Kinoplakat: Das A-Team – Der Film
Komische Leute tun witzige
Sachen und sagen lustige Sätze
Titel Das A-Team – Der Film
(The A-Team)
Drehbuch Joe Carnahan + Brian Bloom + Skip Woods
nach Charakteren und Motiven der TV-Serie von Frank Lupo + Stephen J. Cannell
Regie Joe Carnahan, USA 2010
Darsteller Liam Neeson, Bradley Cooper, Jessica Biel, Quinton "Rampage" Jackson, Sharlto Copley, Patrick Wilson, Gerald McRaney, Henry Czerny, Yul Vazquez, Brian Bloom, Maury Sterling, Terry Chen, Omari Hardwick, David Hugghins, Jacob Blair, Rad Daly u.a.
Genre Action
Filmlänge 117 Minuten
Deutschlandstart
12. August 2010
Inhalt

Vier Soldaten bilden die Elitetruppe „A-Team”. Colonel John „Hannibal” Smith, Lt. Templeton „Faceman” Peck, Ranger Bosco „B.A.” Baracus und Captain H.M. „Howling Mad” Murdock. Sie sind im Irak stationiert. Rebellen haben amerikanischen Dollar-Druckplatten gestohlen. Hannibal und seine Leute sollen sie zurückholen. Das geht schief – das A-Team wurde verraten und für den Diebstahl verantwortlich gemacht. Das ist das – unehrenhafte – Ende ihrer militärischen Karriere. Die vier werden auf vier Hochsicherheitsgefängnisse im Land verteilt.

Sie sitzen sechs Monate, als ihnen die Flucht gelingt – Hannibal paukt, prügelt, schießt die anderen der Reihe nach raus. Und jetzt werden sie ihren Auftrag von damals, die Druckplatten zurückzuholen, zu Ende bringen. Und wenn sie dafür in diesem Panzer aus diesem Flugzeug springen müssen.

Was zählt, ist schließlich der Plan – und die Improvisation …

Was zu sagen wäre

Markante Männer machen witzige Sachen und sagen lustige Sätze. Im Vorspann werden Drehbuchautoren genannt (s.o.). Dabei wirkt der Film, als hätte der Praktikant des Filmbüros aus Versehen auf die Enter-Taste des Drehbuch-Random-write-Programms gedrückt. Den Rest haben die SFX- und Stuntleute erledigt; ziemlich gut erledigt.

„Das A-Team” ist der zweite von vier Filmen, die den Action-Kinosommer 2010 füllen. Dieser Sommer ist ein Sommer der Rückbesinnung auf das Kino der 1980er Jahre. Vier High-Potentials buhlen um den Kinozuschauer, die ordentlich Augenfutter – schöne Menschen, gewaltige Explosionen, kräftige Autos – versprechen, ohne das durch Unnötiges wie eine Handlung stören zu wollen. Was Arnold Schwarzenegger in Der City Hai (1986) war, ist heute „A-Team”. Lethal weapon heißt heute Knight and Day und was Angelina Jolie im Sommer 2010 in Salt ist, war damals Bruce Willis Stirb langsam. Freundlicherweise hat Sylvester Stallone für diesen Sommer seine Action-Konkurrenten von einst zusammengetrommelt, um mit The Expendables einen schlichten, geraden Action-Film zu drehen, wie man das früher gemacht hat. Früher, in den 80ern, als die Muskeln eines Mannes noch was zählten und der Schweiß darauf ehrlich erprügelt war.

Nichts beschwert diese Filme, keine Superstars die zu Hans Zimmers epischem Wumptata heroische Mein-Land-hat-mich-verraten-Sachen sagen, keine Generationen-von-Jungs-haben-mit-ihnen-gespielt-Erwartung wie bei Transformers, keine hysterische Fangemeinde alter Comic-Superhelden, die eifersüchtig auf die Einhaltung der alten Sagen pochen, kein mitteleuropäischer Esoterik-Ballast, wie ihn Roland Emmerich vor sich herschiebt. Nichts, nada, just Fun! Für das „A-Team” konnte sich die Regie ganz auf die Besetzung konzentrieren. Die Aufgabe: Such' vier Typen … den kantigen, aber smarten Chef mit eisgrauem Haar, den libidonösen, aber blitzgescheiten Smiler, den gutmütigen, aber schlagkräftigen Autofan und den Verrückten, der alles fliegen kann und der wenigstens die Hälfte des Films irre grinst. Dazu ein unmöglicher Auftrag, schweres Gerät – mindestens Panzer … oder besser noch: Nimm so einen Übersee-Tanker, und ein paar spektakuläre Schauplätze.

Kinoplakat: Das A-Team – Der FilmAuftrag erfüllt! Die Schauspieler sind gerne dabei, dürfen ihrem Testosteron Zucker geben und One-Liner zum Besten geben, die vorher mindestens drei Script-Doctores zurechtgefeilt haben. Liam Neeson (Kampf der Titanen – 2010; „96 Hours” – 2008; Batman Begins – 2005; Königreich der Himmel – 2005; Tatsächlich … Liebe – 2003; Gangs of New York – 2002; K–19 – Showdown in der Tiefe – 2002) hat sich eingeschossen auf den elder Action-Man, der kantig Zigarre paffend alles im Griff behält. Bradley Cooper (Valentinstag – 2010; „Hangover” – 2009; „Er steht einfach nicht auf Dich!” – 2009; „Der Ja-Sager” – 2008; "Alias – Die Agentin” – TV-Serie 2001–2006) zeigt andauernd breitgrinsend Augen in blau und eine Oberweite in behaarter Beeindruckung. Meistens brüllen alle, weil irgendwas explodiert. Jeder hat seinen großen Auftritt, jeder einen inneren Dämon, jeder seine Eigenheiten. Nur eine Langzeitwirkung hat der Film nicht. Stirb langsam von 1988 ist auch 20 Jahre später noch ein Klassiker. Dazu reicht's hier nicht. Das hängt mit den mäßigen FX-Bildern zusammen.

Vor allem die Luftkampfszenen zeigen altmodische Kopierränder. Bei „Charlie's Angels” stört mich nicht, dass die Action deutlich sichtbar den FX-Computer überfordert hat – da passt das; beim „A-Team” stört das schon. Die Bilder sehen nicht gut aus. Nicht *ichtrau'smichnichtzusagen* nicht realistisch. Die Panzer-springt-aus-Flugzeug-und-„Face”-nimmt-die-Verfolger-per-Kanonenrohr-unter-Feuer-Szene ist ohnehin grenzwertig, aber lustig und in diesem Actioncomic deshalb okay. Wenn sie nur nicht so schlecht aussähe.

Der Film endet mit dem Eröffnungstrailer der Originalserie. Dem Franchise steht nichts im Wege. Mit Filmkunst aber, gar mit altmodischem Kino, das Geschichten erzählt, hat so ein Film freilich nichts mehr gemein. Die Ideenlosigkeit, die die Filmindustrie in den letzten zehn Jahren demonstriert, ist dramatisch.

Wertung: 4,50 von 7 €uro