Kinoplpakat:Der richtige Dreh
Zuckriges Aufsteigerdrama
mit guten Schauspielern
Titel Der richtige Dreh
(All the right Moves)
Drehbuch Michael Kane
nach einem Zeitungsartikel von Pat Jordan
Regie Michael Chapman, USA 1983
Darsteller
Tom Cruise, Craig T. Nelson, Lea Thompson, Charles Cioffi, Gary Graham, Paul Carafotes, Chris Penn, Sandy Faison, James A. Baffico, Mel Winkler, Walter Briggs, George Betor, Leon, Jonas Chaka, Keith Diamond u.a.
Genre Drama
Filmlänge 91 Minuten
Deutschlandstart
15. April 1988 (Videopremiere)
Inhalt

In Ampipe (Pennsylvania), einer tristen Stahlarbeiterstadt sieht die Zukunft eines Teenagers alles andere als rosig aus. Entweder versauert man in der maroden Stahlfabrik, oder man sieht zu, das man raus kommt.

Auch Stefen hofft, der sterbenden Stadt den Rücken kehren zu können. Während sein Vater und sein Bruder im heruntergewirtschaftetem Stahlwerk ihren Lebensunterhalt verdienen, will er mit einem Football-Stipendium aufs College gehen und Ingenieurwesen studieren. Erste Stipendiums-Angebote schlägt Stefen achtlos aus, rechnet sich nach dem Höhepunkt der Saison – einem Spiel gegen die bislang ungeschlagene Football-Mannschaft aus Walnut Heights – größere Chancen auf ein renommiertes College aus. Der Plan geht schief. Das Team verliert, in Führung liegend, Sekunden vor Spielende. Stefen unterstellt Coach Nickerson daraufhin noch in der Kabine einen strategischen Fehler. Prompt wirft Nickerson ihn aus dem Team.

Das hat schwerwiegende Konsequenzen, da sich nun kein College mehr für den jungen Football-Spieler interessiert. Sein letzter Rückhalt ist seine Freundin Lisa. Auch wenn sie weiß, dass sie zurückbleiben wird, wenn Stefen aufs College gehen sollte, versucht sie alles, um ihrem Freund zu helfen …

Was zu sagen wäre

Zu den Träumen, die die Traumfabrik Hollywood am häufigsten ins Schaufenster legt, gehört – deben dem von der ehrlichen, großen Liebe – der Traum vom Aufstieg aus einfachen Verhältnissen. Diese einfachen Verhältnisse spiegeln sich hier in einer Stahlarbeiter-Stadt in Pennsylvania, das von der Stahlkrise Anfang der 80er Jahre besonders hart getroffen wurde; sie führte zum Niedergang ganzer Städte.

Hier dekliniert Tom Cruise die einzelnen Stationen des Aufsteigers à la Hollywood durch: Arroganz durch frühe sportliche Erfolge, Rückschlag, Überschätzung, Absturz, Aufstieg. Cruise, der gerade zu Hollywods Favorites gehört, wenn junge Helden besetzt werden müssen („Lockere Geschäfte“ – 1983; „Die Aufreisser von der High School“ – 1983; Die Outsider – 1983; „Die Kadetten von Bunker Hill“ – 1981; „Endlose Liebe“ – 1981), balanciert diesen Stefen zwischen naivem Schönling und ambitioniertem Draufgänger.

Lea Thompson ist Stefens Freundin Lisa. Schwer zu glauben, dass Thompson eben erst ihr Kinodebut („Der weiße Hai 3“ – 1983) gegeben hat. Sie gibt dieser Lisa, deren einzige Chance in diesem Aufsteigerdrama es ist, einen Jungen zu finden, der nicht jeden Abend seinen Frust wegsäuft, emotionale Tiefe. Von ihr möchte ich gerne mehr sehen.

„All the right Moves“ ist griffig inszeniert, Jan de Bonts Kamera („Cujo“ – 1983) findet romantische Stimmungen im Niedergang der Stadt und rückt in der nächsten Minute seinen Akteuren nah auf die Pelle, der Soundtrack mit kernigen Hits durchmischt. Regie führt Michael Chapman – auch für ihn ist es ein Debut. Chapman ist hauptberuflich Kameramann und gehört in diesem Bereich zur Elite der Filmindustrie („Tote tragen keine Karos“ – 1982; „Wie ein wilder Stier“ – 1980; „The Wanderers“ – 1979; „Die Körperfresser kommen“ – 1978; „Taxi Driver“ – 1976).

Wertung: 5 von 9 D-Mark