Kinoplakat: Die Akte Jane
Ridley Scotts überlanger
Werbeclip für die Navy-Seals
Titel Die Akte Jane
(G.I. Jane)
Drehbuch Danielle Alexandra + David Twohy
Regie Ridley Scott, USA 1997
Darsteller Demi Moore, Viggo Mortensen, Anne Bancroft, Jason Beghe, Daniel von Bargen, John Michael Higgins, Kevin Gage, David Warshofsky, David Vadim, Morris Chestnut, Josh Hopkins, Jim Caviezel u.a.
Genre Drama
Filmlänge 125 Minuten
Deutschlandstart
26. Februar 1998
Inhalt

Marineoffizierin Jordan O'Neil wird Spielball der hohen Politik. Eine Senatorin, die mitten im Wahlkampf steht, wählt Jordan aus, am Rekrutentraining der Eliteeinheit der Navy Seals teilzunehmen.

In dem verschworenen Männerbund stößt die erste Kameradin auf Ablehnung. Ihr Ausbilder, ein Schleifer mit sadistischen Zügen, lässt keine Möglichkeit aus, die Frau verbal und körperlich zu traktieren. Entgegen allen Erwartungen aber bricht Jordan nicht ein. Im Gegenteil: Sie übersteht die Ausbildung, steht bei einem Einsatz in Libyen ihren Mann.

Aber ganz glatt geht's dann doch nicht: Iim Kampfeinsatz wird Jordan vor eine Frage auf Leben & Tod gestellt …

Was zu sagen wäre

Was Alien- und Blade Runner-Regisseur an dieser Story gereizt hat, bleibt unklar. Wollte er ein feministisches, anti-militaristisches Pamphlet verfilmen? Abgesehen davon, dass Demi Moore („Striptease“ – 1996; Nicht schuldig – 1996; „Now & Then“ – 1995; Enthüllung – 1994; Ein unmoralisches Angebot – 1993; Eine Frage der Ehre – 1992; „Tödliche Gedanken“ – 1991; „Ghost – Nachricht von Sam“ – 1990; Nochmal so wie letzte Nacht – 1986; St. Elmo's Fire – Die Leidenschaft brennt tief – 1985) für die Rolle der „G.I. Jane” mit der Goldenen Himbeere für die schlechteste Schauspielerin ausgezeichnet wurde, hielt sich aber die Kritik in den USA in Grenzen. Nicht so in Deutschland.

Am deutlichsten äußerte sich der film-dienst 04/1998: „Ein ganz auf den äußeren Effekt hin inszenierter Film, der zwar vorgibt, für Gleichberechtigung einzutreten, diese jedoch durch die Wahl seiner Mittel hintertreibt. Das Ergebnis ist ein ärgerlicher Film, der das Militär distanzlos verherrlicht.

Was da gut zwei Stunden lang über die Kinoleinwand flimmert, ist bis weit über die Schmerzgrenze hinaus so patriotisch-militaristisch und so entfernt von jeglicher kritischer Distanz, dass einem fast schlecht wird”, schreibt Dirk Jaspers Filmlexikon.

Selbst Film- und TV-Programmzeitschriften mochten diesen Film nicht uneingeschränkt empfehlen. Dort war die Rede von einem „erzreaktionären Army-Clip zwischen Duschgel-Werbung und Sadomaso-Phantasie„ oder gleich von einem „Werbeclip für das Pentagon” (Cinema 03/1998).

Tatsache ist: Es ist auch heute noch unmöglich für eine Frau, an der Ausbildung teilzunehmen oder ein Seal zu werden.

Wertung: 6 von 11 D-Mark