Kinoplakat: Das gibt Ärger
Schöne Menschen haben schöne
Action in schöner Umgebung
Titel Das gibt Ärger
(This Means War)
Drehbuch Timothy Dowling + Simon Kinberg + Marcus Gautesen
Regie McG, USA 2012
Darsteller Reese Witherspoon, Chris Pine, Tom Hardy, Til Schweiger, Chelsea Handler, John Paul Ruttan, Abigail Spencer, Angela Bassett, Rosemary Harris, George Touliatos, Clint Carleton u.a.
Genre Komödie, Action
Filmlänge 97 Minuten
Deutschlandstart
1. März 2012
Inhalt

Nach einem missglückten Auftrag in Hongkong gegen den international gesuchten Verbrecher Heinrich werden die beiden CIA-Kollegen und besten Freunde FDR Foster und Tuck Henson in den Innendienst versetzt. Wegen der Langeweile dort entwickelt Tuck Interesse an einer Bekanntschaft aus einem Internetchat, deren Name Lauren ist.

Allerdings lernt auch FDR unabhängig von Tuck Lauren in einer Videothek kennen. Als die Freunde herausfinden, dass beide um die gleiche Frau werben, beschließen sie daraus einen Wettkampf zu machen. Lauren, die keine Ahnung hat, was vor sich geht, datet beide Männer – mehrfach. Und kommt in Teufels Küche; im Allgemeinen dadurch, dass die Kollegen sich bekriegen, auch wenn sie dabei ist … vor allem, wenn sie dabei ist. In dieser Situation kommt Heinrich nach Amerika.

Heinrich will sich an FDR und Tuck rächen. Bei so einer Sachlage hört bei Profis das Liebesgeplänkel auf – jetzt muss Lauren reiner Wein eingeschenkt werden, also verabreden sich alle in einem Restaurant. Da taucht Heinrich auf – mit schwer bewaffneten Männern und eröffnet das Feuer.

Dabei hat Lauren doch noch gar keine Entscheidung getroffen …

Was zu sagen wäre

Auf den Film hatte ich nach den Trailern einfach Lust: Zwei Hightech-Agenten mit absurg stylischen Büros, Wohnhäusern und Klamotten prügeln sich um dien smarte Reese Witherspoon – das versprach einen verträumten Nachmittag im Kino. „Charlie's-Angels”-Regisseur McG auf dem Regiestuhl und es fängt standesgemäß mit einem ordentlich „verdeckten” Einsatz in Hong Kong an; die Erwartung wird Erfolg, der Einsatz bleibt nicht verdeckt. Und so geht es weiter: Die Erwartungen werden erfüllt.

Nach 40 Minuten haben beide Kerls dieselben, höchst unterschiedlich motivierten Chancen bei Lauren und der Zuschauer Spaß sowohl am Style der Bilder, als auch an der Frage, wen sie wohl am Ende nehmen wird: Wird es der geschiedene, liebevolle Vater mit dem Date-unerfahrenen Impetus? Oder der Night-Club-Löwe, der jede rumkriegt? Es ergibt sich das Rätsel des Sie nimmt natürlich A. Aber die Filmemacher rechnen damit, dass wir auf A tippen. Also wird es B sein. Aber, nee, die Produzenten kennen uns seit Jahren, die wissen, dass wir längst auf B gekommen sind, also nimmt sie … Und nebenher jagen sie Til Schweiger.

Magic Moment: eine zauberhafte Szene in Laurens Küche. Beide Agenten dringen, während Lauren singend durch die Wohnung tanzt, in die Küche ein und sammeln allerlei Daten – Fotos, Kühlschrankpins etc; die Kamera tanzt mit – um Lauren, um FDR, um Tuck. Das verwandelt sich in einen kleinen Pas de trois ohne Schnitt. Sehr schön.

Zwischendurch erleben wir Witherspoon in weißer Spitzenunterwäsche und nachkolorierten blauen Augen, in atemberaubenden Kostümen und in sonnendurchfluteten Cafés und schicken 21.-Jahrhundert-Bungalows. Und McG nimmt auch in Kauf, dass ganz schlechte Computertricks eine Actionsequenz in ein Mittelmaß-Comic verwandeln. Hauptsache die Stars sind schön – und ohnehin teuer genug. Dafür wird weder Chris Pine („Unstoppable – Ausser Kontrolle” – 2010; Star Trek – 2009), noch Tom Hardy (Dame, König, As, Spion – 2011; Inception – 2010) etwas abverlangt; wobei man bei Pine dann auch sagen kann: Er gibt alles!

Reese Witherspoon, in Hollywoods Business-Büros als smarte Geschäftsfrau gefürchtet („Wasser für die Elefanten” – 2011; Woher weißt du, dass es Liebe ist? – 2010; „Walk the Line” – 2005; „Sweet Home Alabama” – 2002; Natürlich blond! – 2001; Little Nicky – 2000; American Psycho – 2000; Election – 1999; Eiskalte Engel – 1999; Pleasantville – 1998), gibt ihrem Sweetie-Bonus ungeniert Zucker. Süß, wenn sie für einen vermutlich langen Abend aus dem Bad kommt und Chris Pine – KO geschossen – schnarchend auf dem Sofa liegt und sie entnervt von sich selbst sagt „Och nee. Oder?”

Man darf das alles bloß nicht ernst nehmen und sollte am besten schon vorher wissen, dass es hier um nichts anderes geht, als um Nachos futtern und Schöne-Menschen-tun-schöne-Dinge-in-schöner-Umgebung gucken. Wenn es nur am Ende nicht gar so moralisch korrekt wäre und vielleicht auch doch der andere hätte … gewinnen … können; also nicht der, auf den ich nach zweimaligem Nachdenken dann doch zielsicher getippt hatte. Hollywood-Kommerz kann so durchschaubar sein.

Wertung: 4 von 7 €uro