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Kinoplakat: Die Friseuse
Wunderbar. Eine Entdeckung!
Titel Die Friseuse
Drehbuch Laila Stieler
Regie Doris Dörrie, Deutschland 2010
Darsteller Gabriela Maria Schmeide, Josip Culjak, Katharina Derr, Matthias Freihof, Ulla Geiger, Christina Große, Maria Happel, Ill-Young Kim, Maren Kroymann, Christine Krüger, Natascha Laiszus, Tobias Lehmann, Heiko Pinkowski, Pierre Sanoussi-Bliss, Jördis Triebel, Rolf Zacher, Dorothea Walde u.a.
Genre Komödie
Filmlänge 106 Minuten
Deutschlandstart
18. Februar 2010
Inhalt

„Ich wollte schon immer Friseuse werden! Hab mir als Kind schon die Nase am Friseurschaufenster platt gedrückt. Dit wollt' ick och machen!” Die arbeitssuchende Friseuse Kathi König lebt nach der Trennung von ihrem Ehemann mit Tochter Julia in einer Plattenbausiedlung in Berlin-Marzahn. Eine offene Stelle in einem Einkaufszentrum bekommt sie – „Wissen Sie, unser Handwerk hat etwas mit Ästhetik zu tun” – wegen ihrer Korpulenz nicht – „… und Sie sind nicht ästhetisch!”

Daraufhin will sie gleich gegenüber dieses Friseurladens ihren eigenen Salon eröffnen – gegen den Widerstand der Behörden, Banken und Berater. Um das für die Geschäftseröffnung benötigte Geld zu verdienen, zieht sie mit der ebenfalls arbeitslosen Silke als mobiles Friseurteam durch Seniorenheime, bis eine ihrer Kundinnen unter der Trockenhaube stirbt und die Schwarzarbeit auffliegt. Daraufhin hilft Kathi dem Kleinkriminellen Joe, eine Gruppe von Vietnamesen aus Polen einzuschleusen, die sie anschließend in ihrer Wohnung versteckt. Dabei kommen sich Kathi und der schlanke Vietnamese Tien, der in der DDR studiert hatte, näher.

Kinoplakat: Die Friseuse

Ihren Friseurladen muss Kathi aufgrund behördlicher Auflagen schließen. Das ist für Kathi aber kein Grund, aufzustecken …

Was zu sagen wäre


Sehr schön. Sehr bunt. Die Farbgebung erinnert an Doris Dörries „Paradies” (1986), aber in der „Friseuse” sind die Protagonisten nicht so Zivilisationsgestört. Dieser Film ist ganz im Gegenteil bevölkert mit Optimisten, die nie aufgeben. Egal, wie oft Kathi an verschlossenen Türen, verhärmten Bankbeamten oder schnippischen Friseurhandwerkern abprallt, egal, wie oft die illegalen Vietnamesen abgeschoben werden, egal, wie windig Kleinganove Joe daher kommt – immer stehen alle wieder auf und machen weiter. Irgendwie. Es muss ja.

Diese Anything-goes-Haltung gibt dem Film zusätzlichen Drive. Da ist er aber schon auf Touren. Gabriela Maria Schmeide ist der Film. Ihre Kathi ist sein Herz, sein Hirn, sein andauernder Magic Moment. Wunderbar! Die Frau ist eine Entdeckung.

Doris Dörrie („Kirschblüten – Hanami” – 2998; „Der Fischer und seine Frau” – 2005; Nackt – 2002) hat zum ersten Mal ein nicht von ihr selbst verfasstes Drehbuch verfilmt. Die Autorin Laila Stieler ist durch ihre Zusammenarbeit mit dem Regisseur Andreas Dresen bekannt. Vorbild für Stielers Geschichte war eine Berliner Friseurin, die einige der im Film gezeigten Szenen selbst erlebt hatte.

Die Dreharbeiten fanden vom 28. September bis 5. November 2009 in Berlin und Osinów Dolny (Polen) statt. Am 14. Februar 2010 feierte der Film seine Uraufführung im Berliner Friedrichstadtpalast im Rahmen der Filmreihe Berlinale Spezial.

Wertung: 7 von 7 €uro
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