Kinoplakat: Déjà vu – Wettlauf gegen die Zeit
Wundertüte mit optischen Ideen
Eine sophisticated Verfolgungsjagd
Titel Déjà vu – Wettlauf gegen die Zeit
(Deja vu)
Drehbuch Bill Marsilii + Terry Rossio
Regie Tony Scott, USA, UK 2006
Darsteller Denzel Washington, Paula Patton, Val Kilmer, Jim Caviezel, Adam Goldberg, Elden Henson, Erika Alexander, Bruce Greenwood, Rich Hutchman, Matt Craven, Donna W. Scott, Elle Fanning, Brian Howe, Enrique Castillo u.a.
Genre Action
Filmlänge 126 Minuten
Deutschlandstart
22. Dezember 2006
Inhalt

Terroranschlag auf eine Fähre in New Orleans. 554 Menschen sterben. ATF-Agent Doug Carlin soll Beweismaterial sichern. Im Rahmen der Ermittlungen wird eine weibliche Leiche aus dem Wasser gefischt, die wegen ihrer Verbrennungen zunächst für ein Opfer des Anschlags gehalten wird. Allerdings wurde das Opfer, Claire Kuchever, offensichtlich bereits vor dem Anschlag ermordet. Carlin schließt aus den Umständen, dass Claires Mörder von dem Anschlag gewusst haben muss, da er versucht, sein Opfer Claire wie ein Opfer des Anschlags aussehen zu lassen.

Im Verlauf der Ermittlungen wird Carlin einer FBI-Spezialeinheit zugeordnet, die mit einem modernen Überwachungssystem arbeitet. Durch diese Maschine ist es möglich, ein Wurmloch in einem begrenzten Beobachtungsgebiet zu erschaffen, mit dem man vier Tage und sechs Stunden in die Vergangenheit sehen kann. Dabei lässt sich zwar die Perspektive ändern und das Gesehene kann aufgezeichnet werden, allerdings ist es unmöglich, in der Zeit vor- oder zurückzuspulen. Erst später stellt Carlin fest, dass mit der Maschine die Vergangenheit verändert werden kann und sogar Gegenstände wie ein Blatt Papier mit einer Notiz oder gar Menschen in die Vergangenheit geschickt werden können.

Carlin konzentriert seine Beobachtung der Vergangenheit ganz auf das Umfeld Claire Kuchevas, die irgendwie Kontakt zu dem Terroristen gehabt haben muss. Und bald kann der Täter gefasst werden. Carlin aber will mehr. Er will rückwirkend den Anschlag verhindern und vor allem: Er will Claire retten …

Was zu sagen wäre

Klassisches Tony-Scott-Kino (Mann unter Feuer – 2004; Spy Game – 2001; Der Staatsfeind Nr. 1 – 1998; Crimson Tide – 1995): scharfe, kontrastreiche Kamera, hohes Tempo, over-the-top-Sequenzen. Höhepunkt ist eine Szene, in der Detective Carlin ein Auto verfolgt, das vier Tage und sechs Stunden vor ihm entlang fährt – und das darf er nicht aus den Augen verlieren. Es ist eine durchgeknallte Verfolgssizene, der ich in diesem Moment aber willig folge, weil ich – auch das typisch für Tony Scott – zum Denken ohnehin erst nach dem Kino komme. „Déjà vu” ist bestes Nägelbeißer-Kino – und das auf zwei Zeitebenen. Und am Ende kommt es natürlich wieder auf jede Sekunde an, die die Explosion näher rückt.

Tony Scotts Dauer-Akteur Denzel Washington (Der Manchurian Kandidat – 2004; Mann unter Feuer – 2004; Training Day – 2001; „Hurricane“ – 1999; Dämon – 1998) füllt mit seiner mächtigen Statur die Rolle gewohnt souverän; es fällt mir schwer, ihm Qualität an- oder abzusprechen – für mich wirkt er immer gleich und je nach Film ist das einschläfernd (Ausnahmezustand – 1998) oder, so wie hier, passend. Ein sehr gelungener Coup ist Paula Patton (Hitch – Der Date-Doktor – 2005) als Claire, deren unverbrauchtes Gesicht durch den dünnen Firnis der Monitore und Zeitebenen hinweg schnell fesselt – es ist völlig klar, warum sich Denzel Washington in diese Frau verguckt, die sogar auf dem Leichentisch noch lebendiger wirkt, als manch Lebender. Ein Film, der zu irrsinnig ist, um ernsthaft darüber nachdenken zu wollen – in einer Achterbahn aber denke ich auch nicht darüber nach, warum jetzt die Kurve nach rechts und nicht nach links geht.

Und nebenbei eine schöne Variante sich anbahnender Liebe: Romantik ohne einen einzigen Kuss, eine Romanze zweier Menschen, die sich gar nicht kennen.

Wertung: 5 von 7 €uro