Kinoplakat: Der Duft der Frauen
Al Pacino als Epizentrum eines Film,
der nur Chris O'Donnell zu bieten hat
Titel Der Duft der Frauen
(Scent of a Woman)
Drehbuch Bo Goldman
nach dem gleichnamigen Roman von Giovanni Arpino und dem darauf basierenden Film von Dino Risi + Ruggero Maccari
Regie Martin Brest, USA 1992
Darsteller Al Pacino, Chris O'Donnell, James Rebhorn, Gabrielle Anwar, Philip Seymour Hoffman, Richard Venture, Bradley Whitford, Rochelle Oliver, Margaret Eginton, Tom Riis Farrell, Nicholas Sadler, Todd Louiso, Matt Smith, Gene Canfield, Frances Conroy u.a.
Genre Drama
Filmlänge 156 Minuten
Deutschlandstart
4. März 1993
Inhalt

Colonel i.R. Frank Slade ist ein Kotzbrocken. Bei einem selbstverschuldeten Unfall erblindet, geht er sich, seiner Familie und allen in Reichweite auf die Nerven. Seine Lieblingsbeschäftigungen: Saufen, Pöbeln und Telefonsex.

Kinoplakat: Der Duft der FrauenKein Wunder, dass seine Familie ihn auf den Thanksgiving-Ausflug nicht mitnehmen will und statt dessen einen Studenten engagiert, um übers Wochenende auf ihn aufzupassen. Der 17jährige Charlie ist dieser Aufgabe indes keineswegs gewachsen. Slade mag blind sein, aber er weiß genau, was er will: Nach New York fliegen, vornehm essen, mit dem schärfsten Callgirl schlafen, ein Zimmer im besten Hotel mieten – und sich anschließend mit seiner Army-Pistole das Gehirn rausblasen.

Charlie ist schockiert und ratlos. Aber er hat versprochen, auf den trinkfreudigen Suizidkandidaten aufzupassen und versucht alles, dem zynischen Colonel die Lebensfreude wiederzugeben …

Was zu sagen wäre

„Scent of a Woman“ ist eine One-Man-Show. Als zwischen Selbstmitleid und Aggressivität schwankender Choleriker brennt Al Pacino („Glengarry Glen Ross“ – 1992; „Frankie und Johnny“ – 1991; „Scarface“ – 1983; „Cruising“ – 1980; Hundstage – 1975; Der Pate – 1972) ein Feuerwerk seiner Möglichkeiten ab. Sein blinder Offizier i.R. ist eine Solovorstellung sondergleichen.

Aber Pacino steht Chris O'Donnell gegenüber und der ist überfordert. Deshalb kippt die Dramaturgie zugunsten des wie manisch aufspielenden Pacino, aber zulasten des mit 156 Minuten überlangen Films. Von diesem bleibt Pacinos Tango mit Gabrielle Anwar in Erinnerung! Und der Oscar, dem ihm die Acadamy rasch überreicht hat, nachdem er bei früheren Gelegenheiten stets übersehen worden war.

Wertung: 4 von 10 D-Mark