Kinoplakat: Das grenzt an Liebe

Rob Reiners Ausrutscher. Ein Film
ohne Tiefe, ohne Überraschung

Titel Das grenzt an Liebe
(And so it goes)
Drehbuch Mark Andrus
Regie Rob Reiner, USA 2014
Darsteller

Michael Douglas, Diane Keaton, Sterling Jerins, Annie Parisse, Austin Lysy, Rob Reiner, Michael Terra, Sawyer Tanner Simpkins, Maxwell Simkins, Maurice Jones, Yaya DaCosta, Scott Shepherd, Andy Karl, Frances Sternhagen, Frankie Valli, Luke Robertson u.a.

Genre Komödie
Filmlänge 94 Minuten
Deutschlandstart
6. November 2014
Inhalt

Der New Yorker Immobilienmakler Oren Little lebt, seit dem Tod seiner Frau vor 10 Jahren, ein sehr zurückgezogenes Leben – andere, seine Nachbarn zum beispiel, würden sagen, er ist ein veritabler Saftsack: schlecht gelaunt, giftig und bösartig zu Kindern. Oren will noch ein letztes Haus verkaufen, damit jede Menge Geld verdienen und sich dann zur Ruhe setzen.

Plötzlich erscheint sein ihm fremd gewordener Sohn. Er liefert Orens zehnjährige Enkelin Sarah bei ihm ab, weil er für neun Monate ins Gefängnis muss. Oren weiß gar nicht wie ihm geschieht, denn bis zu diesem Tag wusste er nicht einmal, dass er eine Enkelin hat.

Gänzlich überfordert nimmt er die Freundlichkeit seiner lebenslustigen Nachbarin Leah in Anspruch und setzt Sarah bei Leah ab. Trotzdem ist er gezwungen Zeit mit seiner Enkelin zu verbringen und mit zunehmendem Kontakt wächst ihm seine Enkelin ans Herz und er öffnet sich auch wieder anderen Menschen gegenüber …

Was zu sagen wäre

Kann man es einem Film zum Vorwurf machen, so künstlich zu sein, wie das dazugehörige Plakat? Das Plakat verspricht einen irgendwie sonnigen Film mit zwei gephotoshoppten, älteren Herrschaften, die sich wohl mögen. Zumindest im Film. Beim Fotoshooting hatten sie wohl keine Zeit füreinander, deshalb ist das Plakat eine Fotomontage aus den Einzelteilen Diane Keaton, Michael Douglas und Veranda. Und so ist eben auch der Film: Keaton, Douglas, Häuser, Sonne und eine künstlich zusammengebaute Handlung.

Stünde nicht Rob Reiner auf dem Plakat, wäre es damit dann auch schon gut. Aber Reiner hat in der Vergangenheit kleine Meisterwerke in Humor, Romanze, menschlicher Tiefe abgeliefert („Das Beste kommt zum Schluss“ – 2007; An deiner Seite – 1999; Hallo, Mr. President – 1995; Misery – 1990; Harry und Sally – 1989; Stand by Me – 1986; Der Volltreffer – 1985), dass dieser Film hier zur Enttäuschung gerät. Diane Keaton zappelt fahrig wie schon in den Zeiten des Stadtneurotikers und Michael Douglas sagt Drehbuchsätze auf. Diesen Sätzen zufolge ist er sowas wie ein Arschloch, ein Leuteschinder, aber sehen tue ich dann einen kauzigen alten Typen, den man nur richtig zu nehmen wissen muss. Für einen Schauspieler seine Kalibers (Liberace – Zuviel des Guten ist wundervoll – 2013; Traffic – 2000; The Game – 1997; Falling Down – 1993; Black Rain – 1989; Wall Street – 1987) gibt die Rolle zu wenig her,

Dazu gibt es eine Geschichte so arm an Überraschungen, dass ich mich in einer Degeto-Produktion für den Freitagabend in der ARD wähne.

Wertung: 3 von 8 €uro