hoffnung ein wundersames Schwert, das tief in einem Stein steckt. Niemand vermag es jedoch, das Schwert aus dem Stein zu ziehen und so schwindet von Tag zu Tag die Hoffnung mehr.

Zu dieser Zeit lebt auch der Waisenjunge Arthur auf der Burg von Sir Ector. Doch niemand nimmt den Jungen für voll. Erst als er während einer Jagd den Zauberer Merlin trifft, soll sich sein Leben ändern, da dieser nur darauf gewartet hat, Arthur auf sein ihm gegebenes Schicksal vorzubereiten …

Was zu sagen wäre

Eine traurige Leerstelle umflort diesen Film. Sie manifestiert sich in Person der Käuzchens Archimedes. Die Disney Studios stehen für herausragende Zeichentrickkunst und für einige der größten Märchenfilme der vergangenen Jahre. Aber hier drehen sie auf der Stelle.

Die Artus-Legende ist nicht der Stoff, den man mit den Disneytypischen Charakteren in Mensch- und – vor allem – Tierform verbindet. Statt der morbid-melancholischen Handlung wurden ein paar süßlich-fröhliche Sequenzen eingebaut, in denen der naive Königslehrling als Fisch, als Eichhörnchen und als Spatz Abenteuer erlebt, um notwendige Charaktereigenschaften zu lernen.

Merlin als Mischung aus weltfremdem Zauberer und Druide Miraculix mit seinem Kauz Archimedes stehen ganz in der Disney-Tradition der lustigen Sidekicks. Das ist schön, aber alles nicht mehr, als eine Best-of-Disney-Nummernrevue, die der Geschichte nicht auf die Sprünge hilft und deren Teile auch zum Ganzen nichts beitragen, Solitäre in einem Nichts bleiben.

Und so schön und fantasievoll der große Kampf Merlin gegen Mim ist mit all seinen verzauberten Charakteren und dem Höhepunkt, wenn Merlin sich in einen Bazillus verwandelt, er macht nur deutlich, woran es diesem Film fehlt: Tiefe. Disneys große Figuren – Susi und Strolch, Cinderella, Bambi – hatten eine Fallhöhe, etwas zu verlieren. Der junge, tollpatschige Arthur hat nichts zu verlieren – es fehlt ihm auch an der juvenilen Kraft eines Peter Pan.

Interessant, einen Disneyfilm ohne romantisch-süßliche Liebesgeschichte zu sehen. Damit fehlt der Kitschfaktor. Schade, dass diese Leerstelle mit Comicals gefüllt wird. Wenn Arthur also das Schwert aus diesem Stein zieht, hat das mehr den Charakter einer Chronistenpflicht, es geschieht nebenbei; um den Film zu einem Ende zu bringen.

Aber er ist wieder toll gezeichnet.

Wertung: 3 von 7 D-Mark