Kinoplakat: Dancer in the Dark
Ein Drama mit Längen
aber mitten ins Herz
Titel Dancer in the Dark
(Dancer in the Dark)
Drehbuch Lars von Trier
Regie Lars von Trier, Spanien, Argentienien, Dänemark, Deutschland, NL, Italien, USA, UK, Frankreich, Schweden, Finnland, Island, Norwegen 2000
Darsteller Björk, Catherine Deneuve, David Morse, Peter Stormare, Joel Grey, Cara Seymour, Vladica Kostic, Jean Marc Barr u.a.
Genre Drama, Crime
Filmlänge 140 Minuten
Deutschlandstart
28. September 2000
Inhalt

Selmas Welt wird immer dunkler. Die tschechische Immigrantin weiß, dass sie bald ihr Augenlicht verlieren wird. Auch ihr Sohn leidet an der ererbten Augenkrankheit. Tag und Nacht arbeitet sie in einer Fabrik, um ihrem Sohn zu einer Operation zu verhelfen.

Die notwendige Energie schöpft Selma aus ihrer großen Leidenschaft für Musik. Ihr einziges Vergnügen ist das Musical, das sie mit ihrer Freundin Cathy in einer Laientruppe probt. Wenn das Leben zu hart wird, flüchtet sie in die Welt der Musik. Dort findet sie das Glück, das ihr das wirkliche Leben versagt …

Was zu sagen wäre

Dänemarks Regie-Skandalnudel Lars von Trier, sowohl berühmt für seine Dogma-Filme als auch für seinen preisgekrönten Kritiker-Erfolg „Breaking the waves” (1996), präsentiert eine Hommage an das amerikanische Musical der 40er Jahre. Björk, die die Hauptrolle der Selma spielt, komponierte auch die Musik.

Von Trier drehte seinen „Dancer” als dritten Film einer „Golden Heart Trilogy”. Die ersten beiden Filme waren – eben – „Breaking the Waves” und „Idioten”. In allen Filmen, so von Trier, stehe eine „tragische Frauengestalt im Mittelpunkt, die sich für andere aufopfert und deren Liebe nicht davon abhängt, wie sie – vom Schicksal oder von den Menschen – behandelt wird.”

Der Film geht zu Herzen, obwohl in meinen Augen wenig dafür spricht – mich hat die Opferbereitschaft dieser Selma mitgenommen. Gleichzeitig empfinde ich es als nervtötend, dass sie immer singen muss – das wird vor allem gegen Ende ein Kampf gegen das Ohren-zu-halten-und-vorzeitig-gehen. Es ist leicht zu sagen „Der Film ist zu lang!” aber der Film ist zu lang. Zwei Stunden zwanzig Minuten … hätte von Trier den Gesang weg gelassen und sein Drama auf das Drama reduziert, wäre er bei einer Stunde fünfzig Minuten gelandet, etwa. Zwar wäre es dann wohl kein Lars-von-Trier-Film mehr gewesen (an dem Finanziers aus 13 Ländern beteiligt sind), aber vielleicht ein guter Dogma-Film.

Der Film erhielt insgesamt 19 Auszeichnungen sowie 32 Nominierungen. Bei den Internationalen Filmfestspielen von Cannes 2000 gewann der Film die Goldene Palme, wo er sich unter anderem gegen „In the Mood for Love” und „O Brother, Where Art Thou?” behaupten konnte. Björk erhielt eine Auszeichnung als Beste Darstellerin.

Bei der Verleihung des Europäischen Filmpreises 2000 gewann „Dancer in the Dark” in den Kategorien Beste Darstellerin (Björk) und Bester europäischer Film. Nominiert wurde Björk als Beste Darstellerin in einem Drama für den Golden Globe und für den Song „I've Seen It All” für den Oscar und den Golden Globe, ging jedoch leer aus. Der Film erhielt zudem Auszeichnungen als Bester fremdsprachiger Film bei den Independent Spirit Awards und als Bester ausländischer Film den Japanese Academy Awards. Als Bester europäischer Film gewann er bei den Goyas 2001.

Wertung: 5 von 11 D-Mark