Kinoplakat: Das hält kein Jahr ..!
Eine bitter-charmante Romanze,
der ein Sympathieträger fehlt
Titel Das hält kein Jahr ..!
(I give it a Year)
Drehbuch Dan Mazer
Regie Dan Mazer, UK 2013
Darsteller Rose Byrne, Rafe Spall, Anna Faris, Simon Baker, Stephen Merchant, Jane Asher, Terence Harvey, Minnie Driver, Jason Flemyng, Nigel Planer, Maisy Mazer, Matilda Thykier, Clare Higgins, Kevin Moore, Olivia Colman, Alex Macqueen u.a.
Genre Romanze, Komödie
Filmlänge 97 Minuten
Deutschlandstart
18. April 2013
Inhalt
Nat und Josh sind grundverschieden. Nat ist dynamisch, erfolgreich und arbeitet zielstrebig an ihrer Karriere. Josh ist Schriftsteller und muss sich stetig abmühen, um etwas zustande zu bringen. Trotzdem haben die beiden zueinander gefunden, sich ineinander verliebt und heiraten.

Die Freunde und Familien der beiden sind von der Hochzeit nicht angetan und sind überzeugt davon, dass die Beziehung auf die Dauer nicht funktionieren kann. Eigentlich warten sie nur darauf, dass die Ehe scheitert. Nachdem sie neun Monate verheiratet sind, müssen sich Nat und Josh eingestehen, dass sie sich das Projekt Ehe irgendwie einfacher vorgestellt haben. Sie geraten immer wieder aneinander.

Außerdem haben beide sehr attraktive Freunde und so stellt sich die Frage, ob die Hochzeit vielleicht doch ein Fehler war. Das junge Paar will sich das jedoch nicht eingestehen und entscheidet sich, um die Liebe zu kämpfen …

Was zu sagen wäre
Das ist eine schöne Idee, das Scheitern eine Beziehung gleich in den Filmtitel zu packen und damit die These schon dem Vorspann voran zu stellen. In einer Zeit, in der bald jede zweite Ehe wieder geschieden wird, in der überhaupt die Institution der Ehe ihre felsenfeste Bedeutung verloren hat, wurde es Zeit, sich dem Thema mit britischen Humor und einer Prise Zynsmus zu stellen.

Das gelingt dann nur in Teilen. Mit viel Sinn für die boshafte Realität hat Dan Mazer als Autor/Regisseur vergessen, wenigstens einen Sympathiträger in die Handlung einzubauen, einen, den ich vorbehaltlos mögen kann in all den Wirren, die der Filmtitel vorweg ankündigt. Ja, Rafe Spall (Life of Pi – 2012; Prometheus – Dunkle Zeichen – 2012; Anonymus – 2011) als Josh ist sympathisch, aber er ist eben auch das Klischee des sympathischen Losers, der, würde man ihn lassen, sicher noch Surfbrett und ein altes Motorrad in der Wohnung stehen hätte. Ja, Rose Byrne (The Place Beyond the Pines – 2012; X-Men: Erste Entscheidung – 2011; Brautalarm – 2011; Männertrip – 2010; 28 Weeks Later – 2007) als Nat ist eine entzückende Zweiflerin an ihrem Leben, aber sie ist dann eben auch das Klischee der Erfolgsfrau, mit der Mann und Leben kaum Schritt halten können.

Und auch ihre Liebe ist Klischee, entworfen auf dem Reißbrett einer Was-wäre-wenn-Dramaturgie. Was wir nämlich gar nicht erfahren: Was hat die beiden eigentlich zueinander getrieben. „Gegensätze ziehen sich an“? Ja, sicher, das würde ein paar Wochen gehen, aber da würde noch niemand heiraten. Aber diese beiden heiraten, nachdem sie sich kaum sieben Monate kennen. Das muss ja eine Explosion der Gefühle gegeben haben. Allerdings sehen wir von der schon bei der Hochzeit nichts mehr. Dabei ist die Frage, „Warum?“, so zwingend, wenn es doch darum geht, ob ihre Beziehung hält oder nicht.

„I give it a Year“ ist ein Lehrstück für gute Kinodialoge und britischen Kinohumor. Was diesem Film über die Wirren der Liebe aber fehlt, ist ein Stück reales Leben.

Wertung: 4 von 8 €uro