Kinoplakat: Das Dorf der Verdammten
Diesem Dorf fehlt der Thrill
Titel Das Dorf der Verdammten
(Village of the Damned)
Drehbuch David Himmelstein + Steven Siebert + Larry Sulkis
nach dem Drehbuch der 1960er Fassung von Stirling Silliphant + Wolf Rilla + Ronald Kinnoch nach dem Roman „The Midwich Cuckoos“ von John Wyndham
Regie John Carpenter, USA 1995
Darsteller

Christopher Reeve, Kirstie Alley, Linda Kozlowski, Michael Paré, Meredith Salenger, Mark Hamill, Pippa Pearthree, Peter Jason, Constance Forslund, Karen Kahn, Thomas Dekker, Lindsey Haun, Cody Dorkin, Trishalee Hardy, Jessye Quarry u.a.

Genre Horror
Filmlänge 99 Minuten
Deutschlandstart
28. April 1995
Website theofficialjohncarpenter.com
Inhalt

In dem beschaulichen und abgelegenen Küstendorf Midwich bereitet man sich auf das große Dorfjubiläum vor. Alles, was Rang und Namen hat, ist auf den Beinen.

Punkt zehn Uhr fallen alle in tiefe Ohnmacht – Dorfbewohner, auch Haustiere und Weidevieh für exakt sechs Stunden. Polizei und Sicherheitsbehörden riegeln die Stadt ab, da bewusstlose Beamte auf der Straße sowie auf dem Feld liegendes Vieh Großalarm ausgelöst hatten und die Ursache unbekannt ist. Einsatzleiterin ist die Ärztin Dr. Susan Verner von der National Science Foundation. Ganz plötzlich wachen Personen und Weidevieh ringsum wieder auf; einer der Dorfbewohner war während des Blackouts auf den Kohlegrill gestürzt und verbrannt.

Es stellt sich heraus, dass in jenen sechs Stunden zehn Frauen schwanger geworden sind. Neun Monate später erblicken ihre Kinder gleichzeitig das Licht der Welt – und der Horror beginnt! Der Arzt Alan Chaffee und die Epidemie-Expertin Susan stehen vor einem Rätsel: Die Kinder sehen einander ähnlich, sind von überragender Intelligenz und kennen weder Mitgefühl noch Liebe …

Was zu sagen wäre

John Carpenter hat sich einen Klassiker des Horrorkinos („Das Dorf der Verdammten“ – 1960) vorgenommen, kann aber nicht belegen, warum. Der Film ist nicht spannend, die wenigen Spezial-Effekte wirken billig, die bösen Kinder werden wenig beängstigend präsentiert. Dabei sind Kinder, die Böses tun, per se gruselig. Carpenter scheint unbedingt bemüht zu sein, einen Thrill nachzuäffen, der aus den Zeiten des Originals stammt. Der film ist langsam, lausig gespielt und reizvoll nur unter dem Aspekt, so etwas nochmal sehen zu können.

Es reicht aber nicht, um einen Horrorfilm im ausgehenden 20. Jahrhundert zu inszenieren; da braucht es mehr. Und ich meine nicht, mehr Musik, mit der Carpenter seinen gesamten Film zukomponiert und damit jeglichen Grusel genommen hat. Die Bösartigkeiten der Kinder sind ein bisschen unappetitlich. Es ist aber völlig rätselhaft, wieso die Behörden nicht längst einschreiten, die seltsame Dr. Susan nach den ersten Vorfällen noch sagen darf, sie „verlange“ noch ein Jahr mehr Zeit für die Beobachtung – obwohl länst offenbar ist, dass „ein Jahr mehr“ nach allem, was man schnell über diese Kinder lernt, nur in der Katastrophe enden kann.

Carpenter will sich nicht mit den konkreten Problemen bewschäftigen, die das für ein Drehbuch bedeuten würde. Er will … was eigentlich? Er zeigt immer wieder einzigartige Kameraeinstellungen, -fahrten, in die ich eintauchen möchte. Aber Spannung erzeugt er damit nicht. Der Versuch, eine Gesellschaft zu zeigen, in die das ultimativ Böse Einzug hält – gnadenlos und unbelehrbar – jedenfalls bleibt hohl. Diese Gesellschaft, die Carpenter uns vorführt, lebt und handelt auf TV-Serien-Niveau. Gänsehautfaktor: Null. Der ehemaligen Crocodile-Dundee-Heroine Linda Kozlowski und Ex-Superman Christopher Reeve dabei zuzusehen, wie sie eine Bande weißhaariger Verhaltensauffälliger zähmen wollen, während sie ihre Gedanken abschirmen, indem sie „an eine Mauer aus Stein“ denken oder an den „Ozen vor unserem Fenster“ aus glücklichen Tagen mit der lange verstorbenen Gattin, das ist bestenfalls herzig. aber eben nicht gruselig.

John Carpenter (s.u.) dreht wieder Horror. Den Thrill, den diese Nachricht Ende der 1970er Jahre noch auslöste, erzeugt sie heute nicht mehr. Das ändert das „Das Dorf der Verdammten“ auch nicht.

Wertung: 2 von 10 D-Mark